Millionen Menschen reisten durch das Land

Corona in China: Sieg über das Virus? Das Land schweigt wichtige Details zur Pandemie tot

Menschen in China fahren auf Fahrrädern eine Straße entlang. Sie tragen einen Mund- und Nasenschutz.
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In China kehrt trotz Corona-Pandemie der normale Alltag zurück.

In China ist der scheinbare Sieg über das Coronavirus bereits in einem Museum verewigt. Millionen Menschen reisten in der „goldenen Woche“. Über wichtige Fakten schweigt das Land.

  • Die zweite Coronavirus-Welle* rollt über Europa.
  • In China ist die Pandemie bereits Stoff für das Museum.
  • In der sogenannten „goldenen Woche“ reisten Millionen Chinesen durch das Land.

München/Peking - Weltweit steigen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen, besonders Europa ist schwer von der zweiten Coronavirus-Welle getroffen. Auch in Deutschland spitzt sich die Lage zu - mehr als 11.000 Neuinfektionen registrierte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag (22. Oktober). In China, von wo aus sich das Virus Anfang 2020 in der Welt verbreitete, ist die Pandemie hingegen bereits Stoff fürs Museum geworden - eine zweite Welle blieb in dem Land offiziell bislang aus.

Corona in China: Strikte Maßnahmen ersticken Virus im Keim - „Da werden Opfer gebracht“

Knapp 91.000 Corona*-Infektionen hat China der Johns-Hopkins-University (Stand: 22. Oktober, 14.00 Uhr) zufolge seit Beginn der Pandemie zu verzeichnen. 4.739 Menschen sind dort demnach an Covid-19 gestorben. Offizielle Zahlen, die wohl mit Vorsicht zu genießen sind. Neuinfektionen scheint es in China derzeit wenige bis gar keine zu geben.

Zum Jahreswechsel war das Coronavirus in der zentral-chinesischen Millionenmetropole Wuhan erstmals beim Menschen nachgewiesen worden - und die Behörden reagierten strikt. Abriegelungen ganzer Städte, strikte Isolation, eine gigantische Anzahl an Tests und Kontaktverfolgung mit dem Ziel, die Ausbreitung des Virus innerhalb kürzester Zeit konsequent einzudämmen.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei brachte im ZDF-Talk bei „Markus Lanz“ auf den Punkt, wie China auf das Virus reagierte: „Man nimmt das Ziel ins Visier und versucht es - mit welchen Mitteln auch immer - zu bekämpfen. Da werden Opfer gebracht, auch menschliche Opfer.“ Über europäische Staaten, die mit der zweiten Welle kämpfen, würde man in China lachen.

Coronavirus in China: Nach Ausbruch in Qingdao werden zehn Millionen Menschen getestet

Indes scheint man von der Pandemie in China im Alltagsleben nicht mehr viel mitzubekommen. Das sollte zuletzt die „goldene Woche“ Anfang Oktober, in der Millionen Menschen durch das Land reisten., beweisen. Doch die Angst vor dem Coronavirus* ist auch in China noch präsent. So mussten in der Millionenmetropole Qingdao im Anschluss an die „goldene Woche“ innerhalb weniger Tage knapp zehn Millionen Menschen in der Stadt getestet werden. Dabei seien jedoch keine weiteren Infektionen festgestellt worden.

Coronavirus: China schweigt zu wichtigen Details der Pandemie

Nicht bekannt ist China für Transparenz - und diesem Image ist das Land auch während der Coronavirus-Pandemie weitgehend treu geblieben. Über Versäumnisse und Vertuschungsaktionen zu Beginn der Corona-Pandemie wird noch immer geschwiegen.

Und nicht zuletzt hüllt sich China auch hinsichtlich des Corona-Impfstoffs* in Schweigen. Vier der am weitesten entwickelten Impfstoffe stammen aus China. Als „globales öffentliches Gut“ soll dieses zur Verfügung stehen, wie Staatschef Xi Jiping noch im Mai ankündigte. Doch auch bei Forschungsergebnissen hinsichtlich der Impfstoffstudien hält sich China bedeckt, weshalb Wissenschaftler skeptisch sind.

Fakt ist: Das Bild Chinas, das die Pandemie scheinbar erfolgreich besiegen konnte, soll nach Außen getragen werden. Das zeigt auch die Tatsache, dass übereinstimmenden Medienberichten zufolge Anfang August im Pekinger Nationalmuseum eine Ausstellung anlässlich des Sieges über das Virus eröffnet wurde. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks (mbr) 

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