Massentest

Corona-Tests in Hochhauskomplex: Fünf Bewohner infiziert

Zwei Familien haben trotz Corona-Infektionen ihre Quarantäne in dem Komplex verlassen. Foto: Marius Becker/dpa
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Zwei Familien haben trotz Corona-Infektionen ihre Quarantäne in dem Komplex verlassen. Foto: Marius Becker/dpa

Die Ergebnisse sind da, aber der Alltag geht noch nicht wieder richtig los in den Hochhäusern mit mehreren infizierten Bewohnern in Nordrhein-Westfalen. Das Gesundheitsamt musste noch die Kontaktpersonen dieser Virus-Träger ermitteln.

Grevenbroich (dpa) - Bei dem Massentest auf das Coronavirus in einem vorübergehend abgeriegelten Hochhauskomplex in Nordrhein-Westfalen sind fünf infizierte Bewohner festgestellt worden.

"Alle anderen Testergebnisse sind negativ", teilte der Rhein-Kreis Neuss am Dienstag mit. Insgesamt waren am Sonntag 377 Bewohner der Wohnanlage in Grevenbroich getestet worden. Die Stadt hob die Quarantäne für den gesamten Hochhauskomplex am Dienstagabend wieder auf. Die spektakuläre Aktion war nötig geworden, weil zwei Familien mit acht infizierten Mitgliedern sich nicht an die Quarantänebestimmungen gehalten und weiter Kontakt mit den Nachbarn hatten.

Bei den fünf positiv Getesteten handelt es sich nach Angaben des Kreises um eine Einzelperson sowie um vier weitere Infizierte aus drei Familien. Sie hätten Kontakt zu zwölf weiteren Personen gehabt. Für sie alle gelte nun eine 14-tägige Quarantäne, teilte die Stadt Grevenbroich mit.

Seit dem Massentest am Sonntag hatten die Behörden die Gebäude abgeriegelt. Ein Sicherheitsdienst überwachte, dass keiner das eingezäunte Gelände verließ oder hineinging. Bewohner, die nicht getestet werden wollten, müssen ebenfalls 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Einer der Bewohner äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Die Maßnahme war notwendig und richtig!" Der 49-Jährige sagte weiter: "Es ist wichtig, Gewissheit zu haben, ob man sich angesteckt hat oder nicht." Der Frührentner warf den Behörden Versäumnisse vor, da es sich bei dem Hochhauskomplex um einen sozialen Brennpunkt mit vielen unterschiedlichen Familien handele. "Man hätte nicht davon ausgehen sollen, dass sich alle an Regeln halten. Es hätte ein Betreuungskonzept geben müssen."

Laut "Neuss-Grevenbroicher Zeitung" schilderten andere Mieter, dass die Hausverwaltung in dem Hochhauskomplex zwar Hinweise auf Hygiene- und Abstandsregeln ausgehängt habe - dies aber nur in deutscher Sprache. In den "Wabenhäusern" lebten aber Menschen aus zwei Dutzend Nationen, so die Zeitung.

Im Fall eines Mannes, der am Montag in dem besagten Hochhauskomplex tot in seiner Wohnung gefunden worden war, wird es laut Polizei keine weiteren Ermittlungen geben: Es gebe in dem Fall keinen Hinweis auf eine Straftat. Der 58-jährige Wohnungsinhaber sei wohl am Wochenende gestorben. Eine Obduktion werde es nicht geben.

Die Polizei war am Montag alarmiert worden, weil der Bewohner nicht ans Telefon gegangen war - obwohl er im Zuge der Quarantäne hätte zu Hause sein müssen. Die Einsatzkräfte hatten den Mann dann tot in seiner Wohnung entdeckt.

In Siegen - ebenfalls in Nordrhein-Westfalen - wurden am Dienstag alle Studenten in einem Wohnheim für 300 Bewohner auf das Coronavirus getestet. Zuvor waren sieben Mitbewohner positiv getestet worden. 159 Studenten hätten sich freiwillig einen Abstrich für den Test nehmen lassen, teilte der Kreis Siegen-Wittgenstein mit. Mit den Ergebnissen wird am Freitag gerechnet. Es gehe darum, einen Corona-Hotspot in dem Studentenheim zu vermeiden, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Christoph Grabe.

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