„Das ist zu viel für die Republik“

Corona in Österreich: Kurz verkündet stärksten Zahlen-Anstieg seit März - beliebte Urlaubsregion stark betroffen

In Österreich ist die Corona-Lage prekärer geworden. Insbesondere die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen bereitet Sorge. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie: In Österreich steigen die Corona-Zahlen konstant.
  • Die Corona-Ampel* soll helfen, doch die aktuellen Zahlen seien „zu viel für die Republik“, erklärt die österreichische Bundesregierung.
  • Zu den Skigebieten wie St. Anton, Ischgl und Sölden ist mit Blick auf Covid-19 eine erste Entscheidung gefallen (siehe Update vom 8. September, 18.15 Uhr).
  • Wir haben für Sie grundlegende Fakten zum Coronavirus* zusammengefasst. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Deutschland sowie die weltweiten Entwicklungen.

+++++ Wir beenden hiermit diesen Ticker. Aktuelle Nachrichten rund um Corona in Österreich finden Sie in unserem neuen News-Ticker. +++++

Update vom 17. September 2020: Die Corona-Zahlen in Österreich steigen aktuell enorm. Kanzler Kurz verschärfte nun die Corona-Maßnahmen in Österreich.

Update vom 10. September, 13.08 Uhr: Österreich hat am 9. September den stärksten Anstieg der täglichen Neuinfektionen* mit dem Sars-CoV-2-Virus* seit März verzeichnet. Das geht aus dem Corona-Dashboard des österreichischen Gesundheitsministeriums hervor. Wie das Innenministerium Österreichs unter Kanzler Sebastian Kurz mitteilte, gab es 664 neue Corona-Fälle - mehr als die Hälfte davon in der Bundeshauptstadt Wien.

Die in dem Land neu eingeführte Corona-Ampel (siehe Update vom 9. September, 11.12 Uhr) könnte für die Wiener Neustadt nach Ansicht von Niederösterreichs VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner deshalb bald von Grün auf Gelb schalten. Das berichtet das österreichische Portal oe24.at. Aktuell sind 205 Personen in Österreich aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 39 der Erkrankten auf Intensivstationen.

Indes wurden die Reisewarnungen für Europa ausgeweitet. Das Auswärtige Amt reagiert damit auf die rasant steigenden Infektionszahlen.

Wien verzeichnet einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen.

Coronavirus in Österreich: Bittere Entscheidung zu Skigebieten gefallen - nächster Region drohen Verschärfungen

Update vom 9. September, 11.12 Uhr: Auf der in Österreich neu eingeführten Corona-Ampel stehen derzeit vier Regionen auf Gelb, also der zweithöchsten von vier Warnstufen. Bald könnten es noch mehr werden. Am Donnerstag tagt in Wien wieder die sogenannte Corona-Kommission. Im Vorfeld der Sitzung ist ein Streit über die künftige Klassifizierung entbrannt.

Experten sorgten sich über die Entwicklung „besonders in den Städten“, heißt es bei der Nachrichtenseite Oe24.at. So könnte die Farbe Wiens auf der Corona-Ampel schon bald dunkler werden, heißt es. Laut Experten müssten mindestens zehn Bezirke auf Gelb geschaltet werden. Manche Stadträte sollen fordern, Wien komplett auf Orange zu schalten. Doch man wolle keinen „neuen parteipolitischen Clinch“ riskieren, heißt es im Bericht.

Unterdessen wurde in Deutschland der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest bestätigt.

Update vom 8. September, 18.15 Uhr: Ischgl hat es in der Coronavirus-Pandemie* europaweit als ein Corona-Hotspot zu wenig erfreulicher Bekanntheit gebracht. Das Mekka vieler Wintersport- und Aprés-Ski-Fans aus Deutschland stand im Fokus.

Bleibt mit Blick auf die kommende Ski-Saison, die auf den Gletschern in Tirol in der Regel im Oktober beginnt, die Frage, was möglich ist. Und was nicht. Erste Antworten lieferte jetzt der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem Auslandsbesuch im slowenischen Ljubljana.

Corona-Pandemie in Österreich: Sebastian Kurz will Skigebiete zwischen Vorarlberg und Tirol offenhalten

„Wir müssen in allen Bereichen unseres Lebens versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen”, sagte Kurz laut Austria Presse Agentur (APA): „Wintertourismus und Skifahren wird möglich sein.“

Tourismus sei ein großer Wirtschaftsfaktor in Österreich und habe in einigen Bundesländern eine noch stärkere Bedeutung, erklärte der österreichische Regierungschef demnach: „Hier geht es um sehr viele Arbeitsplätze.” Man werde „alles tun”, dass das Skifahren mit Blick auf Corona in diesem Jahr „sicher möglich“ sein werde.

Mit einer Einschränkung jedoch: Aprés-Ski werde es in der kommenden Saison „so nicht geben”, meinte der Kanzler aus Wien weiter. St. Anton, Ischgl, Sölden - bekannte Skigebiete zwischen Arlberg und Ötztal ziehen in der Regel Jahr für Jahr viele tausende Aprés-Ski-Fans und Wintersport-Touristen aus Deutschland genau wegen dieses Benefits an.

Coronavirus in Österreich: Corona-Neuinfektionen steigen rasant - Anschober kündigt Analyse an

Update vom 8. September, 17.45 Uhr: Die Corona-Neuinfektionen in Österreich steigen täglich: Laut Statistiken des österreichischen Gesundheitsministeriums kamen bis zum frühen Dienstagabend, Stand 17 Uhr, binnen 24 Stunden 525 neue Coronavirus-Fälle in der Alpenrepublik hinzu - zumindest die, die gemeldet wurden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Die Grünen) kündigte laut Nachrichtenportal oe24.at jetzt eine Analyse zum jüngsten Peak der Infektionszahlen an. Zu klären sei demnach die Frage, ob es sich um einen „erklärbaren Peak - nach längerer Stabilität - oder um einen steigenden Trend handelt“.

Corona-Pandemie in Österreich: Kanzler Sebastian Kurz - „Maske bitte nicht wegwerfen“

Erstmeldung vom 8. September: Österreich schien die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Als Reaktion auf sinkende Fallzahlen lockerte das südlichste Nachbarland von Deutschland nach dem Frühling auch entsprechend. So wurde etwa das verpflichtende Tragen eines Mund- und Nasenschutzes größtenteils abgeschafft.

Steht derzeit im Fokus: Österreichs Bundesregierung um Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne, 1.v.r.) und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP, 2.v.r.)

Bundeskanzler Sebastian Kurz bat jedoch bereits im Juni darum, „die Maske bitte nicht wegzuwerfen“, man werde sie noch brauchen. Der ÖVP-Politiker sollte Recht behalten. Seit Montag (7. September) setzt die Alpenrepublik im Zuge der eingeführten Corona-Ampel auf härtere Maßnahmen. Dass dies nachvollziehbar ist, zeigt der Blick auf die aktuellen Infektionszahlen.

Derweil verhängt ein Land den bereits zweiten Komplett-Lockdown.

Corona in Österreich: „Das ist zu viel für die Republik“

Laut offiziellen Angaben des österreichischen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der insgesamt mit Covid-19 erkrankten Personen auf 29.573. Demnach gibt es derzeit 3.527 aktive Corona-Fälle. Diese Entwicklung ist bedenklich, denn Ende Juni waren es noch etwa 400.

Seit Ende Juli steigen die Infektionszahlen in Europa - so auch in Österreich. Die täglichen Neuinfektionen liegen seit Mitte August - abgesehen von den Wochenenden - nahezu immer über der 300er-Marke. Am Montag sprach die Bundesbehörde von 481 neuen Covid-19 Fällen. Das entspricht zwar noch nicht der Corona-Hochphase im März, als konstant 800 neue Fälle (am 26. März sogar 1.063) hinzukamen, bereite den Behörden jedoch dennoch Sorge. Alles über 100 Neuinfektionen „ist zu viel für die Republik“, meint Christoph Wenisch, Leiter der Infektionsabteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals in Wien, gegenüber oe24.at.

Corona in Österreich: Bedenkliche Entwicklung - dennoch alles im Griff?

Trotz diesen besorgniserregenden Tönen scheint Österreich die Situation im Moment nach wie vor nicht schlecht zu meistern. Aktuell gelingt es nämlich, das Gesundheitssystem zu entlassen. Von den mehr als 3.500 aktiven Corona-Fällen müssen nur 29 Patienten auf der Intensivstation behandelt werden. Das liegt zum einen an Fortschritten in der Behandlung und zum anderen daran, dass sich aktuell vermehrt jüngere Menschen infizieren. In dieser Altersgruppe nimmt eine Erkrankung oftmals einen milderen Verlauf. Dementsprechend gibt es im Moment auch kaum neue Todesfälle. Seit 1. August kamen insgesamt 16 Covid-19 Tote hinzu. Die Zahl der Todesopfer beträgt damit 729, davon sind 57 Prozent männlich.

Alles in allem gilt es für die schwarz-grüne Bundesregierung, die aktuellen Entwicklungen in Österreich genauestens zu beobachten. Entwickelt sich die Alpenrepublik zu einem Corona-Brennpunkt? Oder ist die aktuelle Lage vielmehr mit der in anderen Ländern wie etwa Deutschland vergleichbar? Im Moment deutet vieles auf Zweiteres hin, denn auch in Österreich machen Reiserückkehrer nach wie vor einen großen Teil der Neuinfektionen aus. Damit dies so bleibt, sollten die Infektionszahlen demnächst allerdings zurückgehen.

Corona in Österreich: Unerwartete finanzielle Unterstützung von US-Präsident Donald Trump

Derweil gibt es für etwa 100 Österreicher unerwartete Hilfe von Donald Trump*. Denn vom US-Präsidenten unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nun überraschend bei etlichen Österreichern gelandet. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Corona-Krise*. Irrtümlich gingen dabei übrigens auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Video: Kurz: Kein Grund für Gelassenheit oder Weltuntergangsstimmung 

Rubriklistenbild: © Helmut Fohringer/apa/dpa

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