Untersuchung schottischer Forscher

Corona-Studie zeigt, wann Infizierte ganz besonders ansteckend sind - Weiteres Detail überrascht

Das Coronavirus verbreitet sich auf der ganzen Welt weiterhin sehr stark. Infizierte Personen sind hoch ansteckend. In einer Phase der Erkrankung ganz besonders.

  • Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, kann auch andere gefährden.
  • Die Ansteckungsgefahr ist besonders zu Beginn besonders hoch.
  • Eine Studie macht aber Hoffnung.

St. Andrews - Nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus* sind die Krankheitsverläufe unterschiedlich. Bei einigen Patienten treten Symptome* auf. Andere bleiben symptomfrei, aber sind ebenso ansteckend.

Jetzt haben sich schottische Forscher* dem Thema Corona-Ansteckung gewidmet. Sie untersuchten, wann die Ansteckungsgefahr am höchsten ist. Gemeinsam mit ihren Forscher-Kollegen fand Muge Cevik von der University of St. Andrews heraus: In den ersten fünf Tagen nach Auftreten der Symptome haben Corona-Erkrankte die größte Ansteckungsgefahr*.

Coronavirus: Ansteckungsgefahr durch Infizierte in ersten fünf Tagen am höchsten

Während dieses Zeitraums haben die Infizierten die höchste Viruslast. Sie sind dann hochansteckend und sollten auf jeden Fall in die Isolation. „Das stimmt mit Kontaktverfolgungsstudien überein, die darauf hindeuten, dass die meisten viralen Übertragungsereignisse sehr früh auftreten, insbesondere innerhalb der ersten fünf Tage nach Beginn der Symptome“, erklärte Wissenschaftlerin Cevik die Resultate ihrer Studie.

Für ihre Analyse sammelte Cevik mit ihren Kollegen von der University of St. Andrews Daten aus 79 Corona-Studien. Ihr Augenmerk legten die Forscher auf die beiden Schlüsselfaktoren einer Ausbreitung des Coronavirus.

Zum einen die sogenannte Viruslast. Diese zeigt auf, in welchem Maß sich die im Körper befindliche Virusmenge durch die Infektion verändert. Zum anderen die virale RNA-Abgabe. Sie gibt an, wie lange ein Mensch virales genetisches Material ausscheidet.

Mit ihren Untersuchungen gewannen die Forscher aus Großbritannien weitere Erkenntnisse. Demnach bleibt das Coronavirus sehr lange im Körper. So konnte in Atem- und Stuhlproben der Studienteilnehmer selbst nach einigen Wochen noch Erbmaterial des Coronavirus nachgewiesen werden. Besonders lange war dies bei älteren und schwer erkrankten Probanden der Fall.

Video: Corona-Ansteckung im eigenen Haushalt - wie hoch ist das Risiko wirklich?

Corona: Ansteckungsgefahr schwindet offenbar nach neun Tagen

Jedoch scheint die Ansteckungsgefahr nach neun Tagen zu schwinden. In keiner Probe eines Patienten, die mehr als neun Tage nach Symptombeginn genommen wurde, befanden sich infektiöse Viren. Daher ist Wissenschaftlerin Cevik überzeugt: Stetig wiederholte PCR-Tests machen bezüglich einer Ansteckungsgefahr nur bedingt Sinn. So könne ein positiver Test auch bei nicht mehr ansteckenden Patienten auftreten.

Die Gefahr einer Ansteckung anderer Menschen ist unterdessen bei symptomfreien Corona-Infizierten ebenfalls hoch. Sie unterscheiden sich nicht von Personen mit Corona-Symptomen. Dafür lieferte die schottische Studie Anzeichen, dass Corona-Erkrankte ohne Symptome das Virenmaterial schneller wieder los sind. (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © imago images / AFLO

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