Warum sind diese Bilder öffentlich?

Polizei zeigt Schockvideo: Mann beim Überqueren der Gleise von Zug erfasst

Es sind keine Bilder für schwache Nerven: Die Bundespolizei NRW hat ein Video veröffentlicht, auf dem ein Mann, der die Gleise überquert, von einem Zug erfasst wird. Was steckt dahinter?

So manch einem Beobachter stockt beim Betrachten dieser Bilder der Atem! Auf einem leicht unscharfen Überwachungsvideo ist zu sehen, wie ein Mann vor einem einfahrenden Zug noch schnell die Gleise überqueren will. Offensichtlich wollte er seinen Weg abkürzen. Doch der Versuch misslingt. Der Mann wird zwischen Zug und Bahnsteig eingeklemmt und mehrere Meter mitgeschleift.

Die Bundespolizei Nordrhein-Westfalen hat das Video am Sonntagmorgen auf Twitter veröffentlicht. Unter dem Beitrag entfacht sich schnell eine rege Diskussion der Twitter-User. Warum stellt die Behörde solche Aufnahmen ins Netz? Wie geht es dem eingeklemmten Mann? Warum greift der Zeuge, der auf dem Video zu sehen ist, nicht ein, sondern entfernt sich - mit dem Handy am Ohr - einfach vom Ort des Geschehens? Ist der kurze Clip überhaupt echt?

Die Bundespolizei NRW bestätigt bei Twitter die Echtheit der Aufnahmen und nennt den Grund, warum sie das Filmchen mit der riskanten Gleisüberquerung online gestellt hat. „Wir möchten durch dieses Video auf die Lebensgefahr aufmerksam machen und Prävention betreiben“, schreibt die Behörde. „Wir hoffen, dass wir durch das Video ‚wachrütteln‘ können.“ Leider gebe es in Nordrhein-Westfalen täglich Gleisüberschreitungen, oft auch von Kindern. Diesem Verhalten wolle man mit dem Video vorbeugen.

„Die Person hatte großes Glück. Sie hat mit einigen Frakturen den Unfall überlebt“

Auch die besorgten Fragen nach dem Gesundheitszustand des Mannes beantwortet die Bundespolizei: „Die Person hatte großes Glück. Sie hat mit einigen Frakturen den Unfall überlebt.“ Und was ist mit der Person, die zunächst sitzend den Vorfall beobachtet, dann schnell aufsteht, sich abwendet und von der Unfallstelle entfernt? Ein neuerlicher Fall von feigem Wegschauen oder gar unterlassener Hilfeleistung? Mitnichten, stellt die Bundespolizei klar. „Die Person stand unter Schock, hat aber die Rettungskette eingeleitet“, klären die Beamten auf.

Nach den Erklärungen gibt es viel Unterstützung der Twittergemeinde. „Unfassbar was da zu sehen ist...Dank an euch, dass ihr auch das mal zeigt. Vielleicht hilft es ja“, schreibt beispielsweise @juergengruf. „Wir hoffen auch, dass sich die Menschen Gedanken machen und erst gar nicht in die Gleise gehen“, antwortet die Bundespolizei.

Rubriklistenbild: © Screenshot Bundespolizei NRW

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