Unterschiede zwischen Bundesländern

Buß- und Bettag 2018: Was wird eigentlich gefeiert und wer hat frei?

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Der Buß- und Bettag ist kein bundesweiter Feiertag mehr.

Der Buß- und Bettag 2018 ist nicht für alle Arbeitnehmer ein Feiertag. In welchen Regionen es dennoch Schulfrei gibt und was gefeiert wird, lesen Sie bei uns nach.

München - Der Buß- und Bettag 2018 ist ein evangelischer Feiertag. Auch dieses Jahr findet der Feiertag an einem Mittwoch statt. Allerdings fällt der Buß-und Bettag jedes Jahr auf einen anderen Termin. Dieses Jahr ist der Buß- und Bettag am 21. November 2018.

Ob Schulen und Geschäfte an diesem Tag geschlossen sind, ist in Deutschland heute ganz unterschiedlich geregelt. In Bayern ist der Buß- und Bettag 2018 kein gesetzlicher Feiertag mehr, sondern ein ganz normaler Arbeitstag. Schulen in Bayern bleiben aber geschlossen - egal, ob die Schüler katholisch oder evangelisch sind. Das bringt viele berufstätige Eltern in eine Zwickmühle und sorgt jedes Jahr für Diskussionen.

Video: Was bedeutet der Buß- und Bettag, wer hat frei

Wann ist Buß- und Bettag 2018? Termine für dieses und folgende Jahre

Buß- und Bettag 2018

Mittwoch

21. November 2018

Buß- und Bettag 2019

Mittwoch

20. November 2019

Buß- und Bettag 2020

Mittwoch

18. November 2020

Was feiern protestantische Christen am Buß- und Bettag?

Auch wenn der Buß- und Bettag seinen Status als bundesweiter gesetzlicher Feiertag verloren hat, ist der Tag als kirchlicher Festtag für Protestanten bedeutsam. Besinnung, kritische Lebensbilanz und Neuortientierung stehen in evangelischen Gottesdiensten laut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Mittelpunkt. Der Feiertag dient evangelischen Christen zum Nachdenken über eigene Fehler und Versäumnisse, aber auch gesellschaftliche Irrtümer. Der Buß- und Bettag soll daran erinnern, dass Scheitern zum Leben gehört, aber auch daran, sich immer wieder neu auf das Leben zu besinnen und neu zu orientieren.

Buß- und Bettag 2018: Was genau ist eigentlich die Buße?

Ursprünglich wurde in besonderen Notfällen, nach Ausbruch eines Krieges oder drohenden Katastrophen ein Bußtag von einem Land oder Staat verfügt, damit die Menschen vor Gott um Vergebung und um Abnahme der Schuld bitten. 

Das Wort „Buße“ wurde zu Zeiten Martin Luthers noch gleichbedeutend mit Beichte benutzt. Gerade am damaligen Verständnis von Beichten und Buße übte Luther vor 500 Jahren Kritik an der päpstlichen Kirche. In seinen Thesen prangerte der Reformator diese Missstände an und leitete damit die Abspaltung von der katholischen Kirche ein. Mit dem Reformationstag feiern Protestanten jedes Jahr dieses Ereignis. 2017 war er jedoch ein ganz besonderer Feiertag in Deutschland, wie Sie unter diesem Link nachlesen können.

Historie und kirchliche Traditionen am Buß- und Bettag

  • Kein Halleluja im Bußtags-Gottesdienst
  • Liturgische Farbe des Buß- und Bettags ist lila, als Farbe der Einkehr und Buße.
  • 1532 hielt die evangelische Kirche in Straßburg im Schatten der Türkenkriege den ersten Buß- und Bettag ab. Daraufhin verordneten einzelne Kirchengemeinden Buß- und Bettage zu unterschiedlichen Terminen und aktuellen Anlässen.
  • 1892 setzte die preußische Generalsynode einen Termin für den Buß- und Bettag für das Staatsgebiet in Mittel- und Norddeutschland fest und zwar auf den letzten Mittwoch des Kirchenjahres.
  • 1995 wurde der Buß-und Bettag als gesetzlicher Feiertag bundesweit ersatzlos gestrichen. Nur in Sachsen haben Arbeitnehmer frei.

Buß- und Bettag 2018: Datum für den beweglichen Feiertag

Bei dem evangelischem Feiertag handelt es sich um einen sogenannten beweglichen Feiertag. Jedes Jahr fällt der Buß-und Bettag auf einen anderen Termin. Der Grund dafür: Der evangelische Festtag wird jedes Jahr am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres im November begangen, elf Tage vor dem ersten Advent.

Mit dem Ewigkeitssonntag im November, auch Totensonntag genannt, endet das Kirchenjahr bei den Protestanten. Der Gedenktag geht auf die Reformationszeit zurück und ist dem Andenken der Verstorbenen gewidmet. In der katholischen Kirche wird an Allerheiligen und Allerseelen der Toten gedacht. Alle Informationen rund um diese Feiertage finden Sie hier bei Merkur.de*

Warum ist Buß- und Bettag kaum noch ein gesetzlicher Feiertag?

Der Buß- und Bettag wurde seit dem Zweiten Weltkrieg in den meisten Bundesländern als gesetzlicher Feiertag behandelt. Ab 1981 bis 1994 war der Buß- und Bettag bundesweit ein gesetzlicher Feiertag. Auch in Ländern mit überwiegend katholischer Bevölkerung hatten Arbeitnehmer an diesem Tag frei. 1995 wurde der Feiertag gestrichen, um den Beitrag der Arbeitgeber zur Pflegeversicherung (die 1995 eingeführt wurde) aufzufangen.

Nur in einem Bundesland ist der Buß- und Bettag weiterhin ein arbeitsfreier Feiertag und zwar in Sachsen.

Wo ist Buß- und Bettag 2018 ein Feiertag und wo fällt die Schule aus?

Der Buß- und Bettag war im Jahr 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft worden. Damals haben alle Bundesländer den gesetzlichen Feiertag ersatzlos gestrichen.

  • In dem ostdeutschen Bundesland Sachsen ist der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag. Sächsische Arbeitnehmer zahlen deswegen einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung.
  • In Bayern und Berlin gibt es aber neben Sachsen eine Ausnahmeregelung.

Bundesland

Buß-und Bettag

gesetzlicher Feiertag

Ausnahmeregelung

Sachsen

gesetzlicher Feiertag

 - 

Bayern

nein

An bayerischen Schulen haben alle Schüler am Buß- und Bettag schulfrei (egal ob sie katholisch oder evangelisch sind).

Berlin

nein

In Berlin können evangelische Schüler selbst entscheiden, ob sie an diesem Feiertag die Schule besuchen oder nicht.

Durch die Feiertagsgesetze können Arbeitnehmer in den meisten Bundesländern unter Hinweis auf religiöse Pflichten frei nehmen. Zwar müssen sie keinen Urlaubstag dafür opfern, aber auf den Lohn verzichten. 

Buß- und Bettag ist KEIN gesetzlicher Feiertag in folgenden Bundesländern

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Besondere Regelung am Buß- und Bettag in Bayern

In Bayern sorgt gerade die Ausnahmeregel am Buß- und Bettag jedes Jahr bei vielen Eltern für Unverständnis: Schüler freuen sich aufs Ausschlafen. Berufstätige müssen in die Arbeit und oft obendrein noch eine Kinderbetreuung organisieren. Denn an diesem schulfreien Tag haben auch viele Kitas und Horte geschlossen. Wohin also mit den Kleinen? In Bayern müssen Familien den Tag deswegen, wie auch Schulferien, rechtzeitig planen. Viele Mütter und Väter nehmen sich an diesem Tag frei.

Haben Lehrer frei, wenn die Schüler nicht kommen?

Lehrer haben am Buß- und Bettag zwar unterrichtsfrei, aber nicht dienstfrei. „Sie besuchen am Buß- und Bettag in der Regel Fortbildungen oder haben pädagogische Tage“, erklärte Max Schmidt vom Bayerischen Philologenverband, schon einmal gegenüberMerkur.de*. Öffentlich werde das aber nicht wahrgenommen.

Herrscht Tanzverbot am Buß- und Bettag in Bayern?

Übrigens gehört der Buß- und Bettag in Bayern zu den sogenannten stillen Tagen. An stillen Tagen herrschen laut dem Bayerischen Feiertagsgesetz besondere Regeln. Ein ausdrückliches Tanzverbot, wie an Karfreitag, gibt es laut Merkur.de* allerdings nicht.  

Warum bleibt der Buß-und Bettag ein Feiertag für wenige Deutsche?

Seit seiner Abschaffung 1995 gibt es immer wieder Bestrebungen, den Buß- und Bettag wieder zum gesetzlichen Feiertag zu machen. 2009 wollte sich der damalige der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und bekennender Protestant dafür einsetzen. Aber auch das Bundesverfassungsgericht sieht keinen Änderungsbedarf der Feiertagsregelung.   

Was bedeutet überhaupt „gesetzlicher Feiertag“?

Handelt es sich bei einem Feiertag um einen gesetzlichen Feiertag, wird der Tag wie ein Sonntag behandelt. Arbeitnehmer haben grundsätzlich frei, Geschäfte sind geschlossen und Schüler können ausschlafen. Wer trotzdem arbeiten muss, bekommt Feiertagszuschläge.

Kein Feiertag, aber trotzdem ein wichtiges Datum für viele ist der 1. Advent, denn jedes Jahr stellt sich die Frage: Wann beginnt eigentlich der Advent? Wir erklären Ihnen, wie Sie sich den Beginn ganz einfach merken können und was eigentlich in der Adventszeit gefeiert wird. 

Video: Kuriose Feiertage - Der Gegenteil-Tag

ml

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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