Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Italien: „Das Maß ist voll“ - Lockdown-Druck auf Regierungschef Conte wächst

Italien steht zunehmend vor einer Zerreißprobe. Regierungschef Conte kündigte erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen an und erntete Kritik. Der News-Ticker.

Update, 12.50 Uhr: Alle weiteren Entwicklungen zu Italiens Lockdown-Plänen und Corona-Fallzahlen finden Sie in unserem neuen News-Ticker

In Großbritannien gibt es indes die Hoffnung auf einen Impfstoff.

Update vom 28. April, 9.30 Uhr: Am Montagabend war Italiens Regierungschef Giuseppe Conte erstmals seit Beginn der Corona-Krise zu Besuch in der besonders betroffenen Lombardei

Dabei verteidigte Conte die nur minimalen Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen. „Alle haben gehofft, dass wir schnell zur Normalität zurückkehren, aber die Bedingungen sind dafür nicht gegeben, das müssen wir klar und deutlich sagen“, erklärte Conte am Montagabend in Mailand.

Die Regierung arbeite nun unter anderem an einem „Plan für die Kindheit“. Schulen und Kitas sind seit Ende Februar geschlossen und bleiben es bis September. Kinder dürfen bisher auch nicht vor die Haustür, um mit Freunden zu spielen.

Am Sonntag hatte Conte „Phase zwei, eine Phase der Co-Existenz mit dem Virus" mit einigen Lockerungen bekannt gegeben. Dabei sollen ab 4. Mai die Menschen wieder zum Spazieren rausgehen und viele Firmen die Produktion wieder aufnehmen dürfen. Jedoch hagelte es heftige Kritik für Contes Plan aus dem Einzelhandel und der Gastronomie. 

So schrieb beispielsweise der Verband Fipe, der über 300.000 Gastronomie-Betriebe vertritt: „Das Maß ist voll.“ Wie Tagesschau.de weiter berichtet, kritisierte auch Wolfango Piccoli, Italien-Experte des Beratungsinstituts Teneo den Regierungschef. Ihm zufolge sei die groß angekündigte zweite Phase auf eine „Phase 1,5“ geschrumpft. Die Kirche dringt zudem auf eine schnelle Wiederaufnahme von Gottesdiensten.

Auch den am schlimmsten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Städte Bergamo und Brescia stattete Conte in der Nacht einen Besuch ab. Der Lockdown gilt seit dem 10. März und ist bisher der längste inEuropa

Coronavirus in Italien: Die aktuellen Fallzahlen

Update vom 27. April, 21.37 Uhr: In Italien gibt es laut aktuellen Informationen der Johns-Hopkins-Universität derzeit insgesamt 199.414 Coronavirus-Infektionen sowie 26.977 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung. Zudem haben den amerikanischen Forschern zufolge 66.624 Personen die Corona-Infektion überwunden.

Damit ist Italien nach wie vor eines der weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern. Mehr Infektionen verzeichnen derzeit nur die Vereinigten Staaten und Spanien. Doch es gibt auch Hoffnung: Am Vortag ist die Zahl der Neuinfektionen auf den niedrigsten Wert seit 14. März gesunken - und ab 4. Mai sollen eine erste Lockerung der Corona-Maßnahmen der Regierung eintreten. 

Coronavirus in Italien: Nach sieben Wochen Lockdown soll am 4. Mai erste Lockerung erfolgen

Update vom 27. April, 7.11 Uhr: Italien ist seit sieben Wochen im Lockdown. Ministerpräsident Giuseppe Conte bereitet die Bevölkerung auf einen Exit vor. Die erste Lockerung soll ab dem 4. Mai möglich sein, kündigte Conte an. Menschen, die fernab ihres Wohnortes festsitzen, dürfen nach Hause zurückkehren.

Treffen mit den engsten Familienangehörigen - auch mit älteren Menschen soll dann wieder möglich sein, berichtet die La Repubblica. Auch Beerdigungen im engsten Familienkreis (bis zu 15 Personen) sind demnach erlaubt. 

Geschäfte dürften aller Voraussicht nach am 18. Mai wieder öffnen. Bars, Restaurants, Friseur- und Schönheitssalons wohl am 1. Juni.

Abstandsregeln müssten jedoch strikt eingehalten werden. Auch das Tragen von Masken zum Schutz älterer Menschen ist Pflicht. 

Coronavirus in Italien: Hoffnung im Epizentrum von Europa

Update, 21.20 Uhr: Immer mehr Details zu den geplanten Lockerungen der Corona-Ausgangsbeschränkungen in Italien werden bekannt.

So will die Regierung den Bürgern zum Beispiel wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsfreiheit in der eigenen Region erlauben. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte an diesem Sonntagabend in Rom bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes an.

Update, 20.30 Uhr: In Italien ist die Zahl der Covid-19-Todesopfer binnen 24 Stunden erneut gesunken. 

260 neue Todesfälle mit Coronavirus-Infektion wurden laut der zuständigen Behörde gemeldet, das ist der niedrigste Tageswert seit dem 14. März. 

Am Vortag waren 415 Corona-Todesfälle registriert worden. Insgesamt sind nun 26.644 Menschen in Italien der Pandemie erlegen. Der Zahl der Infizierten erhöhte sich um 2324 auf 197.675.

Italien will die Ausgangssperre wegen Corona bald lockern

Update, 20 Uhr: Italien will ab dem 4. Mai seine strikte Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Pandemie schrittweise lockern. Die konsequenten Ausgangsbeschränkungen gelten seit dem 9. März.

Dann solle auch „ein großer Teil der Unternehmen“ wieder öffnen, erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte der Zeitung La Repubblica.

Parteiloser Ministerpräsident von Italien: Giuseppe Conte.

Die Öffnung von Gaststätten und Hotels könnte jedoch noch dauern, meinte der Regierungschef weiter. Italien hat mit mehr als 26.600 Toten die höchste Zahl von Corona-Todesfällen in Europa.

Coronavirus in Italien: Riesige Studie zur Erforschung der Corona-Dunkelziffer

Update, 13 Uhr: Italien plant ab dem 4. Mai eine riesige Studie, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen zu können - mittels eines Antikörpertests an zunächst 150 000 Menschen. 

Das geht aus einem Beschluss hervor, den die Regierung in Rom am Wochenende verabschiedet hat. Der für die Coronavirus-Krise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte, dass die Bürger die Test-Kits kostenlos bekommen.

Corona-Krise in Italien: Giuseppe Conte nennt Zeitraum für Schulöffnungen

Update vom 26. April, 09.30 Uhr: „Die Schule ist uns ganz wichtig und wird im September wiedereröffnet“, sagte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem Interview in der Zeitung „La Repubblica“ vom Sonntag. 

Bis zu den Sommerferien, die in Italien im Juni beginnen und bis Mitte September dauern, werden die Schulen aber nicht mehr geöffnet. Seit 5. März sind Italiens Schulen geschlossen. Conte lobte in dem Interview, dass sich der Heimunterricht bewährt habe.

Coronavirus - Tag der Befreiung Italiens

Der 25. April wird in Italien als „Tag der Befreiung“ aus der Besatzung durch Hitler-Deutschland gefeiert - Menschen hatten den Tag mit Hymnen von ihren Balkonen aus gefeiert. Beobachter sprechen auch von nationalistischen Tendenzen.

Coronavirus in Italien: Inhaftierte Mafia-Mitglieder entlassen

Update vom 25. April, 20.35 Uhr: Die außergewöhnliche Situation in Italien scheint zu genauso außergewöhnlichen Justiz-Urteilen zu führen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden inhaftierte Mafia-Mitglieder entlassen und zu einem „Hausarrest“ verdonnert. Darunter ist Medienberichten zufoge auch der verurteilte Camorra-Boss Pasquale Zagaria - sein Spitzname: „Bin Laden“. Vor allem seine Verlegung in einen mehrmonatigen Aufenthalt bei sich zu Hause sorgt im krisengebeutelten Staat für heftige Debatten.

Coronavirus in Italien: Mafia-Boss in Heimarrest verlegt - Lega empört

Der 60-jährige Mafiosi wurde Berichten der italienischen Presse zufolge im Jahr 2007 wegen seiner Verbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt, weshab er auf Sardinien im Gefängnis saß. Das Gericht entschied, dass eine gesundheitliche Versorgung des angeblich kranken Zagaria während der Corona-Krise nicht garantiert werden könne. Pasquale Zagarua ist offanbar der Bruder eines ranghohen Bosses der Casalesi-Bande, eines berüchtigten Clans der neapolitanischen Camorra. Er wurde nun von Sardinien ins lombardische Brescia geschickt.

Der Gerichtsbeschluss löste bei den Rechtsaußen-Parteien und insbesondere bei der Lega große Empörung aus. Der Regierung wurde Fahrlässigkeit vorgeworfen, sie gefährde die Sicherheit der Bürger indem sie Schwerkriminelle in Heimarrest entlasse. Ein Opferverband meldete ebenfalls seine Bedenken an. WIe die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, sagte das Ressort von Justizminister Alfonso Bonafede eine Prüfung zu. 

Um die Infektionsgefahr in den dauerhaft überfüllten Gefängnissen zu entschärfen, wurden Haftstrafen verkürzt. Manche Häftlinge mit weniger schweren Vergehen wurden in Hausarrest geschickt.

Coronavirus in Italien: 60 Millionen Italiener hoffen auf Lockerungen der Maßnahmen

Update vom 25. April, 19.40 Uhr: Am Sonntag werden in Italien die Entscheidungen der Regierung über das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus* erwartet. Die strikte Ausgangssperre, die seit dem 9. März gilt, könnte möglicherweise gelockert werden. Planmäßig läuft diese am 3. Mai aus. 

Nun warten 60 Millionen Italiener gespannt auf die Beschlüsse, die über den Verlauf ihres Sommers entscheiden. Auch das Tempo, in dem die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ihre Krise überwinden will, wird durch die neuen Regierungsbeschlüsse vorgegeben. In Deutschland bangen unterdessen viele Menschen um ihren Sommerurlaub. Dieser steht wegen der weltweiten Reisewarnung im Zuge der Corona-Pandemie mehr als nur auf der Kippe. Bundesaußenminister Heiko Maas machte am Mittwoch ein Statement, das Vertreter der deutschen Tourismusbranche verärgerte

Coronavirus in Italien: Conte entscheidet am Sonntag über Lockerungen

Ministerpräsident Giuseppe Conte zieht Berichten zufolge einen Plan mit schrittweisen Lockerungen über vier Wochen vor. Italiener könnten somit Anfang Mai seit dem 9. März wieder ohne Einschränkungen ihre Wohnung verlassen. Der Plan sieht demnach jedoch keine sofortige Rückkehr zum Alltag vor.

Gastronomische Betriebe dürften wohl ab dem 4. Mai wieder Gerichte anbieten, wenn auch nur zum Abholen. Alles andere solle weiterhin geschlossen bleiben. Möglicherweise könnten Museen am 18. Mai wieder ihre Tore öffnen. Doch die Lockerungen sind höchst fragil, denn bei ersten Anzeichen eines Anstiegs der täglichen Infektionszahlen könnten sie wieder zurückgenommen werden. In einer weiteren Phase sollen eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sowie landesweite Antikörpertests durchgesetzt werden. 

Mit mehr als 26.300 Toten ist Italien das am schwersten vom Coronavirus betroffene Land Europas - nur die Vereinigten Staaten zählen mehr Todesfälle. Notfallschutz-Beauftragter Domenico Arcuri sagte am Samstag vor Pressevertretern, „das Coronavirus* ist geschwächt worden, aber nicht besiegt“. 

Coronavirus in Italien: Abstufung der Kreditwürdigkeit verhindert

Update vom 25. April, 15.50 Uhr: Das von der Corona-Krise schwer getroffene Italien ist einer Abstufung seiner Kreditwürdigkeit vorerst entkommen. Die Ratingagentur S&P erklärte in der Nacht auf Samstag, dass sie die Bewertung der Schulden des Landes auf „BBB“ belässt - zwei Stufen über Ramschniveau. Der Ausblick bleibe auf „negativ“.

Mit Moody's hatte eine weitere große Ratingagentur bereits am Freitag erkennen lassen, dass sie Italien erst einmal nicht herabstufen will. Die Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Landes solle von der Corona-Krise unbeeinflusst bleiben, denn erstens sei die Krise vorübergehend, zweitens seien Kredite angesichts der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dauerhaft billig, hieß es.

Moody's stuft Italien mit „Baa3“ derzeit eine Stufe über Ramschniveau ein. Am 8. Mai will die Agentur das Ergebnis ihrer laufenden Bewertung bekanntgeben. Italien ächzte schon vor der Corona-Krise unter einer hohen Schuldenlast. Die Regierung braucht aber viel Geld, weil sie hohe Ausgaben plant, um das Land aus der Krise zu führen.

Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank eingegriffen, um Italien und ähnlich schwer getroffene Länder vor einem Ramsch-Rating zu bewahren. So kommen Banken etwa günstiger an Geld. Diese Schritte würden Italien erlauben, die eigenen Schulden „zu Zinssätzen von rund 0 Prozent zu refinanzieren“, führte S&P aus.

Coronavirus in Italien: Studie zeigt - Tränen werden zur Ansteckungsgefahr

Update vom 24. April, 11.08 Uhr: Wer an Corona erkrankt und mit starken Symptomen zu kämpfen hat, der wird vor Leid und Schmerz auch manchmal die ein oder andere Träne nicht zurückhalten können. Dies könnte jetzt aber zur nächsten Ansteckungsgefahr für Tröstende werden: Wie italienische Wissenschaftler erforscht haben, soll das Coronavirus nicht nur über Atemwege, sondern auch über Tränen übertragbar sein. Dort soll es sich auch vermehren können.

In einer neuen Studie des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten Spallanzani in Rom sammelt sich laut blick.ch das Virus in den Tränen, vermehrt sich dort und kann bis zu einem Monat darin nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis lieferte die Untersuchung des Augensekret einiger Covid-19-Patienten. Besonders gefährlich könnte es demnach für Augenärzte und Optiker werden, die mit der Tränenflüssigkeit von Patienten und Kunden leicht in Kontakt kommen. Die Ergebnisse der Studie wurden bereits an die Weltgesundheitsorganisation WHO weitergeleitet.

Coronavirus in Italien: Regierung mit kuriosen Plänen - Italienischer Patient stirbt in Leipzig 

Update vom 23. April, 16.13 Uhr:  Kunststoff-Trennwände gegen  Corona-Ansteckung in Flugzeugen, Bahnen und Restaurants - diese Dinge könnten in Italien in Kürze zum Alltag gehören. Die Regierung in Rom plant ab 4. Mai Lockerungen der Ausgangsverbote für die 60 Millionen Bürger. Schrittweise könnten auch Bars, Restaurants und viele Büros wieder öffnen. Bedingung dürfte sein, dass Lokale und Geschäfte trotzdem Schutzregeln aufrechterhalten. Also sprüht das Land vor Ideen: Im Zentrum stehen oft Trennscheiben aus durchsichtigen Kunststoffen.

Die Zeitung Corriere della Sera brachte am Donnerstag zwei Seiten mit Animationen über die nahe „Zukunft des Transports“: mit dünnen Trennscheiben zwischen einzelnen Flugzeugsitzen. In Reisebussen könnten hinter und vor jeder Zweierreihe Scheiben hochgezogen werden.

In Restaurants in Rom wird bereits gehämmert und geputzt, um die Öffnung vorzubereiten. Es wird erwartet, dass die Behörden parallel zu den Lockerungen große Abstände zwischen Tischen vorschreiben. Firmen entwickeln verschiebbare Trennwände, um für noch mehr Sicherheit zu sorgen. Auch kleine Plexiglas-Scheiben auf Tischen seien eine Möglichkeit, hieß es von einer Firma aus Palermo, über die die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Taxifahrer in der italienischen Hauptstadt hatten schon lange in ihren Autos eigenhändig durchsichtige Kunststoff-Elemente zwischen sich und der Rückbank eingebaut. Im Netz läuft zudem Werbung für Baseball-Kappen mit einer Plastik-Scheibe vor dem Gesicht, als tragbarer Spuckschutz gegen Tröpfcheninfektionen.

Update vom 23. April, 15.50 Uhr: Während am Mittwoch noch positive Nachrichten aus Chemnitz vermeldet wurden, als dort zwei schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Italien gesund aus dem Krankenhaus entlassen wurden, gibt‘s am Donnerstag traurige Neuigkeiten. 

Im Herzzentrum Leipzig ist ein Covid-19-Patient aus Italien gestorben, nachdem er über einem Monat künstlich beatmet wurde. Wie die Klinik mitteilte, starb der 70-Jährige an einem Multiorganversagen.

„Wir sind traurig und enttäuscht“, sagte Gerhard Hindricks, Ärztlicher Direktor der Klinik: „Der Patient hatte zahlreiche Vorerkrankungen, wie Diabetes und eine arterielle Durchblutungsstörung. Auch eine Sekundärinfektion, die er aus Italien mitgebracht hat, machte seinem geschwächten Immunsystem zu schaffen.“

Bereits am Samstag war ein 31-jähriger Covid-19-Patient aus der Region Bergamo verstorben. Beide waren am 25. März zur Behandlung nach Leipzig geflogen worden. Insgesamt sind nun schon drei italienische Corona-Patienten im Leipziger Uniklinikum gestorben.

Coronavirus in Italien: Zwei Monate nach Ausbruch des Virus - Zahl der Todesopfer knackt traurigen Europa-Rekord 

Update vom 22. April, 19.30 Uhr: Etwas mehr als zwei Monate nach Ausbruch des Coronavirus in Italien ist die Todeszahl weiterhin gestiegen und knackte eine besorgniserregende Marke. Laut der Johns-Hopkins-Universität starben bislang mehr als 25.000 Personen in Italien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, die Zahl beläuft sich aktuell auf 25.085. Seit Februar wurden rund 187.000 Personen positiv auf das Virus getestet.

Bisher erholten sich bereits 54.543 der Infizierten in Italien. Die Kurve der Neuinfektionen flachte jedoch in den vergangenen zwei Wochen deutlich ab, so dass auch Krankenhäuser entlastet wurden. Ab dem 4. Mai sollen die Beschränkungen bekanntlich gelockert werden, wie die Regierung mitteilte.  

Laut Ministerpräsident Giuseppe Conte sollen dann unter anderem das verarbeitende Gewerbe sowie das Baugewerbe verstärkt ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Coronavirus: Italienische Patienten in Chemnitz gesund aus Klinik entlassen

Update vom 22. April, 14.47 Uhr: Gute Nachrichten aus Italien, viel mehr aus Chemnitz. Ins dortige Krankenhaus wurden nämlich am 29. März zwei schwer erkrankte italienische Corona-Patienten gebracht, am Dienstag wurden diese nun gesund entlassen. 

„Wir sind sehr froh, dass wir die beiden Patienten, die gemeinsam zur Behandlung zu uns gekommen sind, auch gemeinsam wieder entlassen konnten“, wird Prof. Hammerschmidt, Chefarzt der Klinik für Pneumologie auf bild.de zitiert. 

Update vom 22. April, 13.23 Uhr: Seit über 50 Tagen befindet sich Italien im Lockdown. Die Lage ist weiterhin ernst. Trotzdem halten sich nicht alle an die Ausgangssperren. 

Die Polizei in Rimini jagt jetzt Corona-Sünder mit Drohnen. Spürt die Drohne jemanden am Strand oder im Park auf, machen sich Beamte mit Autos und Quads auf den Weg. In drei Tagen stoppte die Polizei in Rimini nach eigenen Angaben 1204 Personen.

Coronavirus in Italien: Quallen erobern Venedig

Update vom 22. April, 10.32 Uhr: In Italien sind in Corona-Zeiten positive Nachrichten selten. Ein Instagram-Video aus Venedig zeigt jetzt eine ganz andere - bezaubernde - Seite. In der Lagunenstadt ist es derzeit außergewöhnlich ruhig. Das hat Folgen für die Unterwasserwelt: Quallen kehren in Venedigs Kanäle zurück.    

„Manchmal braucht man nur den Blickwinkel zu wechseln, um ein Gespenst zu bewundern, das sich durch die venezianischen Paläste bewegt“, schreibt Andrea Mangoni zu seinem Instagram-Video.    

Bei der Qualle handelt es sich nach seinen Angaben um eine Lungenqualle (Rhizostoma pulmo), die durch das klare Wasser in der Nähe der Ponti dei Bareteri zu schweben scheint.  

Coronavirus in Italien: Neue Zahlen - 534 Todesfälle

Update vom 21. April, 20.45 Uhr: Schlechte Nachrichten aus Italien: Die Infektionszahlen steigen wieder schneller. Nachdem Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Vortag erstmals eine positive Entwicklung meldete (siehe unten), liegt die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag (21. April) nun bei 2729 - am Montag (20. April) waren es 2256 Infektionen gewesen. Auch werden wieder mehr neue Todesfälle verzeichnet: 534 Fälle nach 454 Todesopfern am Vortag.

Insgesamt sind damit 24.648 Tote und 183.957 Erkrankungen bekannt, wie das Katastrophenschutzamt mitteilt.

Coronavirus in Italien: Conte warnt vor schnellen Lockerungen

Update vom 21. April, 13.55 Uhr: In Italien leiden die Menschen unter dem Lockdown. Doch der italienische Regierungschef Giuseppe Conte warnt. „Jetzt wieder zu öffnen, wäre unverantwortlich“, sagte der Premierminister auf Facebook.

Auch wenn viele Bürger müde seien und sich eine deutliche Lockerung der Maßnahmen wünschten. Conte kündigt einen Plan für die „Phase 2“ an. Ende der Woche sollen nach seiner Aussage Einzelheiten erläutert werden. Am 4. Mai ist mit der Umsetzung des Plans zu rechnen. Alles andere wäre seiner Auffassung nach viel zu früh alle Aktivitäten wieder aufzunehmen. Die Ansteckungskurve würde unkontrolliert in die Höhe schnellen und alle bisherigen Bemühungen zunichte machen.

 Mut und Durchhalten ist gefragt. Mit einer kurzen Botschaft demonstriert  jetzt der britische Feuerwehrverband Fire Brigades Union Solidarität und Nähe zu den Italienern und singen in einem Video „Bella ciao".

Neue Krankheitsbilder: Bislang galten vor allem trockener Husten und Fieber als Coronavirus-Symptome. Ärzte wurden nun weltweit auf andere Merkmale aufmerksam - die besonders bei jüngeren Patienten auftreten.

Coronavirus: Erstmals Hoffnung in Italien 

Update vom 20. April, 19.55 Uhr: Die Zahl der am Coronavirus infizierten Menschen in Italien ist erstmals zurückgegangen. Am Montag (20. April) lag die Infizierten-Zahl laut der Zivilschutzbehörde in Rom bei 108.237 positiv getestete Personen. Am Vortag hatte es noch 20 Infektionsfälle mehr gegeben. „Das ist das erste Mal, dass es eine positive Entwicklung gibt", erklärte Zivilschutzchef Angelo Borrelli.

Coronavirus in Italien: Regierungschef erneuert Forderungen nach Corona-Bonds

Update, 10.06 Uhr: Drei Tage vor dem EU-Videogipfel am Donnerstag hat der italienische Regierungschef Giuseppe Conte seine Forderung nach sogenannten Corona-Bonds erneuert. Wie Conte gegenüber der Süddeutschen Zeitung betonte, brauche es jetzt „die ganze Feuerkraft der Europäischen Union, und zwar über die Ausgabe von gemeinsamen Anleihen“. 

Corona-Krise in Italien: Conte und Gentiloni fordern Wirtschaftshilfen aus der EU

Auch EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni forderte im Gespräch mit dem Spiegel Wirtschaftshilfen von mindestens einer weiteren Billion Euro. Zum deutschen Widerstand gegen die Corona-Bonds sagte Conte: „Nicht ein einziger Euro der Deutschen wird dafür verwendet, italienische Schulden zu bezahlen.“ Die Solidarität sei „ganz spezifisch ausgelegt und zeitlich beschränkt“. 

Update vom 20. April, 7.44 Uhr: Italien befindet sich wegen der Corona-Pandemie nach wie vor im Ausnahmezustand. Laut Zahlen der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen verzeichnet das Land aktuell 178.972 Corona-Infektionen sowie 23.660 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Das Land ist damit nach den Vereinigten Staaten und Spanien weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen. 

Im Vergleich zu Spanien registriert Italien sogar rund 3000 Todesfälle mehr, jedoch verzeichnet Spanien den Informationen der Johns Hopkins Universität zufolge knapp 20.000 mehr Corona-Infektionen als Italien. Ein Lichtblick: In Italien haben 47.055 Corona-Infizierte die Infektion überwunden und sind wieder genesen. 

Corona-Krise in Italien: Fehlende Betreuung von Kindern wird zum Problem

Update vom 19. April: Über die fehlende Betreuung von Kindern in Corona-Zeiten in Italien und die geplanten Schulschließungen bis September schreibt die italienische Zeitung La Repubblica am Sonntag:

„Es wird überlegt, wie die Produktion wieder aufgenommen werden kann. Wobei alle Schritte ermittelt werden, die für eine sichere Durchführung erforderlich sind: von einem ausreichenden Vorrat an Masken und Desinfektionsmitteln über die Möglichkeit einer physischen Entfernung bis hin zu sicheren Transportmitteln. In Ordnung.

Es ist schade, dass ein wichtiger Teil in dieser Überlegung fehlt: die Familienorganisation derer, die mit minderjährigen Kindern arbeiten gehen sollen. Als ob diejenigen, die die Wiederaufnahme der Produktion vorbereiten, eine Zusammensetzung der Belegschaft im Sinn hätten, die nur oder hauptsächlich aus Personen ohne familiäre Verpflichtungen besteht. Oder nur aus Männern, die die Organisation der Familie und die Betreuung der Kinder an ihre Frauen oder Partnerinnen delegieren können. Als ob wir noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wären.“

Übrigens: Wie Sie sich eine Mundschutz-Maske selbst nähen können, lesen Sie ebenfalls bei Merkur.de*. US-Präsident Donald Trump will sich unterdessen mit dem Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, treffen - zuvor hatten sich die beiden in Fragen des Vorgehens in der Corona-Krise einen Schlagabtausch geliefert.

Corona-Krise in Italien: Särge in Bergamo werden abtransportiert

Update, 18.25 Uhr: Greifbare Erleichterung in der schwer durch die Coronavirus-Pandemie betroffenen norditalienischen Lombardei

Aus einer Kirche in Bergamo, die zwischenzeitlich als Leichenhalle gedient hatte, sind die letzten Särge abtransportiert worden. Das Gotteshaus sei „endlich leer“, schrieb Bürgermeister Giorgio Gori bei Twitter.

Er lud ein Foto hoch, auf dem das leere Kirchenschiff zu sehen ist. Wo zuvor dutzende Särge gelagert waren, standen nur noch einzelne Blumensträuße.

Nach Angaben von Bürgermeister Gori starben in Bergamo seit Anfang März fast 800 Menschen im Zuge der Pandemie. 

Laut offizieller Statistik wurden 272 Corona-Tote registriert. Doch diese Zahlen umfassen nur die Toten in Krankenhäusern, nicht die zu Hause oder in Einrichtungen für betreutes Wohnen.

Corona-Krise in Italien: Serie A legt Pläne für Restart vor

Update, 17.45 Uhr: Italien und Fußball sind unzertrennbar, der „Calcio“, wie die Italiener ihre Saison in der Serie A nennen, gehört zum Lebensgefühl und Selbstverständnis dazu.

Doch seit dem 12. März ist die Liga wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochen. Nach Vorstellungen des italienischen Fußballverbands (FIGC) soll es Ende Mai, Anfang Juni mit dem „Calcio“ weitergehen, das erklärte FIGC-Präsident Gabriele Gravina dem Sender Rai 1

Hält sich in Schweden fit: Superstar Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan.

Zunächst sei aber ein strenges Gesundheitsprotokoll einzuhalten, das der Verband Gesundheitsminister Roberto Speranza und Sportminister Vincenzo Spadafora vorgelegt habe. 

Er hoffe, dass alle Teams im eigenen Stadion spielen könnten, auch im besonders betroffenen Norden, meinte Gravina weiter.

Wie der Corriere dello Sport berichtet, gibt es alternative Pläne. Und zwar, alle zwölf verbleibenden Spieltage eventuell in vier Städten steigen zu lassen: in Rom (Stadio Olimpico), Florenz, Neapel und einer weiteren Stadt im Süden. Der Norden des Mittelmeerlandes wäre damit außen vor.

Corona-Krise in Italien: Unterstützung im Werben um Eurobonds

Update vom 18. April, 17 Uhr: Beharrlich wirbt Italien mit Ministerpräsident Giuseppe Conte an der Spitze um sogenannte Corona-Bonds, ergo, gemeinschaftliche Schulden mit den EU-Partnern, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern.

Ministerpräsident Italiens: Giuseppe Conte.

In Deutschland werden die Gemeinschaftsanleihen von Grünen und Linkspartei befürwortet, CDU und CSU - und damit die Bundesregierung - lehnen diese aber bislang rigoros ab. Unterstützung für die Italiener gab es nun vom deutschen Wirtschaftsweise Achim Truger. 

„Gemeinschaftliche Schulden, von denen die besonders betroffenen Staaten profitieren, sind aus meiner Sicht notwendig“, sagte er der Rheinischen Post. Er warnte davor, Länder wie Italien und Spanien in Zusammenhang mit Finanzproblemen aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu Haushaltskürzungen zu drängen. Das "wäre das Ende des Euro und möglicherweise sogar der EU", sagte Truger.

Erstmeldung vom 18. April: Das Coronavirus hat in Italien für solch schlimme Zustände gesorgt, dass man in Deutschland warnend von „italienischen Verhältnissen“ sprach, wenn es um den Umgang mit der Krise ging. 

Mittlerweile spricht man in Italien dank besserer Statistiken zunehmend über den Exit aus den strengen Corona-Maßnahmen. Dabei bahnt sich ein neuer Nord-Süd-Konflikt an.

Coronavirus: Italien hat nach den USA die meisten Toten

In Italien gelten die strengen Ausgangsverbote für die Bürger noch bis mindestens 3. Mai, mit Schulöffnungen vor den Sommerferien wird nicht gerechnet. Am Freitag vermeldete das Land nun eine Rekordzahl von Menschen, die nach einer Corona-Infektion genesen sind. Innerhalb von 24 Stunden seien ganze 2.563 Menschen wieder gesund gewesen. Allerdings seien auch 575 Menschen gestorben.

Lombardei: Mehr Tote durch Corona als im Zweiten Weltkrieg

Seit Beginn der Pandemie sind in Italien damit 22.745 Menschen an dem Virus gestorben. Damit liegt das Land hinter den USA (31.456 Tote laut der Johns-Hopkins-Universität) auf Rang zwei in diesem traurigen Ranking. Besonders hart getroffen hat es unter anderem die Region Lombardei im Norden. Wie die italienische Tageszeitung La Stampa berichtet, starben in der Region in zwei Monaten 11.851 Zivilisten an dem Virus. Das sind fünfmal mehr tote Zivilisten, als es während des Zweiten Weltkriegs zwischen 1940 und 1945 in Mailand gegeben hatte. Man erlebe eine „große Tragödie“, die man noch nicht besiegt habe, wird der Notfallkommissar Domenico Arcuri zitiert.

Dennoch gab es bereits die ersten Lockerungen der Maßnahmen in Teilen Italiens. Bücherläden, Bahnhofsgeschäfte und Läden für Babykleidung konnten am 16. April wieder öffnen. Voraussetzung war die Einhaltung von Hygiene- und Abstands-Standards. Zudem waren die schwer getroffenen Provinzen Lombardei, Latium und Piemont von der Lockerung ausgenommen.

Corona-Lockerungen in Italien: Süden droht Grenzen zum Norden dichtzumachen

Die Corona-Krise verdeutlichte zudem einmal mehr die großen regionalen Unterschiede in Italien. So wurde der ärmere Süden wegen der geltenden Beschränkungen zunehmend zum sozialen Pulverfass, da viele Einnahmemöglichkeiten wegfielen. Diese Spaltung setzt sich nun fort.

Die Regionen Lombardei und Venetien drängen einem Bericht des Corriere della sera nun darauf die Maßnahmen schnellstmöglich zu lockern. Hier überwiegt demnach die Furcht vor einem irreparablen Schaden der Wirtschaft. Der Süden hält demnach dagegen. Hier fürchtet man, dass eine Öffnung der schwer vom Coronavirus betroffenen Regionen im Norden zu einer vermehrten Ansteckung im eigenen Landesteil führen würde. Vincenzo De Luca, der Präsident der Region Kampanien warnte drastisch, dass er in diesem Fall die inner-italienischen Grenzen schließen werde. Er denke an eine „Verordnung zum Verbot der Einreise von Bürgern aus diesen Regionen“, so das Blatt.

Der Umgang mit der Corona-Krise spaltet zunehmend das Land. Zunehmend wird die Krise nun auch für politische Machtkämpfe genutzt.

Markus Söder äußert sich zu weitergehenden Lockerungen in Deutschland und spricht eine schonungslose Wahrheit aus. Die Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf die Zahl der Todesfälle in Europa aus - das beweist eine Studie zur Übersterblichkeit

rjs/mlp/pm mit Materila der dpa und von AFP

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Rubriklistenbild: © dpa / Claudio Furlan

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