Keine politischen Motive

Vier Verletzte bei Messerangriffen

Nach Messerattacken in Hanau sind zwei Männer vorläufig festgenommen worden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Symbolbild
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Nach Messerattacken in Hanau sind zwei Männer vorläufig festgenommen worden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/Symbolbild

Aufregung zu später Stunde in der Hanauer Innenstadt: Bei Messerangriffen werden vier Männer verletzt, zwei Tatverdächtige danach festgenommen. Die Ermittler sehen keine Verbindung zu dem rassistisch motivierten Anschlag im Februar.

Hanau (dpa) - Nach Messerangriffen in Hanau hat die Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf politische Motive. An mehreren Tatorten in der Innenstadt waren am Dienstagabend vier Männer verschiedener Nationalitäten verletzt worden.

Zwei Tatverdächtige wurden am Mittwoch nach einem Zeugenhinweis vorläufig festgenommen. Es handelt sich um zwei 23 und 29 Jahre alte Männer aus Syrien, wie die Staatsanwaltschaft Hanau mitteilte.

Hinweise auf politische Motive sehen die Ermittler nicht. "Wir haben derzeit keine Anhaltspunkte auf eine fremdenfeindliche, politisch motivierte oder terroristische Tat", sagte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Mittwochmorgen auf Anfrage. Es gebe derzeit auch keine bekannten Verbindungen zu den Gewalttaten im Februar in Hanau. Am Abend des 19. Februar hatte ein 43 Jahre alte Deutscher neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später wurden er und seine Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Ermittler gehen von einer Tat aus rassistischen Motiven aus.

Die beiden nach den Messerangriffen festgenommenen Männer seien in Gewahrsam und würden vernommen, berichtete die Polizei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags. Wann die Festgenommenen einem Haftrichter vorgeführt werden, war am Mittwochnachmittag noch unklar. Zum Tatgeschehen hätten sie sich noch nicht eingelassen, sagte Oberstaatsanwalt Mies. Die Hintergründe und das Motiv der Tat seien unklar. Ebenso ungewiss ist, ob sich Täter und Opfer kannten oder es ein zufälliges Zusammentreffen war. Klar sei hingegen, dass keine der Gruppen marodierend durch die City zog, um wahllos Passanten zu attackieren, betonte Mies.

Ein Zeugenhinweis hatte die Ermittler nach der Tat auf die Spur der beiden Verdächtigen gebracht. Bei der Suche nach den Tätern wurde am Abend auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Die Polizei sucht weitere Zeugen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagte: "Dass es Menschen gibt, die sich wegen dieser Geräusche tief beunruhigt an die rassistischen Terrormorde vom 19. Februar erinnert fühlen, kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Es ist unbestreitbar gestern Abend zu einer schrecklichen Tat gekommen und sie trifft unsere Stadt in einer ohnehin schwierigen Zeit."

Der Rathaus-Chef betonte auch, "dass es den schrecklichen Ereignissen vom 19. Februar nicht gerecht wird, wenn jede Straftat in der Stadt in diesen Zusammenhang gestellt werden würde".

Die beiden Syrer werden verdächtigt, beteiligt gewesen zu sein, als an mehreren Tatorten in der Hanauer Innenstadt vier Männer zwischen 17 und 26 Jahren verletzt wurden. Diese wurden laut Polizei von Mitgliedern einer Gruppe angegriffen. Das "dynamische und sich verlagernde Tatgeschehen", so Mies, soll sich den Angaben zufolge zwischen dem Freiheitsplatz und dem Klinikum Hanau zugetragen haben. Die Beteiligten hätten neben Messern auch Schlagwerkzeuge wie etwa Stangen verwendet, erklärte Mies.

Die bei der Auseinandersetzung Verletzten erschienen am späten Abend kurz nacheinander in der Notaufnahme des Hanauer Klinikums. Einige Männer wiesen Stichwunden auf. Zwischenzeitlich schwebte einer der Verletzten in Lebensgefahr, wie Mies berichtete. Bei den Verletzten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um zwei Syrer, einen Iraker und einen Albaner. Sei alle seien am Mittwoch noch zur Behandlung im Klinikum gewesen, sagte Mies.

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