Neuer Lagebericht für Deutschland

RKI meldet deutliche Zunahme der Corona-Fälle nach Reisen - Anteil der Delta-Variante steigt weiter

Laut dem neuen RKI-Lagebericht spielen Corona-Infektionen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, eine zunehmende Rolle in Deutschland.

Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland stiegen zuletzt wieder leicht an. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 2454 Neuinfektionen mit dem Coronavirus* innerhalb eines Tages gemeldet. Das geht aus den Zahlen vom Freitagmorgen (29. Juli) hervor. Das sind 365 neue Fälle mehr als noch am selben Tag der Vorwoche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 16,5 (Vortag: 16,0). Ansteckungen auf Reisen spielen dabei laut RKI eine immer größere Rolle.

Corona in Deutschland: Zunehmend Fälle nach Reisen gemeldet

In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend (29. Juli) insgesamt 3662 Fälle in Deutschland gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden die beliebten Urlaubsländer Spanien, Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet worden, hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste.

Um eine Ausbreitung des Coronavirus* durch heimkommende Sommerurlauber zu bremsen, werden in Deutschland neue Regeln für die Einreise eingeführt. Die Bundesregierung hat eine Testpflicht für Reiserückkehrer beschlossen. Schon ab diesem Sonntag (1. August) müssen sich Urlauber auf die neue Regelung einstellen.

Corona-Infektionen auf Reisen spielen laut RKI eine immer größere Rolle in Deutschland. (Symbolbild)

Großteil der Infektionen weiterhin innerhalb Deutschlands - Anteil der Delta-Variante über 90 Prozent

Das RKI stellte in seinem Lagebericht allerdings klar, dass der überwiegende Anteil der Corona-Infektionen* weiterhin innerhalb Deutschlands stattfinde. Das Institut spricht dabei von mindestens 81 Prozent. Zudem liegen demnach Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland bei weitem nicht bei jedem Corona-Fall vor.

Laut dem Bericht sind in Deutschland und Europa weiterhin die als besorgniserregend eingestuften Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden. Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen und beträgt demnach mittlerweile 91 Prozent.

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz vor allem bei Jüngeren angestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz* in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 verzeichnet. Insbesondere die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote deutlich höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem Anstieg verschont geblieben. Aufgrund der noch niedrigen Inzidenzen könnten Gesundheitsämter derzeit viele Infektionsketten nachvollziehen, teilte das RKI zudem mit.

Laut RKI setzt sich der Rückgang der Zahl von Krankenhaus- und Intensivstation-Fällen mit Covid-19 leider nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. „Insgesamt liegen die Werte zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau“, erklärte das RKI weiter. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt

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