Fabrik in Hessen

Giftgas-Unfall: Lage bleibt gespannt

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In Hessen hat es einen Unfall mit giftigem Industriegas gegeben.

Oestrich-Winkel - Die Feuerwehr glaubte zunächst, gewonnen zu haben. Doch ein havarierter Chemietank bleibt gefährlich. Eine schädliche Reaktion könnte noch über Tage weiterlaufen.

Nach einem Unfall mit giftigem Industriegas in Oestrich-Winkel in der Nähe von Wiesbaden bleibt die Lage auch weiter gespannt. “In der Nacht ist es zu zwei kurzen Gasaustritten an dem Tank gekommen, der gestern bereits überhitzt war“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Wiesbaden. Die gefährliche chemische Reaktion in dem Tank einer Schaumstoff-Fabrik könne noch bis zu 48 Stunden dauern.

Giftgas-Unfall in hessischer Schaumstofffabrik

Giftgas-Unfall in hessischer Schaumstofffabrik

Nach Behördenangaben war die Chemikalie Isocyanat bei einem Ladevorgang durch ein Sicherheitsventil ausgetreten. Isocyanat ist chemisch mit der hochgiftigen Blausäure verwandt. Der Stoff verursacht Husten, Atemnot, Schnupfen und Augenreizungen. In hohen Konzentration führt er zum lebensbedrohlichen Lungenödem. In der Fabrik werden Schaumstoffe hergestellt, zum Beispiel für Verpackungsmaterial.

Am späten Montagabend hatten die Behörden zunächst Entwarnung gegeben. Auch die geplante Evakuierung der Häuser um den Industriebetrieb wurde abgesagt.

Seit dem ersten Austritt von blausäurehaltigem Gas am Montag seien insgesamt 26 Feuerwehrleute, Polizisten, Firmenmitarbeiter und Anwohner leicht verletzt worden. Sachverständige suchten auch am Dienstag nach der Unglücksursache. Wahrscheinlich gelangte Wasser in den Chemikalientank und löste die Reaktion aus. “Ist das eine Fehlbedienung gewesen oder hat da irgendeine Maschine nicht funktioniert - das muss jetzt herausgefunden werden“, sagte der Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Burkhard Albers (SPD), dem Sender hr-Info.

dpa

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