Gäfgen-Prozess: Wird er neu aufgerollt?

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Magnus Gäfgen

Darmstadt - Ob der Prozess gegen den zu lebenslanger Haft verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen neu aufgerollt wird, entscheidet sich noch in diesem Jahr.

Dies teilte das Landgericht Darmstadt der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Volker Wagner habe sich mit umfangreichen Stellungnahmen zu befassen. Die Verteidigung Gäfgens will erreichen, dass das Strafverfahren neu aufgerollt wird.

Anwalt Michael Heuchemer beruft sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Das Gericht hatte die Folterandrohung der Polizei gegen Gäfgen angesichts des Folterverbots der Menschenrechtskonvention als "unmenschliche Behandlung" bewertet.

Die Staatsanwaltschaft sieht indes keine Grundlage für eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Der EGMR habe schließlich auch festgestellt, dass das Frankfurter Urteil nicht auf der Verletzung der Konvention beruhe. Gäfgen hatte 2002 den elf Jahre alten Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler entführt und umgebracht.

Juristische Auseinandersetzungen um Gäfgen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Dem 36-Jährigen waren im August 2011 vom Landgericht Frankfurt 3000 Euro Entschädigung zugesprochen worden, weil ihm in einem Polizeiverhör mit Folter gedroht worden sei.

dpa

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