Mini-Frosch und Affe mit blauem Hintern

Die "zehn skurrilsten Entdeckungen" des Jahres

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Ein nur sieben Millimeter großer Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis sitzt auf einer amerikanischen zehn Cent (Dime) Münze

New York - Nur ein Bruchteil der Artenvielfalt auf der Erde ist bisher bekannt. Zu den skurrilsten Entdeckungen dieses Jahres gehören ein winziger Frosch und ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil.

Ein nur sieben Millimeter großer Frosch ist jetzt das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. Damit hat es der Winzling auf neue Liste der zehn skurrilsten Entdeckungen des Jahres 2012 geschafft. Der Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea. Er wurde von der Universität von Arizona in Tempe für die Liste ausgewählt. Viele der dort genannten Tiere und Pflanzen wurden schon vor langer Zeit entdeckt, aber erst 2012 als neue Art beschrieben.

Ein Lesula-Äffchen (Cercopithecus lomamiensis) schaut in die Kamera

Erstmals seit vielen Jahren stießen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das Lesula-Äffchen (Cercopithecus lomamiensis) lebt versteckt in der Lomami-Region in der Demokratischen Republik Kongo. Es hat den Forschern zufolge „menschenähnliche“ Augen. Männliche Tiere fallen außerdem durch einen leuchtend blauen Hautstreifen an ihrem Hinterteil und am Geschlecht auf. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer ihnen eigenen Art von Affentanz begrüßen. Nach einem Bericht der Fachzeitschrift „PLOS One“ werden die Äffchen von Menschen bedroht, die Buschfleisch jagen.

Ein fleischfressender Schwamm begeisterte die Forscher mit seinen harfenähnlichen Armen. Es ist kein Wunder, dass er bisher verborgen blieb: Chondrocladia lyra lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien.

Das sind die zehn skurrilsten Entdeckungen 2012

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Auf der Liste steht auch eine Schlange, die Wissenschaftler des Frankfurter Senckenberg-Instituts in Mittelamerika entdeckt hatten. Die Biologen stellen die ungiftige Schneckennatter im Fachmagazin „Zootaxa“ vor. Mit dem wissenschaftlichen Namen Sibon noalamina für dieses Tier wollten die Forscher ein Zeichen für die Umwelt setzen - der spanische zweite Teil bedeutet so viel wie „Nein zur Mine“. Die Schlange stehe mit ihrem Namen gegen den Raubbau an der Natur und für die Erhaltung der Bergwälder im Westen Panamas.

Viola lilliputana, ein Veilchen, das nicht einmal einen Zentimeter aus der Erde herausragt, hatte bisher unerkannt auf einer Ebene hoch in Perus Anden geblüht. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis Biologen Proben aus den 1960er Jahren analysierten.

Eine fluoreszierende Kakerlake vom Tungurahua Vulkan in Ecuador schaffte es 70 Jahre nach ihrem Fund auf die Artenliste. Inzwischen könnte das leuchtende Insekt (Lucihormetica luckae), das seine Feinde ähnlich abschreckte wie ein giftiger Käfer, nach Meinung der Autoren schon ausgestorben sein.

Via Flickr identifizierten Biologen die Florfliege

Ein schwarzer Pilz bedroht die prähistorischen Wandmalereien in Frankreichs Lascaux-Höhle, heißt es weiter. 2001 entdeckt, ist der Fungus seit 2012 beschrieben und als Ochroconis anomala bekannt.

Das Bild eines Insekts auf der Internetseite des Fotodienstes Flickr machte Biologen stutzig. Über Umwege identifizierten sie die Florfliege als neue Art und benannten sie nach der Tochter (Jade) des Fotografen: Semachrysa jade.

Auf der Insel Madagaskar stießen Forscher auf die unbekannte Version eines weit über Afrika hinaus verbreiteten Busches: Das immergrüne Gewächs Eugenia petrikensis gedieh einst prächtig an Madagaskars Ostküste, schreiben die Autoren, sei durch deren Besiedlung aber selten geworden.

Ein Insekt, das vor 165 Millionen Jahren lebte, hatten Forscher in fossilen Sedimenten in China entdeckt. Es sah aus wie das Blatt eines Baums - wahrscheinlich um so leichter an Beute zu gelangen. Die Forscher nannten das Tier Juracimbrophlebia ginkgofolia. Nach Angaben der Universität von Arizona teilen sich zurzeit zehn bis zwölf Millionen Arten den Lebensraum Erde. Mikroben seien nur am Rande mitgezählt, hieß es. Angesichts des rapide fortschreitenden Artenverlusts sollte die Suche nach unbekannten Lebewesen erheblich an Tempo zulegen, forderte der Direktor des Internationalen Instituts für Artenerkundung an der Uni in Tempe, Quentin Wheeler. Derzeit werden nach seinen Angaben rund 18 000 Arten pro Jahr entdeckt. Ziel sei, die fehlenden 10 Millionen bis etwa 2065 zu identifizieren.

dpa

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