News-Ticker zum Covid-19-Hotspot

Corona in Sachsen: Kretschmer verteidigt neue Bewegungseinschränkungen - Mutation jetzt auch im Freistaat

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht in der Staatskanzlei nach einer Bund-Länder-Schalte der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten zu den Corona-Maßnahmen.
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erachtet die Bewegungseinschränkungen als unumgänglich.

Sachsen ist in der Coronavirus-Pandemie Deutschlands Sorgenkind. Die Covid-19-Fallzahlen sind hoch, die Corona-Regeln knallhart. Der News-Ticker.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Wir bedanken uns fürs Mitlesen. +++

Update vom 8. Januar, 6.22 Uhr: In Sachsen wurde die neue Variante des Coronavirus nachgewiesen. Das Gesundheitsministerium in Dresden teilte am Donnerstag mit, dass die Mutation bei einer Person aus Dresden nachgewiesen wurde, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. Die Variante ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Corona in Sachsen: Kretschmer rechtfertigt Bewegungseinschränkungen

Update vom 6. Januar, 9.05 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die am Dienstagabend von Bund und Ländern beschlossenen Bewegungseinschränkungen für Corona-Hotspots als unumgänglich gerechtfertigt. Man brauche „eine solche Regelung, wenn man tatsächlich Mobilität einschränken muss“, sagte Kretschmer am Mittwoch im MDR. Man könne in der aktuellen Lage keine Ballungen gebrauchen und die Menschen sollten möglichst nicht unterwegs sein.

„Damit können wir diesen Phänomenen begegnen, dass alle zur gleichen Zeit unbedingt in die Sächsische Schweiz oder auf den Fichtelberg fahren wollen“, erklärte Kretschmer. Einen kompletten Lockdown auch für Betriebe lehnte der Ministerpräsident jedoch ab. „Die Vorstellung, dass wir die gesamte Realwirtschaft nach unten fahren, ist eine Horrorvision“, sagte er dem MDR. Es müsse darum gehen, einen Mittelweg zu finden. Wichtig sei jedoch, mit den Neuinfektionen schneller nach unten zu kommen, damit der aktuelle Lockdown nicht bis in den März oder April hinein fortgeführt werden müsse.

Sachsen ist weiterhin der Corona-Hotspot in Deutschland*. Am Mittwochmorgen lag die 7-Tage-Inzidenz für das Bundesland bei 262,1 - Höchstwert in der Bundesrepublik. Zahlreiche Landkreise überschreiten den Inzidenzwert von 200 und sind von den neuen Bewegungseinschränkungen betroffen.

Corona in Sachsen: Hausarzt kritisiert Organisation bei Impfungen scharf

Update vom 5. Januar, 18.30 Uhr: Ein Hausarzt aus Sachsen hat die Organisation der Impfungen gegen das Coronavirus jetzt scharf kritisiert und gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen die Politik erhoben.

„Das jetzige System ist nicht effizient. Seit Wochen bemühen wir Hausärzte uns bis hinauf ins Sozialministerium, am Corona-Impfsystem beteiligt zu werden. Denn wir sind bestens ausgerüstet, haben die Erfahrung und uns vertrauen Millionen Patienten“, sagte Allgemeinmedizin-Facharzt Dr. med. Klaus Lorenzen der Bild und erklärte: „Doch wir finden kein Gehör.“

Coronavirus-Pandemie in Sachsen: Lage in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen ist ernst

Erstmeldung vom 5. Januar: München/Dresden - Zahlen, Daten und Statistiken sprechen weiter eine klare Sprache: Die Lage in den Krankenhäusern des Coronavirus*-Hotspots Sachsen ist ernst, sehr ernst.

Laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und des Robert-Koch-Instituts (RKI) waren Stand Dienstagnachmittag, 5. Januar, noch 17,7 Prozent aller Intensivbetten im Freistaat verfügbar.

Coronavirus-Pandemie in Sachsen: Viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen

Zur gleichen Zeit lag der Anteil der Covid-19*-Patienten an den Intensivbetten bei 36,7 Prozent. Zwischenzeitlich waren die Kapazitäten - auch mit Blick auf das Personal - aber derart knapp, dass schwererkrankte Corona-Patienten aus Sachsen kurz vor Weihnachten ausgeflogen werden mussten. Von diesen Fällen berichtet nun die Leipziger Volkszeitung.

Belegte Intensivbetten in Sachsen:1.218
Freie Intensivbetten in Sachsen:262
Corona-Patienten auf den Intensivstationen:543
Covid-19-Patienten invasiv beatmet283

Quelle: Intensivregister von DIVI und RKI, Stand 5. Januar, 15.40 Uhr

Und davon, dass einer dieser schwersterkrankten Corona-Patienten jetzt fern der Heimat, in einem Krankenhaus in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) verstorben sei. Sachsen mühte sich zuletzt vergeblich, das Infektionsgeschehen halbwegs in den Griff zu bekommen.

Coronavirus-Pandemie in Sachsen: Vogtlandkreis hat eine 7-Tage-Inzidenz von 801,2

Stand 5. Januar war der Vogtlandkreis mit einer 7-Tage-Inzidenz* von 801,2 mit großem Abstand deutschlandweit trauriger Spitzenreiter in dieser Statistik - vor Meißen (504,2), das ebenfalls in Sachsen liegt.

Laut Erhebungen des Tagesspiegel betrug die 7-Tage-Inzidenz für das gesamte Bundesland Sachsen am selben Tag 357,3. Auch Thüringen, das folgte, lag mit einem Wert von 267,5 deutlich dahinter.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Sachsen hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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