Bei Zitterpartie gegen Ungarn

Bayern-Bubi rettet Deutschland: Winkt ihm ausgerechnet gegen seine zweite Heimat nun die Startelf?

Jamal Musiala rettet Deutschland bei der EM. Der Youngster vom FC Bayern leitet gegen Ungarn den Ausgleich ein - winkt jetzt ein Startplatz gegen seine zweite Heimat England?

München - Die deutsche Nationalmannschaft* verhindert bei der Europameisterschaft* mit Ach und Krach eine Blamage. Um ein Haar wäre das DFB-Team schon nach der Gruppenphase rausgeflogen. Der späte Treffer von Leon Goretzka zum glücklichen 2:2 gegen Ungarn reicht zum Einzug ins EM*-Achtelfinale. In Wembley wartet England.

Ausgerechnet der Jüngste rettet die deutsche Mannschaft vor dem vorzeitigen K.o. Der erst 18-Jährige Jamal Musiala* vom FC Bayern* sorgte nach seiner Einwechslung für die entscheidende Aktion vor dem erlösenden Ausgleich. Der Youngster lässt Deutschland wieder hoffen und träumt vom Duell gegen England - seiner zweiten Heimat.

EM: Musiala rettet DFB-Team - Joker erhält Lob von Löw

„Ich sollte mir Sachen zutrauen und aggressiv nach vorne gehen“, berichtete ein „stolzer“ Musiala über den Auftrag von Bundestrainer Joachim Löw und ergänzte: „Ich hatte nichts zu verlieren.“ Und das tat der Jungspund mit voller Überzeugung. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung in der 82. Minute ging Musiala im Strafraum ins Dribbling und zog drei Gegenspieler auf sich. Mit einem klugen Rückpass auf Goretzka leitete er das 2:2 gegen Ungarn ein.

„Musiala war frech, hat die Bälle gesichert, das war eine sehr ansprechende Leistung“, lobte Löw nach dem Spiel. Der Bundestrainer hatte wohl eine Vorahnung, dass die Dienste des dribbelstarken Nachwuchsmanns gebraucht werden könnten und versprach ihm bereits im Vorfeld der Partie einen Platz auf der Bank. In den ersten beiden Spielen musste Musiala noch von der Tribüne zusehen. Der 18-jährige ist jetzt unser jüngster Debütant in der deutschen Turnier-Geschichte (EM und WM). Diesen Rekord hielt bisher Lukas Podolski, der bei der EM 2004 etwas älter als 19 Jahre alt war.

„Gerade wenn es ein wenig eng ist, hat er seine Stärken. Für einen so jungen Spieler hat er es gut gemacht“, sagte Löw. ZDF-Experte Per Mertesacker schwärmte: „Er ist einfach unbekümmert und hat sich keine Platte gemacht. Hut ab vor diesem jungen Spieler, der den Unterschied gemacht hat für eine ratlose deutsche Mannschaft.“

EM: DFB-Youngster Musiala im Achtelfinale gegen seine „zweite Heimat“ England

Das Achtelfinale am Dienstag in London gegen England* wird für Musiala nun ein ganz besonderes Spiel. Erst vor seinem Debüt im März hatte er sich gegen die englische Nationalmannschaft entschieden, für die er ebenfalls spielberechtigt gewesen wäre und alle Jugendteams durchlaufen hatte. „Ich freue mich darauf. Das ist ein Spiel gegen meine zweite Heimat. Das wird ein cooles Spiel“, sagte der gebürtige Stuttgarter.

Der Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers verbrachte viele Jahre seiner Jugend in England und hat auch einen englischen Pass. In der Jugend spielte das große Talent für den FC Chelsea, wechselte 2019 zum FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister kam Musiala in seiner ersten Profisaison direkt auf 26 Bundesligaspiele und sechs Tore.

EM: Sané & Co. außer Form - schlägt die Stunde von Musiala?

Musiala hat sich nach seinem Auftritt gegen Ungarn für höhere Aufgaben empfohlen. Mit Abstrichen konnten bislang einzig Thomas Müller und Kai Havertz in der deutschen Offensive überzeugen. Leroy Sané gab erneut eine unglückliche Figur ab. Sein schlampiges Abspiel kurz vor Schluss brachte die Mannschaft um den Gruppensieg. „Wir laufen Drei-gegen-Eins - und der Ball am Ende war viel zu weit. Diese Dinge sollten eigentlich nicht passieren“, tobte Löw.

Unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick, der vom FC Bayern kommt, dürfte Musiala in der deutschen Nationalmannschaft einer großen Zukunft entgegensehen. Doch schon bei dieser EM könnte der Youngster auftrumpfen - am liebsten schon gegen England. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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