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Mediziner resigniert: Dritte Corona-Welle in Deutschland - „Jeder weiß, was jetzt passiert“

Die Coronavirus-Lage bleibt in Deutschland dynamisch. Die aktuellen Corona-Fallzahlen sind nach den Osterfeiertagen gesunken. Das Robert-Koch-Institut geht allerdings von weniger Tests aus. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona*-Fallzahlen sind im Vergleich zur Vorwoche gesunken (Update vom 7. April, 6.24 Uhr).
  • Eine Studie zeigt nun schwerwiegende Folgen nach einer Corona-Erkrankung (siehe Update vom 7. April, 13 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 7. April finden Sie hier.

Update vom 7. April, 15.35 Uhr: Eine ausgefallene Lieferung bremst in Rheinland-Pfalz erneut das Impftempo. Am Dienstag seien rund 10. 000 fest zugesagte Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nicht geliefert worden, sagte Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm am Mittwoch in Mainz. Die Gründe dafür seien unklar. Zudem gebe es Hinweise, dass Ende April eine Lieferung von Moderna ausfallen könne. Der Bund habe zugesagt, dass künftig jede Woche mit 110. 000 Impfstoff-Dosen zu rechnen sei, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler

Corona in Deutschland: Intensivbetten-Belegung steigt weiter an

Update vom 7. April, 14:15 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen täglich an, immer mehr Menschen sind auf eine Behandlung im Krankenhaus angewiesen. Wegen der wachsenden Anzahl von Corona-Intensivpatienten müssen erste Kliniken im Südwesten wieder geplante Operationen verschieben. Das berichtete der Koordinator der intensivmedizinischen Versorgung von Corona-Patienten in Baden-Württemberg, Götz Geldner. Die Zahl der Corona-Patienten sei im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent gestiegen, sagte der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken am Mittwoch.

Landesweit sei bereits ein Drittel der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. „Wenn die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt, haben wir in ein bis zwei Wochen ein Problem“, sagte Geldner. Sobald die Belegung in Richtung der 40 Prozent gehe, müssten in größerem Maße Operationen verschoben werden. Seit Mitte März steigt die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung im Südwesten stark an. Lag sie am 10. März noch bei 236, wurden am Dienstag bereits 648 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt, wie aus den Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht. Seit wenigen Tagen übersteigt zudem die Zahl der Kliniken, die ihren Betrieb als eingeschränkt bezeichnen, die der Kliniken mit regulärem Betrieb.

Mit Blick auf mögliche Maßnahmen zeigte sich der Intensivmediziner resigniert. „Was soll anders sein, als in der Welle davor? Jeder weiß, was jetzt passiert.“ Politiker und Bürger trügen nun gleichermaßen Verantwortung. Es fehle weiter ein Konzept, um der Pandemie Herr zu werden. Das jetzige Vorgehen nannte Geldner ziel- und planlos. „Wir versuchen, das beste daraus zu machen.“

Ein weiteres Problem verschärft aktuell die Situation in den Kliniken, viele Intensivbetten sind „gesperrt“.

Corona in Deutschland: Virus sorgt auch für andere gesundheitliche Probleme

Update vom 7. April, 13 Uhr: Das Coronavirus sorgt nicht nur in einigen Fällen für körperliche grippeähnliche Symptome, viele der Patienten haben auch mit anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Eine britische Studie im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ fand ein um 44 Prozent höheres Risiko für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe. Corona-Patienten haben demnach häufiger neurologische oder psychische Probleme als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen“, teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar. Insgesamt litt etwa ein Drittel der erfassten Patienten innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Covid-19-Diagnose an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung. Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236 000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden.

Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen bei 17 Prozent und Stimmungsstörungen bei 14 Prozent aller analysierten Menschen. Sie litten zudem an Schlaflosigkeit (5 Prozent), Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel (2,1) und Hirnblutungen (0,6). Die beteiligten Wissenschaftler weisen auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin, um die genauen Ursachen herauszufinden und Folgeschäden zu verhindern oder zu behandeln.

Corona in Deutschland: NRW verschärft Notbremse-Regeln

Update vom 7. April, 11 Uhr: Die Corona-Notbremse soll das Infektionsgeschehen in Deutschland eindämmen, doch viele Städte und Landkreise halten sich nicht ganz konsequent an ihre Umsetzung. Ab einem Inzidenzwert von über 100 an drei aufeinander folgenden Tagen soll die Notbremse in Kraft treten und mit strengen Maßnahmen für eine Eindämmung des Infektionsgeschehens sorgen. In NRW soll die Notbremse nun jedoch auch nach dem Sinken der Zahlen nicht sofort gelockert werden.

Wie das NRW-Gesundheitsministerium am Mittwoch erklärt, sollen Kommunen, die den kritischen Inzidenzwert von 100 wieder unterschritten haben, zukünftig länger auf die Lockerung der Maßnahmen verzichten. Bislang musste der Wert an stabilen drei Tagen aufeinander niedriger als 100 sein, nun müssen Kommunen den Wert der vergangenen sieben Tage betrachten. Erst wenn die Kommune an sieben aufeinander folgenden Tagen Werte unter dem Inzidenzwert 100 verzeichnet, könne die Notbremse gelockert werden.

Wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann weiter erklärt, sei ein „Hin und Her“ nicht förderlich für die Bewältigung der Pandemie. Aufgrund der noch immer anhaltenden dritten Welle sei weiterhin Vorsicht geboten.

Corona in Deutschland: Erneut Rückschlag beim Impfen

Update vom 7. April, 7.37 Uhr: Beim Impfen muss Deutschland einen neuen herben Rückschlag verkraften. Eine große Lieferung des Moderna Corona-Impfstoff ist geplatzt, berichten Medien. Vergangene Woche hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen, dass Astrazeneca-Impflinge unter 60 Jahren, bei der zweiten Corona-Impfung auf einen anderen Impfstoff umsteigen sollen. An diesem Mittwoch will Gesundheitsminister Jens Spahn sich mit den Gesundheitsminister:innen der Länder über die Umsetzung beraten.

Corona in Deutschland: RKI meldet weiter niedrigere Infektionszahlen

Update vom 7. April, 6.11 Uhr: Die Osterfeiertage sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) auch am Mittwochfrüh weiterhin bei der „Interpretation der Fallzahlen zu beachten“. Das RKI geht davon aus, dass über Ostern weniger Tests durchgeführt wurden. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 9.677 Corona-Neuinfektionen und 298 weitere Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 110 (Vortag: 123,0).

Der bundesweite 7-Tage-R-Wert schätzt das RKI laut dem aktuellen Lagebericht auf 0,81 (Vortag: 0,90). 100 Infizierte rechnerisch 81 weitere Menschen anstecken. Eine Absenkung des R-Werts könne auch mit den Osterfeiertagen zusammenhängen, schreibt das RKI. „Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden.“

7. April - Mittwoch31. März Mittwoch
Corona-Neuinfektionen in Deutschland9.677 Corona-Neuinfektionen17.051 Corona-Neuinfektionen
Todesfälle in Verbindung mit Covid-19298 Todesfälle249 Todesfälle

Corona in Deutschland: Gericht kippt Ausgangssperre in Großstadt

Update vom 6. April, 20.24 Uhr: Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat erhebliche Zweifel an dem Mittel der Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Corona geäußert. Das OVG bestätigte am Dienstag eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover. Dieses hatte erklärt, dass die angeordnete Ausgangsbeschränkung in der Region Hannover im Einzelfall voraussichtlich rechtswidrig ist.

Per Eilbeschluss wurde der Einwand der Region Hannover gegen den Beschluss vom 2. April zurückgewiesen, wie das OVG in Lüneburg mitteilte. Die Ausgangsbeschränkung sei keine notwendige Schutzmaßnahme, da sie gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoße. Die Region Hannover hob daraufhin am Abend die entsprechende Allgemeinverfügung mit sofortiger Wirkung auf. Zuvor war dort das Verlassen von Wohnungen und Häusern zwischen 22.00 und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund erlaubt.

Corona in Deutschland: Tübinger Modellprojekt wird verlängert

Update vom 6. April, 19.04 Uhr: Das Tübinger Corona-Modellprojekt* „Öffnen mit Sicherheit“ darf trotz steigender Infektionszahlen vorerst weitergehen - jedoch nur mit weiteren Anpassungen. Darauf haben sich das Gesundheitsministerium, das Landesgesundheitsamt sowie die Stadt Tübingen und das örtliche Gesundheitsamt bei einem Gespräch am Dienstag geeinigt.

Wenn sich der Anstieg der Fallzahlen in Tübingen trotz der nun vorgesehenen Maßnahmen wieder fortsetze und das Infektionsgeschehen zu- statt abnehmen sollte, müsse weiter gegengesteuert oder im Zweifel doch eine Unterbrechung des Projekts erfolgen, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha im Anschluss an das Gespräch.

Coronavirus in Deutschland: Inzidenz in Modellstadt Tübingen zuletzt angestiegen

Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen* teilte zu der Entscheidung mit, man werde mehr testen und mehr kontrollieren, damit der Einzelhandel und die Kultur in Tübingen weiterhin geöffnet bleiben könne, ohne dass die Stadt überfüllt sei. Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört, dass die Außengastronomie in Tübingen schließen muss. Zudem gibt es keine Tagestickets für Auswärtige mehr. Für Kitas und die Notbetreuung an Schulen in Tübingen werde zudem ein wöchentlicher Schnelltests für Kinder verpflichtend. Für alle Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gilt ab kommenden Montag eine Testpflicht. Die Mitarbeiter der Betriebe müssen künftig zweimal wöchentlich einen Schnelltest machen. Die Tests können demnach bei der Stadt erworben werden. Zudem wird die Zone für das Alkoholverbot ausgeweitet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz* in Tübingen war zuletzt stark gestiegen und betrug am Dienstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums 73,2 und im Landkreis 99,3. Am Vortag hatten die Werte noch bei 82,0 in Tübingen und bei 108,9 im Kreis gelegen. In Tübingen läuft derzeit ein Pilotprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An neun Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen. Das Modellprojekt wurde zuletzt bis zum 18. April verlängert.

Corona in Deutschland: Deutsche Impf-Zentren schließen aus Mangel an Impfstoffen

Update vom 6. April, 14.15 Uhr: Die Impf-Kampagne in Deutschland startete schleppend und wurde vor allem durch Schlagzeilen rund um den Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca erschüttert. Nun gibt es einen erneuten Rückschlag, denn erste Impfzentren müssen sogar wieder schließen. Der Grund: Mangel an Corona-Impfstoffen. Aus diesem Grund werden nun zwei von sechs Impfzentren in Berlin kurzfristig geschlossen.

In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe werde der Betrieb noch am Dienstag eingestellt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Senatskreisen. In beiden Zentren wurde zuletzt der Impfstoff des Herstellers Biontech verabreicht.

Corona in Deutschland: Lauterbach fordert eneut harten Lockdown

Update vom 6. April, 13.15 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter an, die Forderungen nach einem harten Lockdown werden immer lauter. Trotz aller Warnungen öffnete Deutschland im März das Land durch erste vorsichtige Öffnungsschritte. Öffnungen sind jedoch aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein falsches Signal angesichts der weiter stark grassierenden Coronavirus-Pandemie. Nötig sei vielmehr ein „harter Lockdown“ mit verschärften staatlichen Beschränkungen, sagte er am Dienstag im RTL/ntv-„Frühstart“.

„Ein Lockdown, der jetzt beginnt, ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig in Modellprojekten gelockert wird.“ Zu einem harten Lockdown gehören aus seiner Sicht Ausgangsbeschränkungen, aber auch eine Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben. Lockerungen sollten, jedenfalls wenn es nach dem Experten geht, erst in Kraft treten, wenn die Zahlen nachweislich sinken.

Zum Start der Impfkampagne in den Hausarztpraxen sagte Lauterbach: „Das wird den Weg aus der dritten Welle nicht wirklich beschleunigen, denn dafür haben wir nicht genügend Impfstoff.“ Wie Lauterbach in dem Gespräch weiter erklärt, würde er selbst bundeseinheitliche Corona-Regeln befürworten. Doch für ein Gesetzgebungsverfahren fehle angesichts der Infektionslage die Zeit. „Wir müssen uns jetzt aber nicht damit beschäftigen, wie Politik zu funktionieren hat, sondern wir müssen einfach Politik machen.“

Corona in Deutschland: Landkreis Böblingen will Hunderte Kinder testen

Update vom 6. April, 11.15 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Deutschland und der Welt weiter aus, eine große Rolle nehmen in der aktuellen dritten Welle nun auch immer häufiger Kinder und Jugendliche ein. Der Landkreis Böblingen möchte im Kampf gegen die Pandemie nun auch bei den Kleinsten weitere Schritte machen, in den kommenden drei Wochen werden Hunderte Kinder regelmäßig getestet.

An dem Modellversuch nehmen seit Dienstag 26 Kitas teil, in denen 1500 Kinder auf verschiedene Weise getestet werden sollen. Dies sei bislang weder auf Bundes- noch auf Landesebene vorgesehen, während die Kommunen bei den Schulen gut aufgestellt seien, sagte Landrat Roland Bernhard. „Bis zu einer entsprechenden Regelung seitens Bund oder Land wollen wir modellhaft ausprobieren, wie und mit welchen Ergebnissen Testungen im Kita-Bereich möglich wären.“

Ähnlich wie in den Schulen sollen Kinder im Landkreis zwei Mal in der Woche getestet werden, bevor sie die Kitas betreten. Dabei werden sowohl Spuck- und Lutschtests als auch Tests mit Nasenproben verwendet, sagte eine Sprecherin des Kreises am Dienstag nach dem Auftakt. Nach Ablauf des Projekts sollen die Erfahrungen ausgewertet und entschieden werden, wie sich ein Modell auf Kreisebene weiter finanzieren lassen könnte. „Das Land ist nicht eingestiegen bislang“, sagte die Sprecherin. „Der dreiwöchige Modellversuch kostet deshalb den Landkreis rund 40 000 Euro.“

Pünktlich zum Impfstart der Hausärzte - RKI-Dashboard zeigt völlig veraltete Zahlen

Update vom 6. April, 8.22 Uhr: In dieser Woche wollen bundesweit 35.000 Hausärzte mit den Corona-Impfungen loslegen. Einige Praxen starten bereits an diesem Dienstag, andere warten noch auf Impfstoff. Bisher lief die Impfkampagne in Deutschland vor allem in den 430 Impfzentren ab. Einen Impftermin müssen Impfwillige jetzt beim Hausarzt vereinbaren, berichtet Merkur.de*.

Wie viele Menschen in Deutschland bisher geimpft sind, ist derzeit unklar. Das offizielle Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums zeigt den „aktuellen Impfstatus“ von Freitag (2. April) an - Stand Dienstagfrüh 8.32 Uhr.

Update vom 6. April, 6.09 Uhr: Die Corona-Fallzahlen über die Osterfeiertage sind offenbar noch nicht ganz auf dem neuesten Stand. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat einen Hinweis auf seinem Covid-19-Dashboard dazu veröffentlicht:

„Rund um die Osterfeiertage ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“

Laut RKI-Daten wurden 6.885 Corona-Neuinfektionen und 90 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt Dienstagfrüh bei 123,0 (Vortag: 128,0). Der 7-Tage-R-Wert schätzt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht von Montagabend auf 0,90. Der Wert liegt unter der kritischen Marke von 1 und spiegelt das Infektionsgeschehen von 8 bis 16 Tagen wider.

Update vom 5. April, 22.10 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet fordert in der Coronavirus-Pandemie einen Brücken-Lockdown für Deutschland*. Welche Maßnahmen dieser vorsieht - und was das für erhoffte Lockerungen bedeuten würde (siehe Link).

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Wie viele Geimpfte? Über Ostern kein Überblick

Update vom 5. April, 17.35 Uhr: In der Coronavirus-Pandemie in Deutschland sollen möglichst verständliche Hilfsmittel unterstützen, die Lage und etwaige Fortschritte begreifbar zu machen.

Ein solches Hilfsmittel ist das Impfdashboard des Bundesministeriums für Gesundheit, das Ressortleiter Jens Spahn (CDU) untersteht. Die Corona-Impfungen in der Bundesrepublik werden auf diesem veranschaulicht. Doch statt der zuvor diskutierten „Oster-Ruhe“ ist es über die Feiertage ganz schön ruhig auf dem digitalen Impfdashboard geblieben. Wie viele Menschen wurden über Ostern geimpft? Wie war der Stand am Montag, 5. April?

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Impfdashboard wird über Ostern nicht aktualisiert

Bis am frühen Montagabend, Stand 17.30 Uhr, ging man dieser Frage vergeblich nach. Denn: Die letzte Aktualisierung datierte zu diesem Zeitpunkt zum 3. April, 9.10 Uhr, und zeigte die Daten von Karfreitag (2. April). Mindestens zweieinhalb Tage lang passierte auf dem Impfdashboard demnach nichts. Und das, obwohl viele Bürger gerade beim Blick auf die Impfzahlen Motivation und Hoffnung schöpfen.

Was lief da (schon wieder) schief? Wer und warum wurde nicht zeitnahe gemeldet? In der Corona-Krise ist es nicht unüblich, dass der Impf-Überblick erst werktags wieder angepasst wird. Doch offenbar gilt die Zeitverzögerung auch für Feiertage. Hilfreich? Oder eher verwirrend? Markant: Minister Spahn hatte das Tool in den vergangenen Wochen immer wieder als Beleg herangezogen, um auf angebliche Fortschritte in der Impfkampagne hinzuweisen, während Deutschland anderen Staaten bei den Impfungen hoffnungslos hinterherhinkt.

Nicht aktualisiert: Das Impfdashboard zu den Corona-Impfungen am Ostermontag, Stand 17.30 Uhr.

Update vom 5. April, 17.10 Uhr: Oft gingen die Blicke in der Coronavirus-Pandemie nach Tirol. In dem österreichischen Bundesland sorgt nun ein Gottesdienst nahe der deutschen Grenze für Aufsehen. Konkret: Weil eine mit Corona infizierte Person war bei einer Ostermesse - es folgte ein großangelegter Aufruf.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Verstoß gegen Corona-Regeln endet in schlimmem Sturz

Update vom 5. April, 15.32 Uhr: Um einer Corona-Strafe zu entgehen, ist ein junger Mann in Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen von einem Balkon im vierten Stock gestürzt. Er erlitt schwere Verletzungen, wie die Polizei Oberbergischer Kreis am Montag mitteilte. Der 22-Jährige gehörte zu einer Gruppe von vier jungen Männern, die sich am Freitagabend in einer Wohnung getroffen hatten, um gemeinsam zu feiern. Nachdem ein Nachbar die Polizei gerufen hatte, versteckten sich zwei der Männer beim Klingeln der Beamten auf dem Balkon.

Während die Polizisten in der Wohnung mit den beiden verbliebenen Männern sprachen, stürzte der 22-Jährige in die Tiefe - vermutlich beim Versuch, auf einen benachbarten Balkon zu klettern. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Corona: Laschet dringt auf neuen „Brücken-Lockdown“

Update vom 5. April, 14.30 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigt drei Millionen Impfdosen für den April in seinem Bundesland an. „Das Tempo wird beschleunigt“, betont der NRW-Chef bei einem Besuch in einem Impfzentrum in Aachen. Vor Beginn der Sommerferien werden mindestens die Hälfte der Deutschen einmal geimpft sein.

„Wir brauchen einen Brücken-Lockdown“

NRW-Ministerpräsident Laschet beim Besuch des Impfzentrums in Aachen

„Bis Ende des Sommers wird jede Deutsche und Deutscher ein Impfangebot bekommen“, betont Laschet. Der NRW-Ministerpräsident versucht Optimismus zu verbreiten. Aber: „Bis dahin brauchen wir einen Brücken-Lockdown“, fordert der NRW-Ministerpräsident. Es müsse in vielen Bereichen Richtung Lockdown nachgelegt werden. Ausgangssperren seien beispielsweise ein effektives Mittel, flächendeckende Tests für Kitas und Schulden sowie eine Homeoffice-Offensive in den nächsten zwei bis drei Wochen.

Der für den 12. März geplante Corona-Gipfel müsse noch diese Woche vorgezogen werden und in Präsenz stattfinden, so Laschet.

In NRW liegt die Inzidenz bei 123,9. Dieser Wert und die Zahlen seien nur bedingt Aussagekräftig, es werde Meldeverzögerungen geben. Der Indikator der Covid-Patienten, die intensivmedizinische behandelt werden müssen, sei jedoch reell. „Diese Menschen liegen auf einer Intensivstation.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hofft auf den Sommer: „Ende Juni werden wir in eine andere Phase kommen.“

Corona in Deutschland: Modellversuch in Tübingen weiter auf der Kippe

Update vom 5. April, 13.48 Uhr: In Tübingen (Baden-Württemberg) geht es nach den Osterfeiertagen mit dem Corona-Modellversuch am Dienstag (6. April) weiter. Allerdings gibt es weiter keine Tagestickets für auswärtige Gäste.

Über eine weitere Verlängerung von „Öffnen mit Sicherheit“ entscheide dann die Landesregierung, hieß es von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). In der Stadt Tübingen liegt die Wochen-Inzidenz bei 89, im Landkreis Tübingen bei 118,5. Zum Vergleich: Am 18. März betrug die 7-Tage-Inzidenz in der Universitätsstadt noch 19,7. Seitdem steigen die Corona-Fallzahlen, wie Merkur.de* berichtet

Spahn: „Impfen verhindert nicht die dritte Welle“

Update vom 5. April, 12.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor anhaltender Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus. „Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst“, sagte der CDU-Politiker in Berlin während eines Besuches im Impfzentrum Messe. Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA zeigte, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien. 

Die Situation auf den Intensivstationen und in den Kliniken* angesichts steigender Auslastungszahlen nennt Spahn besorgniserregend. „Wir müssen diese dritte Welle miteinander brechen und Kontakte reduzieren“, sagte er. „Vor allem im privaten Bereich, in den Schulen, auf Arbeit, wo es eben geht.“ Der Minister appelliert an die Länder die Notbremse konsequent anzuwenden, um die Zahlen runterzubringen.

Spahn rechnet außerdem damit, dass bis Ende April 20 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfdosis erhalten haben werden. Im ersten Quartal seien aufgrund der Impfstoff-Knappheit lediglich etwa zehn Prozent der Deutschen geimpft worden, „wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können“, sagte Spahn am Montag beim Besuch eines Impfzentrums in Berlin.

Spahn betonte, die Impfkampagne werde „im zweiten Quartal immer mehr an Geschwindigkeit gewinnen“

Corona-Hotspot in Deutschland: Die Stadt Hof (Bayern) hat derzeit mit 469,2 die höchste Inzidenz.

Corona in Deutschland: Briten-Mutante bei fast 90 Prozent - Schlimmster Hotspot liegt nun in Bayern

Erstmeldung vom 5. April: Berlin/München - Deutschlands Corona-Hotspot liegt momentan in Bayern: Hof weist eine 7-Tage-Inzidenz von 469,2 auf (Stand 5. Apri). Mit diesem Wert gilt die bayerische Stadt als neuer Spitzenreiter bei Corona-Neuinfektionen. Greiz (Thüringen) liegt mit 429,2 an zweiter Stelle. Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

In Bayern gesamt liegt die 7-Tage-Inzidenz momentan bei 132,2 und in Thüringen mit 227,8 deutschlandweit am höchsten (siehe Liste unten).

Corona-Hotspots in Deutschland laut RKI (Datenstand: 5. April, 3.09 Uhr)

  • SK Hof - 469,2 (Vortag: 469,2) - binnen 24 Stunden 12 Neuinfektionen
  • LK Greiz - 429,2 (Vortag: 481,5) - binnen 24 Stunden 45 Neuinfektionen
  • SK Gera - 344,7 (Vortag: 345,8) - keine neuen Corona-Fälle laut RKI gemeldet.

Corona-Lage in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet am Ostermontag 8.497 Corona-Neuinfektionen. Das sind 1.375 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche. Zudem starben binnen eines Tages 50 weitere Menschen an oder mit einer Corona-Infektion*. Allerdings sind die Corona-Fallzahlen an den Osterfeiertagen weniger aussagekräftig. Darauf weist das RKI ausdrücklich hin. Es würden weniger Tests durchgeführt und gemeldet, weniger Menschen suchten einen Arzt auf.

Es kann also in den nächsten Tagen noch Nachmeldungen und Korrekturen geben. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 128,0. Dieser Wert könnte nach Ansicht der RKI-Experten nach den Osterfeiertagen explodieren*, berichtet Merkur.de*. Die erstmals in Großbritannien entdeckte Corona-Mutation B.1.1.7 hat inzwischen in Deutschland einen Anteil von 88 Prozent. „Das ist besorgniserregend, weil B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender als andere Varianten ist.“

7-Tage-Inzidenz in ausgewählten Bundesländern

  • Thüringen: 227,8
  • Sachsen: 189,7
  • Sachsen-Anhalt: 159,5
  • Schleswig-Holstein: 67,7

Corona in Deutschland: Mehr als 4.000 Intensivpatienten

In Deutschland liegen mehr als 4.000 Corona-Patienten auf der Intensivstation. Erstmals wieder seit Anfang Februar. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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