Vier Jahre

Gericht: Auschwitz-Buchhalter Gröning muss Gefängnisstrafe antreten

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Oskar Gröning wurde wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen verurteilt.

Der ehemalige SS-Buchhalter Oskar Gröning muss seine vierjährige Gefängnisstrafe wegen Beihilfe zum Mord antreten. Der Antrag auf Haftaufschub des 96-Jährigen wurde abgelehnt.

Celle - Das Oberlandesgericht Celle wies nach Angaben einer Gerichtssprecherin vom Dienstag eine so genannte Gehörsrüge gegen die Ende November getroffene Entscheidung zurück, dem 96-Jährigen keinen Haftaufschub zu gewähren. Eine Gehörsrüge kann eingelegt werden, wenn der Rechtsweg gegen eine gerichtliche Entscheidung eigentlich ausgeschöpft ist. Darin macht der Betroffene geltend, dass ihm nicht ausreichend Gehör verschafft worden sei. Gröning bleibt nunmehr lediglich der Gang vor das Bundesverfassungsgericht. 

Der auch "Buchhalter von Auschwitz" genannte Gröning war 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen schuldig gesprochen worden, weil er von 1942 bis 1944 zum SS-Verwaltungspersonal des größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers gehörte. Gröning verwaltete das den Opfern abgenommene Geld und bewachte bei der Ankunft von Deportationszügen deren Gepäck. 

Das OLG hatte Ende November auf der Grundlage von Sachverständigengutachten entscheiden, dass Gröning trotz seines hohen Alters hafttauglich ist. Der Fall Gröning führte durch dessen Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) dazu, dass erstmals eine Verurteilung wegen Beihilfe zum massenhaften Mord im Konzentrationslager Auschwitz höchstrichterlich bestätigt wurde. Nach lange Zeit geltender Rechtsauffassung musste NS-Verbrechern zuvor im Einzelfall nachgewiesen werden, dass sie selbst getötet hatten.

afp

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