Robert Koch-Institut empfiehlt

Zwei Medikamente zeigen Erfolge bei Corona-Patienten - RKI bezeichnet es als „Verbesserung“

Weltweit bemühen sich Forscher und Ärzte, Corona-Patienten erfolgreich zu behandeln. Zwei Medikamente werden in Deutschland eingesetzt. Das Robert Koch-Institut klärt über die Wirkung auf.

Berlin - Das Coronavirus* ist tödlich. Um Menschen mit schweren Verläufen dennoch zu retten, haben Forscher und Ärzte mit Hochdruck daran gearbeitet, effektive Behandlungsmethoden zu entwickeln. Zwei Medikamente haben sich als wirksam herausgebildet. Das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt die derzeit empfohlene Therapie.

Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch.

Corona-Medikament: Remdesivier - Eigentlich gegen Ebola entwickelt

Bei schweren Fällen kann das Medikament Remdesivir eingesetzt werden. Der Wirkstoff wurde für die Behandlung von Infektionen mit Ebola- oder Nipahviren entwickelt und ist antiviral - richtet sich also gegen Viren. Da Studien einen positiven Einfluss von Remdesivir auf den Corona-Infektionsverlauf gezeigt haben, hat die Europäische Union das Medikament am 3. Juli bedingt zugelassen. Diese Art der Zulassung ist unter anderem für Arzneimittel möglich, „die in Krisensituationen gegen eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit eingesetzt werden sollen“, wie einem Bericht des RKI zu entnehmen ist.

Angewendet wird Remdesivir bei Erwachsenen und Jugendlichen, ab 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 40 Kilogramm, die eine Lungenentzündung haben und bereits Sauerstoff zugeführt wird. Die Behandlung mit dem Medikament sollte möglichst früh beginnen und mindestens fünf Tage andauern, jedoch nicht länger als zehn Tage.

Dexamethason: Corona-Medikament senkt Sterblichkeit bei schweren Verläufen

Ein weiteres Medikament, das bei schweren Corona-Verläufen angewendet wird, ist Dexamethason. Es wirkt entzündungshemmend und dämpft das Immunsystem, dessen Überreaktion bei einer Corona-Infektion negative Folgen haben kann. Eine Studie hat ergeben, dass eine Behandlung mit Dexamethason bei Patienten, die beatmet werden, die Mortalität reduzieren kann.

Das RKI erklärt, dass abhängig von der Atmungsunterstützung die Medikamente eingesetzt werden. Sobald Sauerstoff zugeführt wird, empfiehlt das Institut eine Behandlung mit Remdesivir. Sobald die Beatmung intensiviert werden muss, wird eine Medikation mit Dexamethason empfohlen.

RKI-Chef Lothar Wieler: Medikamente können bei schweren Corona-Krankheitsverläufen helfen

In einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland nannte Lothar Wieler, der Präsident des RKI, die Wirkung der Medikamente Remdesivir und Dexamethason. „Es gibt zwei Medikamente, von denen wir inzwischen wissen, dass sie insgesamt eine Verbesserung - keinen Durchbruch - aber eine Verbesserung des Ausgangs bewirken können“, so der RKI-Chef.

Die Corona-Pandemie ist omnipräsent in Deutschland, Europa und der Welt. Zugleich warnt das RKI schon vor dem nächsten gefährlichen Virus. Aus zwei Bundesländern werden Infektionen gemeldet. In den „Tagesthemen“ werden die Schulöffnungen nach den Sommerferien trotz Corona-Pandemie begrüßt - viele Eltern aber sind augenscheinlich extrem frustriert über das Corona-Management der Politik.

Reiseveranstalter und Flughäfen würden sich Corona-Schnell-Tests wünschen. Ein Mainzer Start-up will ein Verfahren auf den Markt bringen. Doch die Zulassung lässt auf sich warten. Während Wissenschaftler unter Hochdruck an Methoden rund um das Coronavirus forschen, verleugnen manche Menschen die Pandemie. Die Initiative „Querdenken 711“ spricht von 500.000 Teilnehmern bei einer Corona-Demo in Berlin. Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin den Alltag in Deutschland und der Welt. SPD-Experte Karl Lauterbach fordert einen Strategiewechsel im Kampf gegen das Virus. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/picture alliance/dpa

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