Schlaganfälle, Halluzinationen & Co.

Corona-Forschung: Covid-19 greift auch Gehirn- und Nervensystem an - schlimme Folgen möglich

Die Corona-Forschung arbeitet intensiv daran, mehr über Covid-19 zu erfahren. Aktueller Stand: Das Coronavirus greift offenbar auch das Nervensystem an - mit teils schwerwiegenden Folgen.

  • Welche Langzeitfolgen zieht eine Corona-Infektion nach sich?
  • Die Forschung befindet sich diesbezüglich in einem frühen Stadium.
  • Doch nun deutet immer mehr darauf hin, dass es zu teils massiven Störungen im Gehirn und Nervensystem kommen kann.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* sowie die Corona-News aus Deutschland und die aktuellen Fallzahlen als Karte*.

Update vom 23. August: Die Forschung in Zusammenhang mit dem Coronavirus und dessen Folgen geschieht weiterhin auf Hochtouren. Besonders der Angriff der Viren auf das menschliche Gehirn bereitet Medizinern große Sorgen. Spätfolgen bis hin zur Lähmung sind möglich.

Erstmeldung vom 2. August: München - Bei einem neuartigen Virus wie Sars-CoV-2 ist es immer extrem schwierig, Langzeitfolgen abzuschätzen. Es fehlt schlicht an Erfahrungswerten. Derzeit wird dennoch intensiv an den Auswirkungen einer Corona-Infektion geforscht. Dabei verdichten sich die Anzeichen, dass Covid-19 nicht nur Spuren in Lunge, Herz und Nieren hinterlässt, sondern auch Gehirn und Nervensytsem angreift.

Corona-Forschung: Covid-19 nicht „nur“ Lungenkrankheit

Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde Covid-19 in der öffentlichen Wahrnehmung eigentlich ausschließlich als Lungenkrankheit eingestuft, doch schon damals gab es neuronale Störfelder. So berichteten Erkrankte über einen gehemmten oder gar verschwundenen Geruchs- und Geschmackssinn*. Die Folgen dieses Verlustes sind derweil nicht wirklich gravierend, zumal die Sinne nach spätestens vier Wochen in der Regel wieder einwandfrei funktionieren. Problematischer gestaltet sich das Krankheitsbild bei schwerwiegenderen neuronalen Angriffen, wie Wissenschaftler nun herausfanden.

Etwa ein Drittel aller intensivpflichtigen Covid-19-Patienten entwickelten diffuse Hirnschädigungen mit teils schwerwiegenden neurologischen Begleiterscheinungen. Dazu zählen Verwirrtheit, Gedächtnisprobleme, Halluzinationen oder auch epileptische Anfälle.

Corona-Forschung: „Virus löst eine Immunantwort aus, die zu massiven Entzündungsveränderungen im Blut führt“

Professor Peter Berlit ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft der Neurologie, gegenüber Bild am Sonntag erklärt der Wissenschaftler: „Auf den Hirnscans dieser Patienten konnte man eine Schädigung der weißen Hirnsubstanz mit winzigen kleinen punktuellen Einblutungen erkennen. Bei den meisten Patienten trat das während ihrer Zeit auf der Intensivstation auf. Nach überstandener Infektion blieben aber häufig eine allgemeine Abgeschlagenheit und Gedächtnisprobleme im Alltag zurück.“

Die Auswirkungen des Corona-Angriffs auf Gehirn und Nervensystem sind bisher noch nicht konkret zu benennen. Bei einem kleinen Teil der Covid-19-Patienten traten Hirnentzündungen auf, welche dann wiederum das neuronale System beeinträchtigen, wie Berlit erklärt: „Das Virus* löst eine Immunantwort aus, die zu massiven Entzündungsveränderungen im Blut führt.“ Die Folge können unter anderem Schlaganfälle sein, da das Coronavirus offensichtlich die Blutgerinnung im Körper aktiviert.“

Corona-Forschung: "Wissen, dass es bis zu einem Jahr dauern kann"

Unterdessen gibt es weitere Evidenzen dafür, dass Corona das Nervensystem angreift. So klagen Erkrankte immer wieder über Schwindel und Müdigkeit, man fühle sich schlapp. Zudem deute aktuell einiges darauf hin, dass sich Covid-19 über die Nase entlang des Riechnervs seinen Weg zum Gehirn bahnt. Dass es dort dann zu Beeinträchtigungen kommen könne, sei nicht ungewöhnlich.

Alles in allem bleibt die Corona-Forschung* damit weiterhin etwas vage. Das ist auch den Forschern klar, wie Berlit sagt: „Wir wissen, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis Begleitsymptome und Folgekrankheiten abklingen. Für Covid-19 können wir aber noch nichts Definitives sagen. Erst im Frühjahr 2021 werden wir wissen, welche Symptome verschwinden und welche dauerhaft bleiben." Bis dahin kann sich das Infektionsgeschehen noch sehr stark verändern: Wichtig wären vor allem gut aufgestellte Gesundheitsämter- doch gerade hier sehen Experten starke Mängel.*

Warum klagen mit dem Coronavirus infizierte Patienten häufig über den Verlust ihres Geruchssinns? Eine neue Studie beschäftigt sich damit - und liefert interessante Ergebnisse. (merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler / dpa / picture alliance

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