Bundeswehr: Mit einem Esel auf Taliban-Jagd

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Deutsche Soldaten stehen neben Esel Hermann, der die Bundeswehr im Kampf gegen die Taliban in Char Darah in der Provinz Kundus in Afghanistan unterstützt (Foto vom 24.10.2010).

Char Darah - Was sich anhört wie ein Scherz, ist für deutsche Soldaten neuerdings Realität: Im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in der Provinz Kundus wird die Bundeswehr von einem Esel unterstützt.

Hermann, so der Name des Lasttiers, soll auf seinem Rücken schwere Waffen und Munition der Soldaten durch Reisfelder im Unruhedistrikt Char Darah tragen. Der für 100 Dollar (gut 70 Euro) von einem einheimischen Markt beschaffte Esel sei “taktisch notwendig“, sagt Hauptmann Michael L., der Chef der dritten Kompanie in der Task Force Kundus, der Nachrichtenagentur dpa. “Manchmal muss man eben unkonventionelle Lösungen finden.“

Hermann sorgt außerdem für gute Stimmung unter den deutschen Soldaten, die im Polizei-Hauptquartier in Char Darah stationiert sind und bei Einsätzen draußen immer wieder zum Ziel von Anschlägen werden. Die Pflege des Esels sei eine “willkommene Abwechslung“, sagt ein Leutnant, der “Wolle“ genannt wird.

Er hat gemeinsam mit seinen Männern die Verantwortung für das Tier übernommen. Der Fliegerleitoffizier ist dafür zuständig, bei Gefechten Bombenabwürfe oder Artilleriefeuer zu koordinieren. “Sich um den Esel zu kümmern macht mehr Spaß“, sagt er. Hermann leiste “gute Dienste fürs deutsche Vaterland“. Neben dem Esel kümmern sich die deutschen Soldaten im Polizei-Hauptquartier auch um zwei zugelaufene Hunde. Der einäugige Welpe heißt in Anlehnung an den Namen eines Alarmpostens Auge Eins.

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Der alte Hund, dem die Ohren fehlen, wird Keinohrhund gerufen. Deutsche Soldaten in Kundus haben sich in der Vergangenheit immer wieder um zugelaufene Hunde gekümmert. Zu einer gewissen Prominenz in Deutschland gelangte vor Jahren kurzzeitig ein Hund namens Chloé, den ein Feldwebel nach seinem Dienst mit Einwilligung der Bundeswehr mit in die Heimat nehmen durfte. Chloé lebt heute bei dem inzwischen pensionierten Unteroffizier und seiner Ehefrau in Dresden.

dpa

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