Deutscher Tourist von Kannibalen gefressen?

Paris - Unter mysteriösen Umständen ist ein deutscher Tourist auf einer Südsee-Insel verschwunden. Der Weltumsegler wird bereits seit gut einer Woche in Polynesien vermisst. Waren Kannibalen am Werk?

Bei der Suche nach dem Mann auf der Insel Nuku Hiva haben Polizisten in einem abgelegenen Tal eine frische Feuerstelle mit menschlichen Überresten gefunden. Unklar blieb zunächst, ob es sich dabei um den Vermissten handelt. Die Behörden nahmen Ermittlungen auf. Gerüchte über einen Mord oder gar Kannibalismus machten die Runde. Nuku Hiva gehört zu den Marquesas-Inseln in Französisch-Polynesien.

Auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook gibt der vermisste Weltumsegler an, dass er aus Hamburg kommt. Schule und Fachhochschule besuchte er demnach im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Vom Auswärtigen Amt in Berlin gab es zur Identität des Mannes keine näheren Angaben. Eine Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag lediglich: “Das Auswärtige Amt und das BKA sind mit dem Fall befasst und stehen in Kontakt mit den örtlichen Behörden.“

Der Staatsanwalt des französischen Überseegebiets Polynesien in Papeete auf Tahiti, José Thorel, schloss nicht aus, dass die Leichenteile von dem Deutschen stammen. Das berichtete am Samstag die französische Nachrichtenagentur AFP. Doch erst eine DNA-Untersuchung in Paris, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne, werde Gewissheit bringen. Dringend gesucht werde ein einheimischer Jäger, der zuletzt mit dem Deutschen unterwegs gewesen sein soll.

Nach Angaben des Staatsanwalts wurden an der Feuerstelle im Hakaui-Tal Knochen, ein Gebiss mit Zahnprothese sowie geschmolzene Metallstücke gefunden. Auch Kleidungsreste hätten dort gelegen. Die Fundstelle liege einen gut zweistündigen Fußmarsch vom Strand entfernt. Offensichtlich sei dort ein menschlicher Körper in Stücke gehackt und verbrannt worden.

Der Deutsche soll von einem einheimischen Jäger zu einem Ausflug eingeladen worden sein. Überraschend kehrte der Jäger dann nach Angaben der Begleiterin des Deutschen allein zurück. Er habe ihr erklärt, ihr Lebenspartner habe sich bei einem Unfall verletzt und benötige Hilfe. Die verstörte 37-Jährige berichtete später nach Angaben der Zeitung “Dépêche de Tahiti“, der 31 Jahre alte Jäger habe sie bedroht, sexuell belästigt und dann an einen Baum gebunden.

Das deutsche Paar erreichte Nuku Hiva bereits vor gut zwei Wochen. Auf seiner Weltreise mit einem Katamaran ging es bereits Ende September in der Anaho-Bucht vor Anker. Das geht aus einem inzwischen vom Netz genommenen Blog hervor, der per Google Cache einzusehen ist.

Die französischen Behörden haben neben dem deutschen Konsul Dieter Flach auch die Justizbehörden in der Bundesrepublik kontaktiert, wie das Online-Portal “Tahiti-Infos“ berichtete. Der Konsul bestätigte in einem Interview, er habe mit der Lebensgefährtin des Verschwundenen Kontakt aufgenommen und ihr Hilfe angeboten. Er habe auch die Botschaft im australischen Canberra informiert.

Französisch-Polynesien liegt im Pazifik. Die bekannteste Insel ist Tahiti, die auch auf Gemälden des französischen Impressionisten Paul Gauguin verewigt ist.

dpa

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