Umfrage „Deutschland mit 17“ - die Ergebnisse

Liebe, Träume und Wünsche - so fühlt sich die Welt von 17-Jährigen an

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Sogenannte Liebesschlösser dienen als Beweis für die ewige Treue.

Mit 17 hat man noch Träume und alles fühlt sich an wie ein Traum. die erste große Liebe, der erste Urlaub ohne Eltern - die Welt steht offen und die Zukunft ist ungewiss. Ein einmaliges Gefühl, das wir versuchen zu beschreiben.

Die erste große Liebe! Schmetterlinge, Feuer und Flamme, Kribbeln, Wolke sieben - wie fühlt es sich an mit 17 verliebt zu sein? Das wollten wir in unserer deutschlandweiten Umfrage „Deutschland mit 17“ von den Lesern wissen. Außerdem haben wir gefragt, wie sie zum Thema Familie standen und ihrem damaligen Berufswunsch gefragt. Und: Welche Reiseziele wünscht man sich als 17-Jähriger?

Erhalten haben wir tausende von Antworten. Der älteste Umfrageteilnehmer wurde 1927 geboren, die jüngste Teilnehmerin ist jetzt 17 Jahre alt. Wir geben Ihnen Einblicke in die Antworten unserer Leser.

Deutschland mit 17: Erste Liebe - ein Wort nennen alle Teilnehmer

Neu, aufregend, unbekannt, verwirrend und chaotisch - so beschreiben die Leser die erste Liebe mit 17 Jahren. Ein 67-Jähriger: “Es war aufregend.” Er sei schüchtern und zaghaft gewesen. Es kribbelte im Bauch. Das sagt eine 19-Jährige: “Mit 16 lernte ich meinen jetzigen Freund kennen. Eine Woche nachdem wir zusammen kamen, wurde ich 17. Es hat alles unbeschreiblich gekribbelt und es war eine spannende Zeit.” So lief das Flirten in den 60er Jahren: “Im Kino mal ganz vorsichtig den Arm um da Mädchen legen, war schon ziemlich kühn.” Und flirten in den 

Welche Bedeutung hatte diese Liebe? “Die Liebe hat für mich Sicherheit und Geborgenheit bedeutet”, sagt eine 23-Jährige, die mit 17 zu ihrem Freund bei dessen Eltern zog. Eine 1935 geborene Leserin, heute 82 Jahre alt, konnte ihre Gefühle damals nicht offen ausleben.

Die Erfahrung eines älteren Umfrageteilnehmers zeigen, wie unterschiedlich die Lebenswelten der einzelnen Generationen in Deutschland sind: Er musste mit 17 seinen Kriegsdienst verrichten. Die erste große Liebe blieb dem heute 90-Jährigen im Alter von 17 Jahren verwehrt. “Pubertäre Sehnsüchte” - die im Krieg nicht erfüllt wurden. Erst nach der Kapitulation bekam seinen ersten Kuss.

Eine Wort findet sich in zahlreichen Antworten auf die Frage, was Liebe ihnen bedeutet, generationenübergreifend wieder: “Alles”. Eine Frau, 1983 geboren, schreibt: “Die erste Liebe bedeutet mir alles! Ich habe mit 17 meinen jetzigen Mann kennengelernt.” Dieser 25-Jährige schließt sich dem an: “Alles, ich war unsterblich in ein Mädl verliebt. Leider lief es nicht so gut und es war bald wieder vorbei. Aber das Gefühl war einfach wunderschön.” Diese Antwort liefert eine wichtige Erkenntnis, die mehrfach genannt wurde: Auch unglücklich verliebt zu sein, gehört zu dem, was wir später als einzigartige Erfahrung werten.

Frei, unsicher oder locker? So fühlt man sich mit 17

In einem Wort ein ganzes Lebensgefühl zusammenfassen - dieser Herausforderung haben sich unsere Umfrageteilnehmer mutig gestellt. Den Begriff “frei” oder “Freiheit” wählten ganze 94 Personen in der Umfrage um ihr Lebensgefühl zu beschreiben. Er danach folgen Schlagwörter wie “glücklich” (27 mal), “neugierig” (26 mal), “unbeschwert” 25 mal) und “aufregend” (20 mal). Auffällig bei der Auswertung dieser Frage: Fast alle mehrfach genannten Begriffe sind positiv besetzt.

Familie: Vor allem die Frauen stellen sich eine Frage

Ein schwieriges Thema, auch für unsere Befragten. Mit 17 wohnen die meisten noch bei ihrem Eltern - das Verhältnis zu ihnen prägt die eigenen Zukunftsplanung. Das Thema Kinderplanung haben vor allem die Frauen schon früh im Hinterkopf. Im Laufe der Zeit tauschen die Präferenzen von Männern und Frauen und umgekehrt.

  • „Ich bin alleine mit meiner Mutter aufgewachsen. Mein Vater starb im November 1945 in russischer Gefangenschaft. Familie kannte ich so nicht.“ Geboren 1939, weiblich
  • „Die Familie war ein Hort der Zuflucht. Ich wollte später eine eigene Familie gründen.“ Geboren 1949, weiblich
  • „Familie war der Mittelpunkt meines Lebens. Das Einkommen mußte gesichert werden. Alle haben mitgearbeitet und an einem Strang gezogen.“ Geboren 1950, weiblich
  • „Ich wollte zwei Kinder. Mindestens.“ Geboren 1961, weiblich
  • „Kein Thema. Irgendwann mal vielleicht, aber nicht mit 17.“ Geboren 1961, männlich
  • „Da bin ich Mama geworden.“ Geboren 1972, weiblich
  • „Ich wollte eine haben, mit vielen Kindern. Konkrete Vorstellungen davon gab es allerdings nicht.“ Geboren 1980, männlich
  • „Selbst eine Familie zu gründen, darüber hatte ich mir damals noch keine Gedanken gemacht.“ Geboren 1982, männlich
  • „Familienplanung war noch weit, weit weg. Ich habe doppelt verhütet, um nicht schwanger zu werden.“ Geboren 1982, weiblich
  • „Ich wollte zu diesem Zeitpunkt keine Familie haben.“ Geboren 2089, weiblich
  • Hat noch Zeit.“ Geboren 1990, männlich
  • „Eltern frisch geschieden, fu** Familie!“ Geboren 1997, männlich
  • „Ich wollte nicht unbedingt Kinder haben, heiraten allerdings schon.“ Geboren 1998, weiblich
  • „Ich will eine Familie, und auch Kinder. Genau ausgeplant ist das aber noch nicht.“ Geboren 2000, männlich
  • „Ich möchte keine Kinder.“ Geboren 1999, weiblich

Weder Feuerwehrmann noch Polizist - Berufswünsche überraschen

Die Pan-American-Crew des ersten Linienfluges von New York nach London im Jahr 1970. Plötzlich wollte jeder Mann Pilot und jede Frau Stewardess werden.

In unserer Umfrage wollten wir wissen, von welchem Beruf das 17-Jährige Ich geträumt hat, unabhängig davon, ob dieser Wunsch auch in Erfüllung gegangen ist. Die Wahl des Berufswunschs sagt viel über den Zeitgeist aus. „Wenn ich das ganze Schlamassel überlebe, wollte ich Medizin studieren“, sagt ein inzwischen 90-Jähriger. Die Frauen in unserer Umfrage wählten das entsprechende Pendant dazu: Krankenschwester. In der Nachkriegszeit wurden viele Handwerker gesucht, entsprechend hoch angesehen waren diese Berufe. Das spiegelt sich in den Wünschen der jungen Männer wieder: „Metallbau“, „Konditor“ und „Maurer“. Die Frauen widmeten sich den sozialen Berufen und wurden beispielsweise „Erzieherin“. Die Wünsche waren allerdings andere: „Ich wollte Dolmetscherin werden, durfte aber nicht“. Das ist bei der Generation Y anders: „Ich wollte zuerst mein Abitur fertig machen, um dann Medizin zu studieren und Chirurgin zu werden.“

Spannender Berufstrend bei der Generation X. Die hatten nämlich Höhenluft geschnuppert. Die Männer wollten Pilot werden, die Frauen Stewardessen. Die entstehende IT-Branche lockte vor allem die jungen Männer.

Reisen zwischen Traum und Realität: Mit dem Mofa an den Bodensee

Die Welt entdecken oder doch nur Ferien mit den Eltern im Harz? Mit 17 hatten und haben unsere Befragten viele Wunsch-Ziele rund um den Globus. Eine Reise in die USA hat sich über alle Generationen hinweg in den Top 10 gehalten. Während die Maturists von New York nur träumen konnten, weil es nur für einen Urlaub bei Verwandten in der Eifel gereicht hat, jettet die Generation Z um die Welt. „Ich wollte immer in die USA nach New York und habe dies auch kurz bevor ich 17 geworden bin unternommen“, sagt ein 21-Jähriger. Zum Vergleich, das sagt eine heute 78-Jährige: „Geträumt habe ich von Amerika. Gereist bin ich in die bayerischen Berge, nach Italien, Österreich und Spanien.“

Mit dem Motoroller in den Urlaub - in den 60er-Jahren keine Seltenheit.

Auch bei den Babyboomern geht es bescheiden in den Urlaub: „Geträumt habe ich von Sonne und Meer. das war mit den Eltern nie drin. Da wurde eher durch die Heimat gewandert oder geradelt“, sagt ein 1960 Geborener. Generationsübergreifend: Der Wunsch die Welt zu entdecken und Abenteuer fernab von Zuhause zu erleben. Die Realität sieht aber oft anders aus: „Wir haben mit der Familie viele Urlaube in Europa verbracht. Geträumt habe ich davon die Welt zu entdecken“, erzählt eine junge Frau (1984 geboren). Wer jetzt glaubt, dass die Jugendlichen von heute sich alles leisten können, liegt falsch. Denn auch solche Antworten gab es gerade bei der Generation Z häufig: „Bis dahin war ich nur innerhalb Deutschlands unterwegs, aber die Abifahrt nach Italien war das größte Highlight“, sagt eine 20-Jährige.

Sagen Sie uns Ihr Geburtsjahr - wir zeigen Ihnen die Antworten

In unserem Fragebogen haben unsere Leser, ihre Herzen weit geöffnet und uns einmalige Einblicke gewährt. Zusammen genommen ergeben ihre Erfahrungen ein einzigartiges Abbild der Gesellschaft. Die Antworten haben uns überrascht, gerührt und mitgenommen.

Finden Sie sich selbst in den Antworten wieder? Probieren Sie es in unserem interaktiven Tool aus und schreiben Sie uns in den Kommentaren.

Fragen Sie doch mal ihre Familie: „Wie war es, als du 17 warst?“

Ziel unserer Umfrage war es, Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen. Wenn sich jeder in den 17-jährigen versetzt, der sie oder er einmal war, dann hat er einen Brückenpfeiler für Empathie. Wir laden Sie zu einem Spiel ein. Zur Weihnachtszeit kommen die Generationen oftmals zusammen. Fragen Sie doch in die Runde: Welche Musik hast du mit 17 Jahren gehört? Wovon hast du mit 17 Jahren geträumt? Lassen Sie jeden am Tisch ausreden. Und wenn Sie möchten - schreiben Sie uns, was passiert ist, als Sie unsere Umfrage-Fragen bei sich zu Hause gestellt haben.

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