Ausnahmezustand soll verlängert werden

Corona in Italien: Steile Infektionsrate schürt Furcht - Regierung plant offenbar strikte Verbote

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz besichtigen die Spanische Treppe.
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Menschen mit Mund-Nasen-Schutz besichtigen die Spanische Treppe.

Italien blickt voller Sorgen auf die aktuellen Corona-Infektionszahlen. Die Regierung reagiert mit einer weitreichenden Verschärfung der Maßnahmen.

  • In Italien* wächst die Sorge vor einer zweiten Corona-Welle*.
  • Das Coronavirus* breitet sich mit Tempo aus. Die Infektionszahlen sind in die Höhe geschnellt.
  • Die Regierung will den Corona-Ausbruch bremsen und hat die Maßnahmen massiv verschärft.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 10. Oktober, 14.12 Uhr: In Italien steigen die Corona-Fallzahlen wieder rasend schnell an. Lange waren die Meldungen aus dem im Frühjahr so tragisch von der Pandemie betroffenen Land vergleichsweise niedrig ausgefallen. Jetzt scheint sich die Lage wieder zuzuspitzen. Die Regierung soll sich Medienberichten zufolge jetzt zu weiteren Maßnahmen durchgerungen haben.

Am Freitag hatten die Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien die Schwelle von 5000 überschritten und damit erstmals wieder eine Höhe wie im März erreicht. Die Bilder von Bergamo sitzen tief in der Republik. Die Behörden zählten insgesamt 5372 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden in Italien. Außerdem wurden 28 neue Covid-Tote registriert. Seit einigen Tagen klettern die Zahlen in dem Land, das zu Beginn der Pandemie Europas Corona-Hotspot war, stärker als in den Wochen davor. Insgesamt zählte Italien fast 344.000 Infektionen und mehr als 36.100 Covid-Tote. Seit kurzem gilt in ganz Italien auch im Freien eine Maskenpflicht.

Um die steile Infektionsrate abzubremsen, bereitet Italiens Regierung bereitet offenbar erneute Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen vor. Unter anderem ein striktes Verbot von Gruppen im Freien vor Bars und Restaurants, hieß es am Samstag in verschiedenen italienischen Zeitungen.

Corona in Italien: Regierung in Rom will Lockdown vermeiden - mit verschärften Maßnahmen

Die Zeitung „Corriere della Sera“ schrieb, bisherige Regeln gegen abendliche Menschengruppen vor Lokalen seien in größeren Städten zunehmend missachtet worden. Jetzt erwäge die Regierung, das Stehen draußen vor Bars und Restaurants ganz zu verbieten. Dort würden Gäste dann nur noch an Tischen mit viel Abstand sitzen dürfen. Noch verhandelt das Kabinett intern über die Details weiterer möglicher Schutzmaßnahmen. Ein neues Dekret dürfte aber bis zum 15. Oktober fertig sein, berichtete die Zeitung. Außerdem solle die Teilnehmerzahl für private Feiern stark begrenzt werden. Damit wolle Rom einen zweiten großen Lockdown vermeiden. Die Regierung von Premier Giuseppe Conte hatte im März für viele Wochen Wirtschaft und Leben in dem 60-Millionen-Einwohner-Land stark eingeschränkt.

Corona in Italien: Massive Maßnahmen-Verschärfung beschlossen - Regierung reagiert auf steigende Zahlen

Update vom 7. Oktober 2020, 14.36 Uhr: Wegen der steigenden Corona-Zahlen verschärft auch Italien seine Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Schon seit dem Wochenende war über ein entsprechendes Dekret diskutiert worden. Am Mittwoch wurde das Papier nun verabschiedet. Es verlängert den Ausnahmezustand bis zum 31. Januar 2021.

Außerdem wurde eine drastische neue Maßnahme verabschiedet: In Italien gilt ab sofort im ganzen Land eine Maskenpflicht im Freien, wenn sich Menschen treffen, die nicht zusammen wohnen. Bei einem Verstoß gegen die Regel drohen Strafen von 400 Euro bis zu 1000 Euro. Das berichtet die italienische Zeitung La Repubblica. Wegen der Einschränkung der Maskenpflicht im Freien stuft das Blatt die neue Regel also softe Variante ein. Außerdem ist die Maske nun in allen geschlossenen Räumen mit Ausnahme von Privathäusern obligatorisch. Bislang galt die Pflicht nur in öffentlich zugänglichen Orten.

Ausgenommen sind einem Bericht der Zeitung La Stampa nach jedoch Personen, die Sport treiben, Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Masken tragen können sowie Kinder unter sechs Jahren.

Update vom 5. Oktober 2020, 12.32 Uhr: Nun scheint eine drastische Verschärfung der Corona-Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie besiegelt zu sein: Italiens Regierung plant nach übereinstimmenden Medienangaben die Einführung einer nationalen Maskenpflicht auch im Freien. Wie unter anderem die Tageszeitung Corriere dela Serra berichtet, soll die neue Regelung in Kürze von der Regierung veröffentlicht werden.

Damit will Premierminister Giuseppe Conte und seine italienische Regierung mit aller Macht einen weiteren Lockdown verhindern. Eine Wiederholung der Bilder, wie sie im Sommer nach der Wiedereröffnung von Bars und Diskotheken zu sehen waren, soll es nicht geben.

Die verschärfte Masken-Pflicht, die dann überall und zu jeder Zeit gilt, könnte schon ab Mittwoch in Kraft treten.

Corona in Italien: Verlängerung des Notstands bis Ende Januar 2021?

Zudem will Gesundheitsminister Roberto Speranza dem Bericht zufolge, am Dienstag im Parlament eine Verlängerung des Ausnahmezustandes bis zum 31. Januar 2021 vorschlagen. Bisher läuft der Corona-Notstand am 15. Oktober diesen Jahres aus.

Corona in Italien: Zahl der Neuinfektionen bleibt hoch

Update vom 4. Oktober 2020: Die Corona-Zahlen steigen nun auch wieder in Italien deutlich. Am Sonntag vermeldete die italienische Zeitung La Repubblica, dass in den vergangenen 24 Stunden 2578 Neuinfektionen gemeldet wurden. Das sind 266 weniger als noch am Samstag. Dennoch scheinen sich die Neuinfektionen auf dem hohen Niveau zu stabilisieren. Zumal an Sonntagen in der Vergangenheit des Öfteren niedrigere zahlen vermeldet wurden, da die Behörden an den Wochenenden nicht alle Daten direkt übertrugen. 92.714 Tests wurden durchgeführt. In den letzten 24 Stunden verstarben zudem weitere 18 Personen an Covid-19.

Corona in Italien: Conte-Regierung will neue Maßnahmen beschließen

Die italienische Regierung will offenbar direkt reagieren. Die Tageszeitung La Stampa berichtet, dass in Rom voraussichtlich am Mittwoch ein neues Dekret verabschiedet werden soll. Demnach sucht die Conte-Regierung den Ausnahmezustand bis Januar zu verlängern. Daneben sollen weitere Corona-Maßnahmen greifen:

  • Neben der Polizei soll auch das Militär eingesetzt werden, um das Tragen von Masken auf den Straßen zu kontrollieren.
  • Die Maskenpflicht könnte auch im Freien gelten. Diese Maßnahme wird allerdings noch diskutiert. Mehrere Regionen waren diesen Schritt bereits gegangen - jetzt könnte ein nationaler Beschluss folgen.
  • Öffentliche Räume könnten um 22 Uhr oder 23 Uhr geschlossen werden, um Versammlungen zu verhindern. Auch die Besucherzahl bei privaten Feiern soll begrenzt werden. Zudem ist der Zutritt zu Geschäften je nach Größe begrenzt, Restaurants müssen dafür sorgen, dass Abstände eingehalten werden und Diskotheken bleiben weiter geschlossen.
  • Bei großen Sportveranstaltungen wie der Serie A dürfen weiter maximal 1000 Zuschauer ins Stadion. Andere Veranstaltungen, wie etwa die zweite italienische Liga bleiben für Zuschauer geschlossen.

Corona in Italien: Höchste Infektionszahlen seit April - Regierung kündigt erneut drastische Maßnahmen an  

Erstmeldung vom 3. Oktober 2020: Rom - Italien meldete am Samstag 2.844 neue Coronavirus-Fälle. Die höchste tägliche Zahl seit April, als das Land noch im Lockdown war. 27 Menschen starben in den letzten 24 Stunden an oder mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Todesopfer liegt jetzt bei 35.968. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle im Land hat 322.751 erreicht. Die Kurve steigt.

Corona in Italien - Virus breitete sich mit Geschwindigkeit aus

Um den Ausbruch zu stoppen hat die italienische Regierung neue Maßnahmen angekündigt. So soll unter anderem das Tragen von Masken in diesem Monat eingeführt werden. Um jeden Preis will die Regierung einen erneuten Lockdown verhindern.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, erwägt die Regierung auch das Militär einzusetzen, um das neue Vorgehen wie etwa das Einhalten der Maskenpflicht durchzusetzen. Demnach soll es gezielte Kontrollen und Patrouillen gegen Versammlungen geben.

„Ich kann nicht schweigen über die Besorgnis über die Beschleunigung der Pandemie-Ansteckung und über die Opfer, die wir weiterhin Tag für Tag registrieren,“ sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella gegenüber Ansa.

Coronavirus in Italien: Höchste Infektionszahlen seit April - Regierung kündigt wieder drastische Maßnahmen an

Dabei galt Italien als Vorbild in der Corona-Pandemie. Lob gab es von allen Seiten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO verbreitete sogar einen Videofilm mit einer Bilanz, was die Welt von Italien lernen kann - etwa striktes Regierungshandeln mit hartem Lockdown, offene Kommunikation und die Kooperation mit der Wissenschaft. Auch im Vergleich zu anderen EU-Ländern waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt besser. Im Sommer hielten sich die Italiener weiter an die Hygienevorschriften - trugen beispielsweise Mund-Nasen-Schutz im Freien - obwohl es keine Pflicht war. In Spanien und Frankreich explodieren dagegen inzwischen die Infektionszahlen.

Im Frühjahr erlebte Italien eine dunkle Zeit. Das Land wurde früher und härter als seine Nachbarn getroffen. Es fehlten Beatmungsgeräte in den Krankenhäusern. Die Bilder von Militärlastern in der Stadt Bergamo und den Särgen haben sich in das Gedächtnis von vielen eingebrannt. (ml) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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