Weltraumforschung

Exoplanet GJ 1132: Nasa-Bild zeigt zweite Atmosphäre auf erdähnlichem Planeten

Der Exoplanet Planet GJ 1132 als Illustration der Nasa.
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Der Exoplanet GJ 1132 als Illustration der Nasa.

Weil er der Erde sehr ähnlich ist, war der Exoplanet GJ 1132 schon bei seiner Entdeckung 2015 eine kleine Sensation. Nun rückt der mysteriöse Exoplanet wieder in den Fokus. 

Darmstadt – Planet GJ 1132 b löste schon bei seiner Entdeckung im Jahr 2015 Erstaunen aus: Der Planet befinde sich laut seinen Entdecker:innen nicht weit von der Erde, nämlich „nur“ 39 Lichtjahre von uns entfernt. Nach Erkenntnissen einer Studie, die 2015 im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde, soll der Exoplanet der erdähnlichste Planet sein, der bis dahin entdeckt wurde – und eine Atmosphäre hat.  

Planet GJ 1132 b soll ähnlich groß und ähnlich alt sein und eine ähnliche Masse wie die Erde haben, so die Annahmen der Forscher:innen. Auch seien beide heiß gewesen, bevor sie abkühlten.

Exoplanet GJ 1132 galt als erdähnlichster Planet – und rückt erneut in den Fokus

Nun rückt Planet GJ1132 b erneut in den Fokus der Wissenschaft: Eine Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops soll eine zweite Atmosphäre auf dem Exoplaneten nachweisen. Wie die Esa auf ihrer Website mitteilt, waren die Forscher:innen überrascht zu entdecken, dass der Planet GJ 1132 b eine zweite Atmosphäre hat. Diese ersetze die erste Atmosphäre. Diese zweite Atmosphäre käme von der Oberfläche und dem Inneren des Planeten, so der Forscher Paul Rimmer, der die Aufnahmen des Exoplaneten untersuchte. Dies sei ein Fenster zu einer Geologie einer anderen Welt.

Forscher:innen vermuten, dass der Wasserstoff von der ersten Atmosphäre in den Magna-Mantel des Planeten absorbiert und durch Vulkanismus freigegeben wird, und so eine neue Atmosphäre formt. Diese zweite Atmosphäre ströme in das All hinaus.

Im Fokus der Weltraumforschung: Erdähnlicher Planet mit zweiter Atmosphäre

Obwohl die Wissenschafler:innen bei seiner Entdeckung im Jahr 2015 einige Gemeinsamkeiten mit der Erde feststellten, gibt es laut Nasa und Esa auch viele Unterschiede zur Erde. Da der Exoplanet sehr nah um einen roten Zwergstern kreise, sei es zu heiß für Leben, sagte Zachory Berta-Thompson vom Massachusetts Institute of Technology nach der Entdeckung des Exoplaneten der dpa. „Es gibt keine Chance für flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche. Aber er ist viel kühler als die anderen Gesteins-Exoplaneten, die wir kennen“, so der Forscher außerdem. Die Forscher:innen nahmen an, dass die Atmosphäre von Planet GJ 1132 b wohl eher der Venus als der Erde ähnelt. „Unser größtes Ziel ist die Entdeckung eines Zwillings der Erde. Auf dem Weg dahin haben wir einen Zwilling der Venus entdeckt“, so David Charbonneau, ein Forscher am Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik (CfA).

Exoplaneten faszinieren die Weltraumforschung – Planeten ähnlich der Erde?

Exoplaneten faszinieren die Wissenschaft bereits seit langem. Sie gehören anders als die Erde nicht zu unserem Sonnensystem, sondern kreisen um einen anderen Stern außerhalb unseres Sonnensystems. Schon jetzt wählen Forscher:innen Exoplaneten aus, die von ihrer Lage und Größe für die Weltraumforschung interessant sind, wie das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mitteilte. Erst kürzlich haben Forschende aus Heidelberg mit der Super-Erde Gliese 486b einen Exoplaneten entdeckt*, der gar nicht weit von der Erde entfernt ist. Diese Planeten sollen in Zukunft von Weltraumteleskopen wie dem James Webb Space Telescope oder dem Extremely Large Telescope beobachtet werden. (Delia Friess) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Die größten Vollmonde des Jahres*: Der Supermond erstrahlt im April und Mai. Im Jahr 2017 entdeckten Astronom:innen einen Exoplaneten, der sich nach ihren Erkenntnissen als aussichtsreichster Ort für die Suche nach Leben* jenseits unseres Sonnensystems erweisen könnte.

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