Flughafen Frankfurt

Irrer Streit zwischen Lufthansa und EU-Kommission: Hunderte Leerflüge am Tag

Die Lufthansa fliegt derzeit Hunderte unnötige Flüge am Tag – auch vom Flughafen Frankfurt.
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Die Lufthansa fliegt derzeit Hunderte unnötige Flüge am Tag – auch vom Flughafen Frankfurt.
  • Erik Scharf
    VonErik Scharf
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Der Streit um die Tausenden Leerflüge der Lufthansa geht weiter. Täglich heben Hunderte unnötige Flüge ab. Die EU-Kommission will dem nicht entgegenwirken.

Frankfurt – Der irre Streit der Fluggesellschaften mit der EU-Kommission um die wichtigen Start- und Landeslots auf den Flughäfen in Europa geht weiter. Mittendrin steckt auch die Lufthansa mit ihrer Heimat am Flughafen Frankfurt*.

Schon länger ist bekannt, dass die Lufthansa während der Corona-Pandemie Zehntausende Flüge leer oder mit nur sehr wenigen Passagieren durchführen* muss – oder den Verlust von Start- und Landerechten riskiert. Grund dafür ist eine Nutzungsquote der EU-Kommission.

Lufthansa profitiert laut EU-Kommission von Ausnahmeregeln

Am Donnerstag (13.01.2022) hat diese erneut Vorwürfe zurückgewiesen, dass sie mit bürokratischen Vorschriften zu diesen sogenannten Slots die Fluggesellschaften zu umweltschädlichen Leer- oder Geisterflügen zwinge. Auch die Lufthansa profitiere von zahlreichen Ausnahmeregeln, die vom deutschen Slot-Koordinator zugelassen worden seien, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit.

Grundsätzlich müssen die Airlines in diesem Winter an bestimmten, zu normalen Zeiten stark belasteten Flughäfen mindestens die Hälfte ihrer zugeteilten Zeitfenster nutzen, um sie nicht in der kommenden Saison abgeben zu müssen. Zu pandemiefreien Zeiten lag die geforderte Quote bei 80 Prozent. Die für den Winterflugplan auf 50 Prozent abgesenkte Quote kann der Kommission zufolge mit Ausnahmeregeln weiter unterschritten werden, die etwa beim Auftreten neuer Virusvarianten greifen. Ab dem 28. März plant die Kommission eine Erhöhung der Nutzungsquote auf 64 Prozent.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa startet täglich 100 „kommerziell unnötige“ Flüge

Lufthansa hat nun die uneinheitliche Anwendung der Ausnahmeregeln beklagt. Sie würden in mehr als 20 Mitgliedsländern gar nicht eingesetzt und in den übrigen sehr unterschiedlich, sagte ein Unternehmenssprecher in Frankfurt*. Derzeit würden im Konzern täglich etwa 100 kommerziell unnötige, kaum besetzte Flüge durchgeführt. Das gilt auch für viele andere Airlines, die vom Flughafen Frankfurt* fliegen.

Lufthansa fordert für den Rest des Winterflugplans flexible und unbürokratische Ausnahmen zu den Slotregeln. Die Kommission solle sich für eine einheitliche Regelung einsetzen, um unnötige Flüge zu vermeiden und den Airlines Planbarkeit zu geben.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte kurz vor Jahresende in einem Interview gesagt, dass der Konzern bis Ende März 18.000 eigentlich unnötige Flüge abfliegen müsse, um seine Zeitfenster zu behalten. Davon seien aktuell bereits rund 40 Prozent abgeflogen worden, hieß es nun. Für die verbleibenden rund 11.000 unnötigen Flüge hoffe man auf Lösungen.

Zurzeit gibt es am Flughafen Frankfurt auch Diskussionen mit Billigflieger Ryanair. Die Airline kündigte zunächst an, den Flughafen Frankfurt zu verlassen – das war aber offenbar nur Teil einer Verhandlungsstrategie. (esa/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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