Journalist schildert bedrückende Details

Corona: Weltweiter Wettlauf um Impfstoff - Brasilien sendet dramatischen Hilferuf an Merkel

Corona: Der französische Journalist Antoine Izambard deckt in seinem Buch die Methoden der chinesischen Regierung in einem Labor auf. Die Debatte kocht vor allem Donald Trump weiter hoch.

  • Der französische Journalist Antoine Izambard beschreibt in seinem Buch die Intransparenz Chinas.
  • Frankreich hat China beim Aufbau der Forschungslabore geholfen, doch dann kapselten sich die Chinesen ab.
  • China soll demnach nur auf das Know-How aus sein, lässt seine Partner jedoch im Unklaren über seine Absichten.
  • Auch in anderen Ländern breitet sich das Coronavirus* aus.

Update, 16.21 Uhr: Dieser Ticker ist nun beendet. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie lesen Sie in unserem aktuellen News-Ticker.

Update, 12.45 Uhr: Kolumbien hat nun ein drittes Mal die Corona-Ausgangsbeschränkungen verlängert. Die Quarantäne, die zuletzt bis 11. Mai galt, werde bis zum 25. Mai in Kraft bleiben, so Staatspräsident Iván Duque. Aus Rücksicht auf das physische und psychische Wohl dürften Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren vom 11. Mai an aber dreimal die Woche für eine halbe Stunde aus dem Haus.

Zugleich kündigte Duque an, die von der Corona-Krise stark getroffene Wirtschaft stufenweise und unter Einhaltung von Hygienevorschriften weiter zu öffnen. Die Quarantäne in dem südamerikanischen Land trat am 24. März in Kraft. Kolumbien verzeichnete bisher mehr als 8600 gemeldete Covid-19-Fälle, 378 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.

Corona: Weltweiter Wettlauf um Impfstoff - Brasilien sendet dramatischen Hilferuf an Merkel

Update, 6. Mai, 10.15 Uhr: In der Corona-Krise kommt ein Notruf aus Brasilien an Deutschland: Die Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, Manaus, bat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und 20 weitere Staats- und Regierungschefs um dringende Hilfe. Nur mit medizinischer und finanzieller Unterstützung der Weltgemeinschaft könnten „die Leben derjenigen gerettet werden, die den Regenwald schützen“, sagte Bürgermeister Arthur Virgilio in einer Videobotschaft.

Seinen Hilferuf richtete Virgilio unter anderem auch an US-Präsident Donald Trump und den französischen Präsident Emmanuel Macron. Zuvor hatte er bereits die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg* um Unterstützung gebeten.

Im Bundesstaat Amazonas sind nach offiziellen Angaben 649 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Als besonders gefährdet gelten die Ureinwohner in dem Gebiet. Die nur 50 Intensivbetten in der 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt Manaus sind seit Wochen belegt. Auf Friedhöfen wurden bereits Massengräber angelegt.

In Brasilien stieg die Zahl der Corona-Todesopfer auf mehr als 7.900 Personen. Die Zahl der Infizierten liegt bei knapp 115.000 Menschen. Drei Städte im Nordosten des Landes kündigten für diese Woche Kontaktsperren an: Belém, São Luis und Fortaleza.

Corona: Weltweiter Wettlauf um Impfstoff - EU-Diplomat hat dunkle Vorahnung: „Brutaler Nationalismus“

Update vom 5. Mai, 20.49 Uhr: 7,5 Milliarden Euro, vor allem für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus gestellt. Hinter diesen Spendenaufruf der EU-Kommission stellten sich jünst Angela Merkel sowie andere Staats- und Regierungschefs.

Die ausdrückliche Betonung dabei: Es geht nur gemeinsam. Ein möglicher Impfstoff soll zu einem „globalen, öffentlichen Gut“ werden, wie etwa Angela Merkel klar stellte. Doch endet die Verteilung eines Impfstoffs in einem weltweiten Chaos? 

Gegenüber bild.de (Artikel hinter Bezahlschranke) spricht ein nicht namentlich genannter EU-Diplomant von genau diesem  Szenario und befürchtet einen „brutalen Nationalismus in der Gesundheitsversorgung.“ Wie könnte diese Situation aussehen? Dem Vernehmen nach scheinen drei Szenarien denkbar. 

Maßgeblich entscheidend scheint, in welchem Land als erstes ein Impfstoff zugelassen wird. Im Moment befinden sich sechs Impfstoffe in klinischer Prüfung - zwei in China, zwei in den USA, zwei in Europa (einer in Deutschland, einer in Großbritannien). 

  • Szenrario 1 - Erstzulassung in den USA: In der EU soll befürchtet werden, dass die USA und Trump das Medikament für sich beanspruchen werden. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese (54) glaubt, dass US-Präsident Trump nach dem Prinzip „Amerika zuerst“ verfahren wird.. Für diesen Fall brauche die EU neben Dialog „auch einen Plan B.“
  • Szenario 2 - Erstzulassung in China: Auch in diesem Fall wird wohl ein für sich Beanspruchen des Impfstoffs erwartet, wie Liese ausführt:  „Sollte China im Wettlauf um den ersten Impfstoff die Nase vorn haben, steht leider zu befürchten, dass sie den zeitlichen Vorsprung für eigene Interessen nutzen, anstatt ihn, wie es sich in Anbetracht des Ursprungs der Pandemie gehören würde, global verfügbar zu machen.“
  • Szenario 3 - Erstzulassung in Europa: Hier scheint entscheidend, ob die deutschen Forscher in Mainz* oder die britischen in Oxford zunächst Erfolg haben. Es ist zwar nicht gesagt, dass die Briten einen Impfstoff für sich beanspruchen würden, jedoch könnte die Zeit zum Problem werden. In die entscheidende Phase der Impfstoff-Zulassung fällt voraussichtlich das Ende der Übergangsfrist des Brexit*.

    Corona weltweit: lebensbedrohliche Aussichten für Millionen in Afrika

Update vom 5. Mai, 16.20 Uhr: Nach Angaben der UN droht die Corona-Pandemie die Hungerkrise in Westafrika erheblich zu verschärfen. Ohne Hilfe von außen könnte sich die Zahl der Hungernden in der Region in den nächsten sechs Monaten auf 43 Millionen Menschen verdoppeln, warnte Elisabeth Byrs, Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) am Dienstag in Genf. Dies träfe auch Millionen Kinder unter fünf Jahren.

Neben der Atemwegserkrankung Covid-19 gefährden laut der Sprecherin auch Terrorismus, Gewalt, Konflikte und die Erderwärmung die Bevölkerung in der Region. Besonders schlimm sei die Not in Benin, Kamerun, Nigeria, der Zentralafrikanischen Republik und Sahelstaaten wie Burkina Faso. Viele Menschen hätten schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie nicht genügend zu essen gehabt.

Die UN warnt vor einer Verschärfung der Hungerkrise in Afrika durch die Corona-Pandemie. (Symbolbild)

Wegen der Corona-Pandemie verfügten laut WFP auch westafrikanische Staaten Transportbeschränkungen und Grenzschließungen. Dadurch werde die Lieferung von Lebensmitteln und anderen Gütern behindert. Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich laut den UN auch in Afrika schnell aus. Aufgrund eines erheblichen Mangels an Testeinrichtungen sei es nahezu unmöglich, die Lage realistisch zu beschreiben.

Im Falle eines Corona-Lockdowns würde einer Studie zufolge mehr als der Hälfte der Afrikaner zudem das Geld ausgehen. Zudem sagten 70 Prozent der Befragten, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser ein Problem wäre, wenn sie für 14 Tage Zuhause bleiben müssten, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Marktforschungsinstituts Ipsos, der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC und anderer Organisationen zeigte.

Indes ist den USA womöglich ein Druchbruch gelungen. Ein Test zur frühzeitigen Erkennung des Virus soll „absolut ein Gamechanger“ sein.

Update vom 5. Mai, 12 Uhr: Wie ntv.de berichtet, soll Indien am Donnerstag damit beginnen, Hunderttausende im Ausland gestrandete Arbeiter und Studenten zurückzuholen. Ein Sprecher des Verteidigungsministerium sagte demnach, dass drei Marineschiffe auf dem Weg zu den Malediven und den Vereinigten Arabischen Emiraten sei. Auch Flugzeuge sollen bei der Rückholaktion zum Einsatz gebracht werden.

Indien hatte im März eine strickte Ausgangssperre verhängt, alle Flüge aus dem Ausland galten als verboten. Eine Rückkehr blieb damit hunderttausenden indischen Arbeitern als auch Studenten im Ausland verwehrt.

Update vom 4. Mai, 18 Uhr: Gestrandet im Paradies: Zahlreiche Festival-Besucher des Tribal Gathering harrten wegen der Corona-Pandemie teils wochenlang am Traumstrand in Panama * aus, ehe sie nach Ausgangssperre, Quarantäne sowie zähem Hin und Her doch die Heimreise mittels Flügen antreten konnten. 

Update vom 4. Mai, 16.50 Uhr: Die mexikanischen Behörden mussten die offiziele Zahl der Corona- Infektionen* im Land deutlich nach oben korrigieren. 

Bisher rechnete man mit 23.471 Fällen im mittelamerikanischen Land, nun sei laut der Regierung jedoch unter Berufung auf ein epidemiologisches Berechnungsmodell von 128.033 Infektionen auszugehen.

Coronavirus in Mexiko: Behörden korrigieren Fallzahlen - 128.000 Infektionen registriert

Die genutzte Methode sei laut Gesundheitssekretär Hugo Lopez-Gatell „effizient, weil sie die Tatsache berücksichtigt, dass in der Realität nicht alle kleineren Fälle dokumentiert werden“ Er fügte hinzu, dass es eine falsche Annahme wäre, „so zu tun, als könne man die Krankheit auf direktem Wege erfassen“. 

In Mexiko ist das sogenannte Centinela-Überwachungssystem seit 2006 im Einsatz, das sich auf auf zuverlässige Daten aus einem ausgewählten Netzwerk von Einrichtungen und nicht nur auf Berichte über Todesfälle und Klinikaufenthalte, die die ambulanten Fäle nicht erfassen, beruft. 

Der Höhepunkt der Pandemie soll wohl am Mittwoch erreicht werden, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. Einige Krankenhäuser in der Hauptstadt Mexiko-Stadt erreichen bereits ihre Kapazitätsgrenzen. Derzeit gelten bis zum 30. Mai landesweite Einschränkungen. 2100 Patienten verstarben an den Folgen einer Corona-Infektion*.

Update vom 4. Mai, 14.55 Uhr: Nachdem sich gleich 22 Krankenpfleger und Ärzte mit dem Coronavirus* infizierten, muss ein neu errichtetes Klinikum in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka schließen. Das gesamte Personal des katholischen Krankenhausses St. John Vianney steht nun unter Quarantäne, wie die asiatische Presseagentur Ucanews am Montag meldete. 

Coronavirus in Bangladesch: Neu eröffnete Klinik muss schließen - 22 Mitarbeiter infiziert

Erst im November eröffnete das vom Erzbistum Dhaka finanzierte Klinikum, das zur Rosenkranz-Gemeinde im Stadtteil Tejgaon gehört. Die Kirche ist das älteste katholisch-christliche Gotteshaus, die Gemeinde ist mit 15.000 Mitgliedern die größte im Land. Papst Franziskus stattete der bedeutenden Kirche 2017 einen Besuch ab.

Das asiatische Land, das mit zu den ärmsten der Welt zählt, hat wenig finanzielle Mittel, um großflächig zu testen. Bislang wurden in Bangladesch bis Montag (4. Mai) 10.143 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion registriert, 182 Personen starben an der Krankheit Covid-19. Mit 12 Prozent der Infektionsfälle sind besonders Krankenhausmitarbeiter stark betroffen. Der Lockdown wurde kürzlich bis zum 16. Mai verlängert, jedoch stieß die Wiedereröffnung der Texttilfabriken am 26. April auch über Bangladesch hinaus. auf Kritik. Nach China ist Bangladesch weltweit der zweitgrößte Textilproduzent.

Coronavirus in Brasilien: Mehr als 100.000 Infektionen - Bolsonaro verharmlost Virus

Update vom 4. Mai, 7.34 Uhr: Das Coronavirus breitet sich auch in Südamerika immer weiter aus. Nach offiziellen Angaben wurden in Brasilien nun mehr als 100.000 Menschen positiv auf das Virus getestet. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Sonntag bekanntgab, lag die Zahl der Corona-Infizierten bei 10.1147. Mindestens 7025 Menschen sind demnach im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. 

Den Daten der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten zufolge liegt Brasilien nun laut offiziellen Zahlen auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder weltweit. Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte jedoch aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen. Allerdings ist Brasilien mit mehr als 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika.

Am 26. Februar war in Brasilien erstmals in der Region ein Mensch positiv auf das Virus getestet worden. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und Misswirtschaft sind Krankenhäuser und Friedhöfe in verschiedenen Städten und Bundesstaaten inzwischen an ihre Grenzen geraten, das System ist kollabiert. 

Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Coronavirus, hält nichts von Einschränkungen des öffentlichen Lebens und fordert eine Rückkehr zur Normalität. Im Streit über den Umgang mit dem Virus entließ er GesundheitsministerLuiz Henrique Mandetta, der eine strenge Linie vertreten hatte. Bolsonaro missachtet die Abstandsempfehlungen selbst immer wieder.

Coronavirus in Thailand - erste Lockerungen treten in Kraft

Update vom 3. Mai, 15.02 Uhr: Im Zuge von Lockerungen einiger Corona-Auflagen haben in Thailand am Sonntag Restaurants, Märkte, Parks, Sportvereine und einige Geschäfte wieder geöffnet. Gleichzeitig warnte die Regierung vor Nachlässigkeit. „Es gibt keine Maßnahmen der Regierung, die besagen, dass man unachtsam werden sollte“, sagte der Oberbefehlshaber der Armee, General Pornpipat Benyasri, am Sonntag.

Brisanter Bericht der Geheimdienste: China hat den Corona-Ausbruch vertuscht und die ganze Welt belogen

Update vom 3. Mai, 11.54 Uhr: China hat versucht, den Corona-Ausbruch zu vertuschen und damit die ganze Welt belogen. Diese massiven Vorwürfe begründen sich durch ein Dokument führender  Geheimdienste, dass die Verschleierungstaktiken der chinesischen Regierung offenlegte.

Update um 22.56 Uhr: Das islamisch-konservative Königreich Saudi-Arabien will „strenge und schmerzhafte“ Maßnahmen ergreifen, um Haushaltslöcher in Milliardenhöhe infolge der Coronavirus-Pandemie zu stopfen. 

Dies hat der Finanzminister des weltweit größten Öl-Exporteurs, Mohammed al-Dschadan, am Samstag in einem Interview des Fernsehsenders Al-Arabiya angekündigt. „Alle Optionen sind offen. Wir müssen die Ausgaben im Etat senken“, sagte er.

Vor wenigen Tagen hatte sein Ministerium bekannt gegeben, dass wegen gesunkener Ölpreise und der Corona-Krise im Haushalt rund neun Milliarden Dollar fehlen (rund 8,1 Milliarden Euro). In Saudi-Arabien gelten wegen der Pandemie strenge Beschränkungen. Unter anderem sind Pilgerreisen zu den heiligen Stätten des Islam und internationale Flugverbindungen ausgesetzt.

Die Regierung hat bereits ein Maßnahmenpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft angekündigt. Sie versucht seit Jahren, die große Abhängigkeit des Landes vom Ölexport zu reduzieren.

Coronavirus in Tansania: Opposition begibt sich in Isolation - Drei Corona-Tote in der Regierung?

Update um 22.36 Uhr: Die Opposition im Parlament von Tansania bleibt den Sitzungen vorerst fern, nachdem drei Abgeordnete möglicherweise an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sind. Unter den Todesopfern war auch Justizminister Augustine Mahiga. Die Abgeordneten der Chadema-Partei wollen sich nun 14 Tage lang zuhause isolieren, wie sie am Samstag ankündigten. 

Zuvor hatte Parteichef Freeman Mbowe dazu aufgerufen, dem Parlament fernzubleiben und alle Sitzungen bis auf weiteres abzusagen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Ob die drei Politiker Mahiga, Gertrude Rwakatare und Richard Ndassa tatsächlich an Covid-19 gestorben sind, wurde offiziell nicht bestätigt. Die Umstände ihrer Beisetzungen unter strengem Hygieneschutz lassen dies aber vermuten, wie die Opposition meint.

In dem ostafrikanischen Staat am Indischen Ozean mit seinen gut 56 Millionen Einwohnern wurden bislang 480 Coronavirus-Infektionen gezählt und 16 Todesfälle. Präsident John Magufuli hat aus Sicht von Kritikern eher zögerlich auf die Krise reagiert. 

Coronavirus weltweit: 10.000 Häftlinge auf den Philippinen freigelassen

Update um 18.24 Uhr: Die philippinische Justiz hat seit Mitte März fast 10.000 Häftlinge aus den überfüllten Gefängnissen des Landes freigelassen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

Mitglieder einer Jugendgruppe gehen in Star Wars-Kostümen eine Straße entlang. Die Jugendgruppe läuft durch die Straßen, um die Anwohnern zu unterhalten und sie gleichzeitig daran zu erinnern, zu Hause zu bleiben, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Um die vorzeitigen Haftentlassungen zu ermöglichen, seien Verfahrensregeln extra angepasst worden, sagte am Samstag Richter Mario Victor Leonen vom Obersten Gericht des asiatischen Staates mit seinen mehr als 7000 Inseln. Offiziellen Angaben zufolge sind bislang zwei Gefangene an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, 350 wurden positiv auf das Virus getestet. 

Die in New York ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte aber, die Regierung unter Präsident Rodrigo Duterte lege das wahre Ausmaß nicht offen und es gebe eine große Dunkelziffer.

„Die Regierung sollte die schreckliche Lage in ihren Gefängnissen ernst nehmen und die Todesfälle und Infektionen in den Gefängnissen korrekt berichten“, sagte Phil Robertson, Vizedirektor von Human Rights Watch. Landesweit hat das Gesundheitsministerium fast 9000 Ansteckungen und 603 Tote durch das Coronavirus erfasst.

Update vom 2. Mai, 09.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, für den Virusausbruch verantwortlich zu sein. Ihm lägen Beweise vor, demnach das Virus in einem Labor im chinesischen Wuhan ausgebrochen sei. Der deutsche SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach sieht hier keinen Zusammenhang und äußert seine Bedenken hinsichtlich Trumps Theorie in einem Interview gegenüber focus.de.

Coronavirus in China: Lauterbach vermutet hinter Trumps Vorwürfen Ablenkungsmanöver 

Lauterbach hält Trumps Vorwürfe für fragwürdig und bezieht sich dabei auf Studien, die den Fall bereits untersucht haben. Er hält außerdem ein plausible Erklärung parat. Sein Fazit: „Es ist sehr unwahrscheinlich und es leuchtet mir nicht ein. Da sehe ich eher einAblenkungsmanöver von Trumps internen Schwierigkeiten.“ Der Experte, der selbst mehrere Jahre in Amerika gelebt hat, weist darauf hin, dass Trumps Vorgehen in der Pandemie die Bevölkerung und Wirtschaft gefährde. Dies gelte in den USA mittlerweile als unumstritten. 

Als scharfer Kritiker von zu schnelleren Lockerungen in Deutschland zeige seiner Einschätzung nach zudem, dass der „zu lockere“ Kurs der Seuche von Seiten Trumps, dessen neue Pressesprecherin ihren ersten Vertrauensbruch beging, zu massiven Problemen in der Wirtschaft führe. „Ich glaube, dass die Amerikaner den größten Problemhaushalt noch vor sich haben.“ Er prophezeit den Amerikanern im Herbst einen noch schwereren wirtschaftlichen Rückfall als bereits befürchtet. „Dem beugt Trump vor, indem er Sündenböcke sucht und dazu zählen auch die Labore in China.“, so Lauterbach.

Ein Crewmitglied eines Tui-Kreuzfahrtschiffes in Cuxhaven wurde positiv auf das Coronavirus getestet. 

Coronavirus in China: Trump droht mit Strafzöllen wegen angeblichem Virusausbruch in Wuhan 

Update vom 1. Mai, 10.05 Uhr: Angesichts der Corona-Krise in den USA hat sich Präsident Donald Trump zu den Vorwürfen in Richtung China geäußert und neue Vorwürfe erhoben. Trump hat nach eigenen Angaben Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem Virusausbruch* und einem Labor im chinesischen Wuhan gesehen. Er drohte China in der Folge mit Strafzöllen.

Coronavirus in China: Trump will Beweise für Virus-Ursprung in Wuhan haben

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus stellte ein Journalist Trump die Frage, ob dieser Kenntnis von Beweisen dafür habe, dass das Virologische Institut in Wuhan der Pandemie-Ursprung sei. Der Präsident * bejahte. „Ja, habe ich“, meinte Trump, der allen weiteren Nachfragen entgegnete, keine näheren Angaben machen zu können.

Trump wolle „Strafzölle“ gegen China verhängen, wie er es bereits im Handelskonflikt mit Peking getan habe. Wie bereits berichtet (Update vom 30. April, 18:42 Uhr) hatten US-Geheimdienste versucht, Spekulationen zu entkräften, wonach das Coronavirus* von Menschen geschaffen worden sein könnte. 

US-Geheimdienstkoordinator Richard Grenell erläuterte am Donnerstag, dass die US-Dienste den Standpunkten der Wissenschaft zustimmen und dass das Virus „nicht menschengemacht oder genetisch verändert“ sei. Dass ein Unfall den Ursprung verursacht habe, wurde jedoch nicht ausgeschlossen.

Coronavirus in China: Trumps Kritiker sehen in Schuldzuweisungen nur Ablenkung

Präsident Trump attackierte China seit dem Coronavirus-Ausbruch* wiederholt scharf, bezeichnete das Virus etwa als „chinesisches Virus“, auch Entschädigungsforderungen an Peking seien nicht ausgeschlossen. Eine Reihe anderer Staaten verlangt von China ebenfalls mehr Transparenz über die Ursprünge des Virus*. Ins Visier der Skeptiker geriet in den letzten Wochen das Wuhan-Institut für Virologie, das die größte Virusbank Asiens beheimatet. Die chinesischen Behörden weisen Theorien über einen von Menschen gemachten Virus entschieden zurück. Trumps Kritiker werfen der Regierung vor, mit Schuldzuweisungen von den eigenen Versäumnissen im Kampf gegen die Pandemie ablenken zu wollen. In den USA starben bisher mit Abstand die meisten Menschen an den Folgen des Coronavirus*, mehr als 63.000 Covid-19-Patienten erlagen ihrer Krankheit.  

Schweden geht in der Corona-Krise dagegen seinen eigenen Weg. Nach viel Kritik dafür überrascht es nun, dass Schweden aus der WHO-Direktion Lob für den Corona-Kurs bekam.*

Coronavirus in China: Sehenswürdigkeiten öffnen langsam - Zwei Wochen kein Corona-Toter

Update vom 1. Mai, 8.45 Uhr: Vor mehr als drei Monaten begann der Lockdown für Chinas Touristenattraktionen, um die Coronavirus*-Ausbreitung zu reduzieren. Der Kaiserpalast in Peking sowie die Große Mauer öffneten nun wieder nach ihrer Schließung. Nun müssen Eintrittskarten online erworben werden, die Besucherzahl wurde ebenfalls stark begrenzt. Parks und Museen öffnen am Freitag ebenfalls ihre Tore.

Der als „Verbotene Stadt“ bekannte Kaiserpalast lässt gerade einmal 5000 Besucher pro Tag zu, vor der Pandemie waren 80.000 erlaubt. Und auch städtische Parks dämmen Besucherzahlen ein, denn nur 30 Prozent der üblichen Besucherzahlen sind nun gestattet.

Auch sonst hat sich viel verändert. An Eingängen wird nun Fieber gemessen, Besucher müssen einen Mundschutz tragen und einen grünen Code auf einer in China verbreiteten App vorweisen, um zu zeigen, dass sie keinen Kontakt mit Infizierten hatten und auch selbst nicht krank sind. Auch der Mindestabstand muss bei den Attraktionen eingehalten werden. Doch auch mit den zusätzlichen Auflagen ist die Öffnung ein positives Zeichen dafür, dass China die Lage weitestgehend im Griff hat.

Die chinesische Gesundheitskommission teilte am Freitag mit, dass es landesweit lediglich zwölf neue Infektionen, sechs davon seien bei heimkehrenden Chinesen festgestellt worden. Seit über zwei Wochen wurde von keinem Todesfall mehr berichtet. Offiziell starben bereits 4633 Personen in China am Coronavirus*. Derzeit sollen nur 599 Patienten in Krankenhäusern behandelt werden.

Coronavirus weltweit: Todeszahl steigt über 230.000 - Eine Million genesen

20.59 Uhr: Erfreuliche Nachrichten in der Corona-Statistik. Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universiät gibt es weltweit nun mehr als eine Million Menschen, die das Coronavirus überwunden haben und als sogenannte Genesene in die Statistik mit einfließen. 

Weltweit haben sich 3.244.022 Personen mit dem Coronavirus infiziert, 230.615 sind an den Folgen von Covid-19 gestorben und insgesamt 1.005.832 haben die Krankheit besiegt (Stand: 30. April, 20.55 Uhr).

19.09 Uhr: Der russische Regierungschef Michail Mischustin ist nach Angaben der Staatsmedien mit dem Coronavirus infiziert. Der 54-Jährige begebe sich deshalb in Quarantäne, meldeten russische Agenturen am Donnerstagabend. Kremlchef Wladimir Putin äußerte die Hoffnung auf eine rasche Genesung des Ministerpräsidenten.

Coronavirus aus Chinas Labor? Journalist mit bedrückenden Details aus Wuhan - US-Geheimdienst nimmt Stellung

18.42 Uhr: Die US-Geheimdienste untersuchen, ob die Coronavirus-Pandemie in China durch Kontakt von Menschen mit infizierten Tieren oder durch einen Unfall in einem Forschungslabor begonnen hat. Alle dahingehenden Erkenntnisse würden „gründlich geprüft“, teilte das Büro des Koordinators der US-Geheimdienste am Donnerstag mit. Die Geheimdienste gingen aber wie auch die meisten Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei dem neuartigen Coronavirus um einen natürlichen und nicht vom Menschen gemachten oder manipulierten Erreger handele, hieß es weiter.

In den USA gab es zuletzt immer wieder Spekulationen, wonach das Virus Sars-CoV-2 versehentlich von einem Labormitarbeiter in Wuhan freigesetzt worden sein soll. In der Millionenmetropole hatte die Pandemie kurz vor dem Jahreswechsel begonnen. US-Präsident Donald Trump soll die Geheimdienste Medienberichten zufolge zu einer akribischen Untersuchung der Laborunfall-Theorie aufgefordert haben. Die meisten Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass der Erreger in China von infizierten Tieren auf Menschen übergesprungen ist und sich dann rasch verbreitete.

Update vom 30. April, 16.55 Uhr: In Südostasien ist die Lage in vielen Ländern unübersichtlich, wenn es um die Corona-Eindämmung geht. Doch aus Thailand gibt es nun Nachrichten, die auf eine positive Entwicklung hinweisen. Aufgrund der sinkenden Zahl an Neuinfektionen werden ab kommendem Sonntag einige Beschränkungen gelockert. Im ganzen Land dürfen Märkte sowie einige Geschäfte und Restaurants, Friseure und Parks wieder öffnen. Einkaufszentren sollen weiterhin geschlossen bleiben.

Corona: Thailand mit ersten Lockerungen - Geschäfte, Restaurants und Friseure öffnen

Jedoch werden zwei wichtige Regeln im Königreich weiterhin gelten: Das Verkaufsverbot von Alkohol sowie die nächtliche Ausgangssperre sollen zunächst weiter durchgesetzt werden. Weitere Lockerungen wurden am Donnerstag von Regierungssprecher Taweesin Visanuyothin in Aussicht gestellt. Jedoch sollten die Infektionszahlen in Thailand dafür nicht weiter steigen.

Zum vierten Tag in Serie waren weniger als zehn tägliche Neuinfektionen mit dem Coronavirus* gemeldet worden. Zum Vergleich: Im März waren täglich mehr als 100 neue Fälle registriert worden. Nach Angaben der Behörden sollen 2954 Personen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sein. 54 Menschen starben laut Regierung an den Folgen der Infektion. Der Ausnahmezustand gilt weiterhin bis zum 31. Mai, desweiteren gelten für die von der Lockerung betroffenen Bereiche nun Hygieneauflagen und Abstandsregeln.

Coronavirus aus Chinas Labor? Journalist mit bedrückenden Details aus Wuhan

Erstmeldung vom 30. April:

Paris - Der französische Journalist Antoine Izambard beschreibt in seinem Buch die chinesisch-französischen Beziehungen und stellt dabei die Methoden der chinesischen Regierung infrage. Der Autor besuchte Wuhan und bestätigt mit seinem Erfahrungsbericht die Intransparenz Chinas und lässt die Skepsis um die Rolle der Weltmacht in der Pandemie wachsen.

Corona: Chinas dubiose Rolle in der Pandemie - Französisches Fachwissen half Weltmacht

Im Februar war Izambard im chinesischen Corona*-Epizentrum Wuhan, um sich einen Eindruck vom Hightech-Forschungslabor zu machen, das an das Institut für Virologie angegliedert ist. Izambard behandelt in seinem Buch „Die gefährlichen Liebschaften“ das Verhältnis zwischen China und Frankreich, da die Europäer dort seit der Sars-Pandemie 2003 bei der Infektionsforschung helfen. Doch wirklich übersichtlich und durchschaubar ist die Arbeit der Forschungseinrichtungen demnach offenbar nicht, wie der Journalist bei seiner Recherche feststellen musste. 

Das besuchte Forschungslabor in Wuhan soll laut Izambard wie eine Art Bunker angerichtet worden sein, mit erdbebensicherem Boden und einer Größe von 3000 Quadratmetern. An den Wänden sollen Porträts französischer Politiker hängen, unter anderem vom ehemaligen Innenminister Bernard Cazeneuve, der das Labor einst einweihte. Auch das Foto des französischen Unternehmers Alain Merieux, der mit Medizinforschung drei Milliarden Euro Vermögen verdient hat, hängt dort.

Corona-Pandemie: „Chinesen wollten lediglich die

Unter französischer Anleitung wurde das Labor damals erbaut. Die Franzosen sollten ihr Wissen liefern, doch schnell verlor man die Kontrolle. Izambard dokumentierte dies in seinem Buch. Aufgrund schlechter Erfahrungen bei einem Laborbesuch im Norden Chinas wollten die Franzosen in Wuhan gemeinsame Forschung* vertraglich regeln. Jedoch war eine Zusammenarbeit mit den Chinesen kaum möglich. Am Ende des mehr als zehn Jahre andauernden Prozessen stieg Milliardär Merieux sogar aus und sagte dem französischen Radiosender France Inter, „ich enthülle kein Staatsgeheimnis, wenn ich verrate, dass es seit 2016 kein einziges Treffen des französisch-chinesischen Komitees zu Infektionskrankheiten gab.“ 

„Die Chinesen wollten lediglich die Technologie erwerben, sich aber nicht in die Karten schauen lassen“, beschreibt Izambard diese Art der Partnerschaft. Frankreich hatte bereits zuvor vier Labore der Stufe drei nach China geliefert, über deren Verbleib ist jedoch nichts bekannt. Auch in Wuhan soll es zu Szenen der Geheimniskrämerei gekommen sein. Eine vereinbarte Entsendung von 50 französischen Wissenschaftler versandete, auch kam es nicht zu den ausgemachten Fortbildungen der chinesischen Forscher. Frankreich drängte die Kollegen in Wuhan zu einer Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch auch dazu kam es nie, da das Labor nie seitens der WHO abgenommen wurde.

Corona: Journalist besuchte Forschungslabor - „Keinem einzigen Forscher begegnet“  

Bei seinem persönlichen Besuch im Labor überraschte ihn auch eine Sache. „Ich bin keinem einzigen Forscher begegnet, ich habe auch kein einziges Labortier gesehen“, sagte er der Welt am Sonntag. Man muss ihm wohl einen gesäuberten Bereich gezeigt haben. Das Forschungslabor ist eines der höchsten Sicherheitsklasse vier, von denen nur rund 30 weltweit existieren. Hier wird mit lebensbedrohlichen Erregern wie Ebola, H5N1, auch mit Coronaviren* gearbeitet. Fehler können hier gravierende Folgen haben.

Auch das Institut für Virologie in Wuhan ist bei der Frage nach dem Virus-Ursprung* in den Fokus gerückt. Die These, wonach der Erreger nach einem Labor-Unfall entwichen sein soll, wird weltweit verbreitet, insbesondere von Seiten der USA. Laut Präsident Donald Trump* sollen seine Geheimdienste entsprechenden Hinweisen folgen. China bestreitet weiterhin die Vorwürfe der Amerikaner. Einen Unfall hält Izambard für „wenig plausibel“, da es dazu keine Beweise gibt.

Doch aufgrund der benachbarten Behörde für Seuchenbekämpfung kann man dies nicht ausschließen. Das Labor liegt bekanntlich unweit vom Huanan-Markt entfernt, auf dem das Coronavirus* zu Beginn als Zoonose* gehäuft auftrat.

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / STR

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