Ziel war Catharina Cramer

Warsteiner-Erpresser verurteilt

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Catharina Cramer wurde von dem 51-Jährigen erpresst

Warstein - Wegen versuchter Erpressung der Chefin der Warsteiner-Brauerei ist ein 51-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Zu Beginn des Jahres hatte der diplomierte Volkswirt Brauerei-Chefin Catharina Cramer per E-Mail und auf seiner Homepage zur Zahlung von zunächst 478 Millionen Euro, später nur noch 2 Millionen Euro aufgefordert. Bei Nichtzahlung werde sie „die zweite Hälfte ihres Umsatzes auch noch verlieren.“

Vor zehn Jahren wollte er dem Aufruf der Brauerei folgen und Hinweise auf die Verleumder geben, die dem Familienkonzern Verbindungen zur Scientology-Organisation unterstellten. Scheinbar wurde sein Angebot nicht ernst genommen, die erwartete Belohnung in Höhe von 10 000 Euro blieb aus. „Ich wäre mit dem Geld nach San Francisco geflogen und hätte mit den Jungs von Google Geschäfte gemacht.“

Mit Fug und Recht überzeugt, Ansprüche auf Schadensersatz zu haben, wandte er sich schließlich an Catharina Cramer. „Das war ein Geschäftsanbahnungsversuch und nicht mehr.“

In einem von mehreren Anschreiben forderte er sie auf, ihre „aussichtslose Lage“ zu erkennen, ohne ihn, den „einzig wahren Warsteiner“ agieren zu können. Der „Bierkutschenzirkus“ mit Getränketransporten rund um den Globus werde aufhören, und sie könne ja versuchen, „auf den Südhängen des Haarstranges“ Wein anzubauen.

Ob sie denn die „abgedrehten Formulierungen“ des Angeklagten überhaupt ernst genommen haben, fragte der Staatsanwalt sowohl Brauerei-Chefin Catharina Cramer wie auch den Leiter ihrer Rechtsabteilung Achim Deisenroth. Beide bejahten und verwiesen auf den großen Schaden, der bereits durch die Scientology-Gerüchte entstanden sei. Ihre Befürchtungen seien auch in diesem neuen Fall „in Richtung Rufmord“ gegangen. Vor diesem Hintergrund verurteilte Richter Gährken den Angeklagten zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe, gewährte ihm jedoch eine letzte Chance und setzte sie zur Bewährung aus.

Am Freitag kündigte der 51-Jährige auf seiner Homepage an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

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