Erste deutsche Helfer in Japan eingetroffen

Tokio - Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan sind die ersten deutschen Helfer in der Katastrophenregion eingetroffen. Vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW) kamen in Tokio an.

Sie würden jetzt die Arbeit aufnehmen und in Abstimmung mit der deutschen Botschaft und den japanischen Behörden die Lage erkunden, wie ein THW-Sprecher am Samstag auf dapd-Anfrage sagte.

Am Mittag sollte zudem ein rund 40-köpfiges Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) nach Japan abfliegen, wie der THW-Sprecher weiter sagte. Die SEEBA-Kräfte sind Spezialisten für Rettung und Bergung in Katastrophengebieten. Die THW-Experten werden im Auftrag der Bundesregierung entsendet.

Auch drei Experten der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany sind nach Japan gereist. Sie seien am Morgen in der japanischen Hauptstadt eingetroffen, teilte die Hilfsorganisation in Duisburg mit. Sie sollen die Lage erkunden und einen möglichen Einsatz weiterer I.S.A.R.-Spezialisten vorbereiten. Es könnten umgehend neben Rettungshundetams auch Spezialisten für die technische Ortung und für die Bergung von Verschütteten in die Katastrophenregion geschickt werden, teilte I.S.A.R weiter mit. Einem möglichen Rettungsteam würden auch Notärzte und weiteres medizinisches Personal angehören.

Auswärtiges Amt rät vor Reisen in Nordosten Japans ab

Nach dem katastrophalen Erdbeben und dem Tsunami in Japan rät das Auswärtige Amt von nicht erforderlichen Reisen in den Großraum Tokio und den Nordosten Japans ab. Darüber hinaus empfiehlt das Außenministerium auf seiner Internetseite, die Region um das beschädigte Kernkraftwerk Fukushima großräumig zu meiden. “Deutschen wird dringend empfohlen, den Anweisungen der japanischen Behörden Folge zu leisten“, heißt es in den am Samstag aktualisierten Reisehinweisen weiter.

Nach Angaben einer Sprecherin hat das Außenamt bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer der Erdbebenkatastrophe. Der Krisenstab in Berlin und die Botschaft in Tokio seien weiter bemüht, Kontakt zu deutschen Staatsbürgern in Japan zu halten oder aufzunehmen, hieß es am Samstag.

In Japan leben Schätzungen zufolge etwa 5000 Deutsche, vor allem in den Ballungszentren Tokio, Osaka und Yokohama. Etwa 100 Deutsche befinden sich in der am schwersten von der Katastrophe betroffenen Region im Nordosten der Hauptinsel Honshu. Dort liegt auch das Kernkraftwerk Fukushima, in dem eine Kernschmelze droht und in dem sich am Samstag eine gewaltige Explosion ereignete.

Am Freitag hatte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes eine Telefonnummer eingerichtet (030/50003000), unter der sich besorgte Angehörige informieren können.

dapd/dpa

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