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Fehlender Brandschutz

Hochhaus-Räumung in Dortmund: Rückkehr der Bewohner ungewiss

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Räumung von Hochhauskomplex wegen Brandgefahr

Nach der kurzfristigen Evakuierung eines Hochhauses in Dortmund ist ein Zeitpunkt für die Rückkehr der Bewohner zunächst nicht absehbar.

Dortmund - Die festgestellten Brandschutzmängel müssten nun vom Eigentümer des Gebäudekomplexes Hannibal II behoben werden, erklärte die Stadt am Freitag. Dies sei nicht kurzfristig möglich. Von der Hochhausräumung am Donnerstagabend waren der Stadtverwaltung zufolge 753 Bewohner betroffen. Zunächst hatte die Stadt die Zahl der Mieter auf rund 800 beziffert. 120 Bewohner verbrachten die Nacht zum Freitag in einer als Notquartier hergerichteten Leichtathletikhalle. Der Gebäudekomplex Hannibal II mit 412 Haushalten war wegen Brandschutzmängeln komplett evakuiert worden. 

In dem Haus habe eine akute Gefahr bestanden

Die geräumten Wohnungen werden nun von einem Sicherheitsdienst bewacht. Nach Angaben der Stadt hatten Bauaufsicht und Feuerwehr den Komplex am Dienstag nach dem Hinweis eines Mieters kontrolliert. Die Ortsbesichtigung und eine anschließende Analyse der Aktenlage ergab demnach, dass nach "ungenehmigten Umbauarbeiten kein Brandschutz mehr existiert". Die Behörden bemängeln in dem Hochhaus fehlenden Brandschutz in der Tiefgarage, nicht brandsichere Schächte mit direkten Verbindungen in die Wohnungen sowie fehlende Rettungswege. Der Leiter des Dortmunder Krisenstabs, Ludger Wilde, bekräftigte am Freitag, dass eine akute Gefahr in dem Haus bestanden habe. "Wenn man Kenntnis einer Gefahrenlage hat, kann man nicht länger warten." 

Die Eigentümerin echauffierte sich zunächst, weil sie die geplante Räumung nicht für rechtens hielt

Dagegen hatte die Eigentümerin des Gebäudes, die Intown GmbH in Berlin, zuvor erklärt, sie halte die Räumung des Wohnkomplexes "für nicht rechtens, für unangemessen und ermessensfehlerhaft". Intown habe am Donnerstag erstmals von den detaillierten Brandschutzbedenken und baurechtlichen Themen Kenntnis erhalten und "keinerlei Zeit für eine Reaktion in der Sache gehabt", betonte Firmenchef Sascha Hettrich. Den festgestellten Mängeln hätte demnach laut einem von Intown hinzugezogenen Gutachter mit einer Räumung lediglich der Tiefgarage, der Aufstellung von Brandwachen sowie der sofortigen Prüfung der Entrauchungsanlage begegnet werden können. "Diese Maßnahmen hätten unsererseits sofort umgesetzt werden können", betonte Hettrich. 

Die Hochhausbewohner werden nun in 59 über das Stadtgebiet verteilten städtischen Belegwohnungen sowie in bestehenden Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Die betroffenen Mieter werden den Angaben zufolge durch städtische Mitarbeiter und die Betreiber der Einrichtungen weiter betreut: Die ärztliche Versorgung werde sichergestellt, ab Montag gebe es einen Schulbusbetrieb, so dass die Kinder zu ihren Schulen gebracht und dort auch wieder abgeholt werden könnten. "Für die Bewohner entstehen im Rahmen dieser Umquartierungen keine Kosten", teilte die Stadt mit. "Sie werden dem Eigentümer der Immobilie in Rechnung gestellt." Die Stadt nahm zudem Gespräche mit Unternehmen der Wohnungswirtschaft auf. Erste Wohnungsangebote seien bereits eingegangen. "Der Eigentümer der Immobilie Hannibal II und Verursacher der Missstände hat an den Hilfsangeboten bislang nicht mitgewirkt", hieß es bei der Stadt.

AFP

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