Ticker zur Pandemie in Deutschland

Corona-News: Erstes Bundesland hebt (fast) alle Regeln auf - ein anderes prescht bei Schulen vor

Gastronomie
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Nun gibt es weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. (Archivbild)

Wie entwickelt sich die vierte Corona-Welle in Deutschland? Die Inzidenz ist am Dienstag leicht gefallen. Mehrere Länder planen Veränderungen. Der News-Ticker.

  • Die Corona*-Zahlen steigen weiter an (siehe Ursprungsmeldung).
  • Schleswig-Holstein will fast alle Corona-Regeln aufheben (siehe Update vom 7. September, 13.50 Uhr)
  • Nordrhein-Westfalen will Quarantäne-Regeln an Schulen und Kitas lockern (siehe Update vom 7. September, 22.20 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 8. September.

Update vom 7. September, 22.20 Uhr: Im einwohnerreichsten Bundesland Deutschlands steht eine Änderung der Quarantäne-Pflicht an Schulen und Kindergärten an. Wie der Gesundheitsminister Nordrhein-Westfalens, Karl-Josef Laumann (CDU), bekannt gab, sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. „Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen“, erklärte Laumann.

Hygiene-Regeln, regelmäßiges Lüften, das Tragen einer Maske und Tests sollen fortgeführt werden. Nur wenn mehrere Kinder infiziert sind, kann das Gesundheitsamt Quarantänepflichten über das betroffene Kind hinaus verhängen. Nach fünf Tagen und einem negativen PCR-Test kann die Selbstisolation beendet werden. Am 6. September sprachen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Gesundheitsminister der Länder für weniger strenge Quarantäne-Regeln an Schulen aus.

Update vom 7. September, 21.35 Uhr: Auch wenn in Deutschland ausreichend Impfstoff für die Bevölkerung vorhanden ist, übersteigt der globale Bedarf die Vorräte der Impfstoff-Hersteller. Dies soll sich jedoch bald ändern, wie der internationale Pharma-Verband IFPMA bekannt gab. Bis spätestens Mitte nächsten Jahres werde die Gesamtproduktion den weltweiten Bedarf übersteigen, sodass es bald genug Impfstoff für alle Menschen weltweit geben werde. Noch in diesem September werde die Schwelle von insgesamt 7,5 Milliarden produzierter Dosen überschritten, sagte IFPMA-Chef Thomas Cueni. Bis Ende des Jahres sei dann von zwölf Milliarden produzierter Dosen auszugehen.

Corona in Deutschland: Rheinland-Pfalz erlaubt unbegrenzte Treffen Geimpfter und Genesener

Update vom 7. September, 15.15 Uhr: Nachdem Schleswig-Holstein bereits einen neuen Weg in der Corona-Pandemie eingeschlagen hat (siehe vorheriges Update), führt nun auch Rheinland-Pfalz eine neue Regelung ein. So werde ab Sonntag eine sogenannte 2G-Plus-Regelung mit Einschränkungen für Ungeimpfte eingeführt. „Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr großen Stück Normalität“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Dienstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in Mainz. Für diese Gruppen sollen unbegrenzte Treffen möglich sein. Dazu könne ein gewisses Kontingent an getesteten Ungeimpften kommen.

Doch damit nicht genug, soll in Zukunft statt der Inzidenz die Intensivbettenauslastung und die Hospitalisierungstendenz Kriterien für weitere Schutzmaßnahmen sein. Einen weiteren Lockdown werde es nicht geben, erklärte Dreyer. Stattdessen soll bei steigenden Zahlen der Zutritt von Ungeimpften zu Veranstaltungen jeglicher Art und der Gastronomie schrittweise reduziert werden.

Laut Verordnung gibt es ab Sonntag drei neue Warnstufen, die sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz, dem Sieben-Tage-Hospitalisierungswert und dem Anteil der mit Covid-19-Erkrankungen belegten Intensivbetten zusammensetzen. Wenn mindestens zwei der Indikatoren über drei Tage am Stück bestimmte Werte erreichten, wird die nächsthöhere Stufe ausgerufen.

Generell dürfen sich laut Verordnung künftig maximal 25 ungeimpfte Menschen im öffentlichen Raum aufhalten. Bei Erreichen der Warnstufe zwei reduziert sich die Zahl auf zehn, bei Warnstufe drei auf fünf. An Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 250 getestete Ungeimpfte teilnehmen. Auch diese Zahl reduziert sich beim Erreichen der Warnstufen zwei und drei.

„In Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr“: Erstes Bundesland hebt überraschend (fast) alle Maßnahmen auf

Update vom 7. September, 13.50 Uhr: Seit fast zwei Jahren beschäftigt das Coronavirus Deutschland und die Welt, noch immer gelten viele Einschränkungen. Unter anderem die Maskenpflicht ist aus dem täglichen Leben fast nicht mehr wegzudenken. Schleswig-Holstein will genau diese Maskenpflicht nun jedoch abschaffen, beispielsweise bei Veranstaltungen, beim Sport und in der Gastronomie.

Dort greift das sogenannte 3G-Prinzip, wonach nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. „Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Kiel.

Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will damit zum 20. September einen klaren Kurswechsel vollziehen. Sie setzt künftig auf die sogenannte 3G-Regel. Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Überall dort, wo die 3G-Regel nicht praktikabel sei wie im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr bleibe es bei den bestehenden Regeln, sagte Günther.

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken.
Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther. Am Montag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein binnen sieben Tagen nach Angaben der Landesregierung bei 50,8 pro 100 000 Einwohnern gelegen. In den Krankenhäusern wurden 67 Covid-19-Patienten behandelt. 19 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 16 werden dort beatmet.

Corona in Deutschland: Impf-Zahlen stagnieren - Spahn mit erneutem Aufruf

Update vom 7. September, 11 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter an, die Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Personen stagniert hingegen seit einiger Zeit. Mittlerweile haben sich 61,4 Prozent der Menschen in Deutschland eine schützende Corona-Impfung verabreichen lassen, wie das RKI am Dienstag erklärt. Etwa 54,8 Millionen Menschen (65,9 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen.

Das RKI beziffert die am Montag verabreichten Impfdosen auf 118 545. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief deshalb auch am Dienstag auf Twitter erneut zum Impfen auf. „Bei Inzidenz und auf Intensivstationen sehen wir: Wir erleben eine anwachsende Pandemie der Ungeimpften. Alle, die können, sollten sich ihren Schutz holen!“

Corona in Deutschland: Hospitalisierungs-Inzidenz jetzt bei 1,64

Ursprungsmeldung vom 7. September 2021: Berlin - Binnen 24 Stunden sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) 6.726 Corona-Neuinfektionen und 59 weitere Todesfälle gemeldet worden. Das geht Dienstagmorgen aus den Daten des Covid-19-Dashboards hervor. Vor einer Woche waren 976 positive Corona-Tests weniger gemeldet worden.

Die 7-Tage-Inzidenz* liegt bei 83,8 - am Vortag hatte der Wert bei 84,3 gelegen (Vorwoche: 74,8). Vor einer Woche hatte der Wert bei 5750 Ansteckungen gelegen.

Corona in Deutschland: Die aktuellen RKI-Fallzahlen (Stand: 7. September 2021)

4.017.116 Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
92.413 Menschen in Deutschland starben bislang an oder mit Corona.
Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 3.783.800 an.
Es gibt momentan etwa 140.900 aktive Corona-Fälle

Neue Corona-Kennziffer - die Hospitalisierungs-Inzidenz

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht vom Montag mit 1,64 an. Der letzte Wert vom Freitag: 1,83. Die Hospitalisierungs-Inzidenz ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Da zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung durchschnittlich etwa zehn Tage vergehen, spiegelt dieser Wert die Infektionslage merklich verzögert wider. Nach RKI-Angaben erfolgt die Berechnung auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Patienten in den regionalen Kliniken soll ein neuer Parameter zur Bewertung der Lage in der Corona-Pandemie werden. An diesem Dienstag will der Bundestag noch kurz vor der Wahl einige Neuregelungen beschließen. Auch die kostenlosen Corona-Tests* sollen abgeschafft werden. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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