Hai-Angst am Roten Meer: Strände gesperrt

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Nach einer tödlichen Hai-Attacke auf eine Deutsche wurden am Roten Meer Strände gesperrt.

Stuttgart - Scharm al-Scheich am Roten Meer gilt als Tauch- und Badeparadies. Doch nach Attacken von Haien haben viele Urlauber nun Angst. Eine Deutsche war von einem Hai totgebissen worden.

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Hai beißt deutsche Urlauberin tot

Die Frau, die in Ägypten von einem Hai totgebissen wurde, kam aus Baden-Württemberg. Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag. Die Urlauberin sei 71 Jahre alt gewesen. Ein Hai hatte sie am Strand der Touristenhochburg Scharm al-Scheich im Roten Meer angegriffen und getötet. Nach dpa-Informationen stammt die Frau aus der Bodenseeregion.

Der Hai hatte der Frau am Sonntag nur wenige Meter vom Strand entfernt den rechten Arm und ein Bein abgerissen. Erst am vergangenen Mittwoch hatte ein Hai in Scharm al-Scheich vier Urlauber - zwei Männer und zwei Frauen aus Russland und der Ukraine - angegriffen und verletzt. Einer 48 Jahre alten Russin biss das Tier einen Unterarm ab. Die Touristin überlebte die Attacke. In der Gegend gibt es auch eine “Hai-Bucht“ und eine Aussichtsplattform zur Beobachtung von Haien.

Der Gouverneur von Sinai Süd, Mohammed Schuscha, kündigte an, alle Strände in und um Scharm al-Scheich blieben gesperrt, bis sämtliche potenziell gefährlichen Haie vor der Küste gefunden und gefangen seien. Hunderte ausländische Touristen seien wegen der Angriffe vorzeitig nach Hause gereist, teilten Tourismusunternehmen im Land mit. Einige setzten ihren Urlaub in Israel fort.

Experten suchten am Montag nach Erklärungen für die Attacken. Abdullah Hijawi, Umweltexperte aus der Region, sagte: “Der Klimawandel hat einen großen Einfluss auf das Verhalten von Haien und großen Fischen im Roten Meer, er bringt sie dazu, ihre angestammten Gebiete zu verlassen.“

Gerhard Wegner, Präsident der Initiative Sharkproject International, sprach von einer “Verkettung unglücklicher Umstände“. Mehrmals im Jahr drücke die Strömung im Roten Meer Plankton an die Küste - und damit auch Fische und ihre Jäger, große Hochseehaie. Zudem seien die Tiere wahrscheinlich indirekt angefüttert worden, weil Kadaver oder Abfälle ins Meer geworfen wurden. “Die Haie riechen Futter, sie schmecken Futter, und nun spüren sie die hektischen Bewegungen der Badenden, die sich damit wie Beute verhalten.“

Am Roten Meer würden Tauchgänge zu Haien angeboten, bei denen die Tiere auch angefüttert würden, erklärte WWF-Expertin Heike Vesper. “Das heißt, man zieht Haie schon mal näher an die Küste, als sie sonst vorkommen würden.“ Zudem würden häufig Schafe mit Schiffen transportiert. “Stirbt eins der Tiere, wird es über Bord geworfen. Das zieht auch Haie an.“

Beim Tauchcenter “Sharks Bay“ hieß es, es sei generell verboten, die Haie anzufüttern. Natürlich hielten sich nicht alle daran. Dennoch sei es unerklärlich, dass derzeit so viele Haie so nah an die Küste kämen. Experten aus dem Ausland seien dabei, dieses Phänomen zu untersuchen. Alle Wassersportarten seien momentan verboten, Tauchgänge seien nur erfahrenen Tauchern in Begleitung lokaler Führer erlaubt.

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