News-Ticker zu Ausbruch und Tsunami

Beruhigt sich indonesischer Vulkan Anak Krakatoa?

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Die Lage rund um den Vulkan Anak Krakatau scheint sich etwas zu beruhigen.

Ein Tsunami hat Indonesien erschüttert. Die Zahl der Todesopfer liegt bei über 400. Der Vulkan büßte vieles von seiner Höhe ein - und verringerte seine Aktivität.

  • Ohne Vorwarnung suchte ein Tsunami Indonesien heim.
  • Die Flutwelle traf die Inseln Sumatra und Java. 
  • Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau habe den Tsunami indirekt ausgelöst. Der Fluteffekt könnte durch den Neumond noch verstärkt worden sein, vermuteten die Behörden. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.
  • Betroffen sind auch die bei Touristen beliebten Strände in Pandeglang, Serang und Süd-Lampung.
  • Die riesige Welle traf auch Touristenstrände. Die Anzahl der Toten liegt mittlerweile bei 426. 

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Update vom 3. Januar 2019: Nach dem Tsunami in Indonesien droht die nächste Naturkatastrophe. Der Tropensturm "Pabuk" soll am Freitag auf den Süden Thailands treffen. Zehntausende Touristen sind bereits geflohen. 

Update vom 31. Dezember, 13.37 Uhr: 

Beim Vulkan Anak Krakatau, dessen Ausbruch einen Tsunami in der indonesischen Sundastraße ausgelöst hatte, kehrt etwas Ruhe ein. Seismographische Daten zeigten, dass die Aktivität seit Freitag abnehme, es gebe weniger intensive Eruptionen. Das sagte der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho, am Montag.

„Aber das hier ist die Natur - wir wissen nie, ob die verringerte Aktivität dauerhaft ist oder nur eine Abkühlungsphase, um mehr Energie zu sammeln“, hieß es. Die Behörde hielt die zweithöchste Warnstufe und auch die Verbotszone im Fünf-Kilometer-Radius um die Kraterinsel aufrecht.

Indonesischer Vulkan Anak Krakatoa büßt zwei Drittel seiner Höhe ein

Update vom 30. Dezember: Der indonesische Vulkan Anak Krakatoa, dessen Ausbruch vor einer Woche einen tödlichen Tsunami auslöste, hat bei der Eruption mehr als zwei Drittel seiner Höhe eingebüßt. Wie die indonesische Vulkanbehörde am Samstag mitteilte, geht das aus einer visuellen Analyse hervor. Der ursprünglich 338 Meter hohe Berg misst demnach nur noch 110 Meter, seine Spitze war vom Beobachtungsposten aus nicht mehr zu sehen.

Die Vulkanbehörde schätzt, dass der Vulkan zwischen 150 und 180 Millionen Kubikmeter an Masse verlor, als große Mengen an Gestein, Lava und Geröll nach einer Reihe von Eruptionen ins Meer stürzten. Bilder der japanischen Raumfahrtbehörde zeigten, dass ein zwei Quadratkilometer großes Stück der Vulkaninsel in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java abbrach und ins Meer stürzte.

Nach dem Ausbruch des Anak Krakatoa am Samstag vergangener Woche hatte eine verheerende Flutwelle die Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda überrollt. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas an Land. Nach Behördenangaben kamen mindestens 426 Menschen ums Leben, mehr als 7000 weitere wurden verletzt. 23 Menschen gelten noch als vermisst. Fast 1300 Häuser wurden zerstört.

Die Sicherheitszone rund um den Krater wurde von zwei auf fünf Kilometer erweitert. Wegen der anhaltenden Aktivität des Vulkans wurden aus Furcht vor weiteren Flutwellen mehr als 40.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Im dem am stärksten betroffenen Bezirk Pandeglang im Westen von Java nahmen am Samstag tausende Muslime an einem Massengebet teil. Sie gedachten der Opfer und beteten für die Sicherheit ihrer Häuser. Die Teilnehmerin Dian Rosdiana sagte: "Ich bete auch dafür, dass die Regierung uns sofort hilft: beim Wiederaufbau, bei der Versorgung mit Kleidung und Nahrungsmitteln oder zumindest mit moralischer Unterstützung."

Das waren die News zum Tsunami in Indonesien und zur Warnung auf den Philippinen vom Samstag

9.01 Uhr: Nach einem schweren Erdbeben im Süden der Philippinen ist die Tsunami-Warnung nach einigen Stunden wieder aufgehoben worden. Das Erdbeben am Morgen hatte eine Stärke von 7,2. Laut dem Institut für Vulkanologie und Seismologie der Philippinen (Phivolcs) wurden nach dem Erdbeben lediglich Wellen in einer Höhe von bis zu 80 Zentimetern über den Gezeiten gemeldet. Darüber hinaus habe es in der tieferen See einige Unruhe gegeben. Das Epizentrum des Bebens lag vor der Küste der Stadt Governor Generoso auf der Insel Mindanao.

Eine zunächst ausgelöste Tsunami-Warnung hatte vor gefährlichen Wellen im Umkreis von 300 Kilometern vom Epizentrum des Erdbebens gewarnt. Die Warnung hatte zehn Provinzen und eine Stadt in der südlichen Region von Mindanao betroffen.

7.22 Uhr: Nach einem schweren Erdbeben droht auf den Philippinen sowie im Norden Indonesiens ein Tsunami. Der Erdstoß der Stärke 6,9 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS am Samstag auf der Philippinen-Insel Mindanao südöstlich der Stadt Davao. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik warnte vor "gefährlichen Tsunami-Wellen" an der Südküste der Philippinen sowie im Norden Indonesiens.

Das waren die News zum Tsunami in Indonesien vom Freitag

13.25 Uhr: Mehr als 40.000 Menschen im Westen Indonesiens sind vom Tsunami am vergangenen Samstag aus ihrem Zuhause vertrieben worden. Von dieser Zahl sei auszugehen, nachdem Retter allmählich in zuvor kaum erreichbare Gegenden der betroffenen Küstenregionen auf Sumatra und Java vorgedrungen seien, hieß es von den Behörden am Freitag. Nach wie vor würden Einwohner aus dem Katastrophengebiet in Sicherheit gebracht, etwa von der Insel Sebesi in der Sundastraße, welche nur 19 Kilometer vom Anak Krakatau entfernt liegt. 

Die Behörden korrigierten die Zahl der Todesopfer leicht auf 426 herunter. Bei der Identifizierung seien einige Tote doppelt gezählt worden, erklärte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Mehr als 7200 Menschen seien verletzt worden, 23 Personen würden noch vermisst. Der Anak Krakatau stieß am Freitag weiter heiße Aschesäulen in den Himmel. Mit anhaltenden Eruptionen bestehe auch die Gefahr weiterer Tsunamis, erklärte die Behörde.

Mehr als 400 Tote - Retter haben in Indonesien kaum noch Hoffnung

Update vom 28. Dezember 2018: Neben der Suche nach Opfern der Tsunami-Katastrophe kümmern sich indonesische Helfer auch um gestrandete Schildkröten. Allein an einem Strand der besonders betroffenen Provinz Lampung auf der Insel Sumatra retteten sie seit knapp einer Woche rund 15 Meeresschildkröten, wie ein Mitglied des Bergungsteams am Freitag der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Bei ihrer jüngsten Rettungsaktion befreiten sie eine Riesenschildkröte aus einem Berg von Strandgut. Das Tier wog rund 30 Kilogramm, schätzte Adi Ayangsyah. Es hatte sich demnach in dem angeschwemmten Müll verfangen, lag fast zur Gänze auf seinem Rücken und war völlig hilflos. Zu viert mussten die Retter die Riesenschildkröte ins Meer zurücktragen.

Die Helfer haben kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Doch sie setzen ihre Suche fort, sagt Ayangsyah - und haben dabei auch "ein Auge offen für gestrandete Schildkröte". "Für uns zählt jedes Leben. Ob Mensch oder Tier - wir versuchen, alle zu retten".

Das waren die News vom 27. Dezember 2018

13.06 Uhr: Nach Angaben von Sprecher Sutopo Purwo Nugroho sind am Vortag verstärkt Rauchwolken und heiße Asche ausgetreten. Die Aschewolke sei am Mittwoch über die Städte Serang und Cilegon in der Provinz Banten auf Java geweht worden. Die Asche sei zwar harmlos, doch sollten die Menschen in den betroffenen Gebieten Schutzmasken und Schutzbrillen tragen. Aufgrund der Vulkanasche in der Luft wurden nach Angaben der Luftkontrollbehörde alle Flugzeuge, deren Route normalerweise über den Vulkan führt, umgeleitet. 

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, rief am Donnerstag zu Spenden für den Hilfseinsatz in Indonesien auf. Die Einwohner des südostasiatischen Landes seien in diesem Jahr bereits zum dritten Mal schwer von einer Naturkatastrophe getroffen worden. Die Menschen dort bräuchten jetzt medizinische Hilfe und Notunterkünfte sowie Grundlegendes wie „Wasser, Decken, Schlafmatten und Hygieneartikel“.

Neue Tsunami-Warnung in Indonesien - Angst vor großem Vulkanausbruch

Update vom 27. Dezember, 9.15: Nach neuen Tsunami-Warnungen haben die indonesischen Behörden am Donnerstag die Warnstufe für den Anak Krakatoa erhöht und die Sperrzone rund um den Vulkan von zwei auf fünf Kilometer erweitert. Die Anwohner wurden zudem aufgefordert, sich von der Küste fernzuhalten.

Die Sorge ist groß, dass der zwischen den Inseln Java und Sumatra gelegene Vulkan erneut ausbrechen und weitere tödliche Flutwellen auslösen könnte. Seit Mittwoch stößt der Vulkan erneut dicke Aschewolken aus, während Lawinen aus heißer Asche, Gasen und Gesteinstücken aus dem Krater flossen. Die Gefahr weiterer Eruptionen sei groß, warnte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Die Behörden gaben die zweithöchste Warnstufe aus, alle Flüge über der Zone wurden umgeleitet.

430 Todesopfer durch Tsunami - Experten warnen vor Aufenthalt an der Küste

Update vom 26. Dezember, 10.34 Uhr: Nach dem Tsunami in Indonesien mit mindestens 430 Toten warnen Experten vor weiterer Gefahr. Der Vulkan Anak Krakatau, dessen Ausbruch indirekt den Tsunami ausgelöst hatte, ist weiter aktiv. Indonesiens Behörde für Klimatologie und Geophysik (BMKG), warnte am Mittwoch die Bevölkerung, sich von Küstengebieten fernzuhalten. Heftige Regenfälle und hoher Wellengang erhöhen das Risiko für die Bewohner weiter. „Meiden Sie Küstengebiete von 500 Meter bis 1 Kilometer landeinwärts“, sagte BMKG-Chefin Dwikorita Karnawati.

Nach neuen offiziellen Angaben kamen bei dem Tsunami am Samstag 430 Menschen ums Leben, knapp 1500 wurden verletzt. 159 Menschen wurden noch vermisst.

Auslöser des Tsunamis war nach offiziellen Angaben eine Eruption des in der Sundastraße zwischen den Inseln Java und Sumatra rund 50 Kilometer von der Küste entfernten Vulkans Anak Krakatau. Die Erschütterung hatte demnach zu einem Erdrutsch geführt, der dann den Tsunami auslöste. Die Flutwelle traf insgesamt fünf Bezirke auf Java und Sumatra.

Rund 430 Menschen fielen dem Tsunami zum Opfer, die Zahl der Opfer könnte jedoch noch steigen. 

Update 12.20 Uhr: Die Zahl der Toten der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist auf 429 gestiegen. Knapp 1500 Menschen seien verletzt worden, 154 würden vermisst, teilten die Behörden am Dienstag mit. Experten warnten vor weiteren Tsunamis, solange die derzeitige Aktivität des Vulkans anhalte. Denn diese könne zu weiteren Erdrutschen unter Wasser führen.

Retter suchen Vermisste - Schon mindestens 373 Tote nach Tsunami in Indonesien

Update vom 25. Dezember, 6.50 Uhr: Retter suchen weiterhin die von einem Tsunami in Indonesien betroffenen Regionen ab. Nach offiziellen Angaben werden noch fast 130 Menschen vermisst. Die Suchmannschaften gruben sich mit bloßen Händen, Baggern und anderem schweren Gerät durch den Schutt der von den Wassermassen zerstörten Häuser. "Das Militär und die Polizei durchsuchen die Ruinen, um zu sehen, ob wir weitere Opfer finden können", sagte ein hochrangiger Vertreter der Katastrophenschutzbehörde. Die Rettungsarbeiten würden wahrscheinlich eine Woche dauern.

Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde hätte die hohe Zahl an Opfern mit einem Frühwarnsystem für Tsunamis womöglich verhindert werden können. Die Menschen hätten keine Zeit gehabt, ihre Häuser zu verlassen, sagte Sprecher Sutopo Purwo Nugroho. Die Behörde hatte noch erklärt, es gebe "keine Tsunami-Bedrohung", als bereits die ersten Wellen an Land krachten.

Indonesien: Mindestens 373 Tote durch Tsunami - Angst vor neuem Seebeben

19.07 Uhr: Wegen anhaltender Eruptionen des Vulkans Anak Krakatau wird ein zweites Seebeben befürchtet. Der Vulkan sei weiter aktiv. Denn diese könne zu weiteren Erdrutschen unter Wasser führen, vermuten Experten.  

Die Aufnahme zeigt den Vulkan Anak Krakatau am 23. Dezember.

18.55 Uhr: Unermüdlich suchen Retter die vom Tsunami betroffenen Küstengebiete ab. Die Trauern um die Opfer ist groß. 1500 Menschen sind durch den Tsunami verletzt worden. Viele werden noch vermisst.   

16.10 Uhr: Die britische Königin Elizabeth II. (92) hat den Menschen in der indonesischen Tsunami-Region auch im Namen ihres Ehemannes Prinz Philip (97) kondoliert. „Wir senden unser aufrichtiges Beileid an alle, die geliebte Menschen verloren haben, und deren Häuser und Existenzgrundlagen betroffen sind“, schrieb die Queen (92) an den indonesischen Präsidenten.

14.22 Uhr: Nach dem Tsunami in Indonesien ist die Zahl der Toten auf mindestens 373 gestiegen. 1.500 weitere Menschen wurden verletzt, 128 werden noch vermisst, wie der indonesische Katastrophenschutz am Montagabend (Ortszeit) bekanntgab.

Tsunami 2018 in Indonesien: Ursache ist wohl ein Vulkanausbruch

10.09 Uhr: Der Ausbruch eines Vulkans in Indonesien hat Behördenangaben zufolge indirekt den Tsunami ausgelöst, dem auf den Inseln Sumatra und Java mindestens 281 Menschen zum Opfer fielen.

„Der Tsunami war mit der Eruption verbunden, er war ein indirektes Resultat der Eruptionen des Anak Krakatau“, sagte Dwikorita Karnawati, die Chefin der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG), am Montag vor Journalisten.

Der Anak Krakatau liegt in der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen Java und Sumatra 50 Kilometer von der Küste entfernt. Die Eruption ereignete sich am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später traf der Tsunami auf Land.

Karnawati zufolge zeichneten die Behörden eine vulkanische Erschütterung auf, die einem Erdbeben der Stärke 3,4 gleichkam. Die Erschütterung habe zu einem Kollaps des Kraters geführt, bei dem Vulkanmasse freigesetzt worden sei, die dann ins Meer rutschte. Dies habe dann den Tsunami ausgelöst. Die Agentur hatte zuvor vermutet, dass eine Eruption des als aktiv bekannten Vulkans einen „Unterwasser-Erdrutsch“ und als Folge einen Tsunami verursacht habe. Diese Darstellung präzisierte Karnawati am Montag.

Die Flutwelle richtete auf beiden Inseln Zerstörungen an. Besonders betroffen sind die Provinzen Lampung an der Südspitze von Sumatra und Banten im Westen Javas. Die Region an der Meerenge ist vor allem bei Einheimischen als Urlaubsziel beliebt. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gingen am Montag weiter. Der indonesische Katastrophenschutz rechnet mit einer weiter steigenden Zahl an Toten.

Tsunami 2018 in Indonesien: Welle schleudert Band von Bühne

10.00 Uhr: Das dramatische Video, das die Popband Seventeen zeigt, hat schlimme Folgen für Mitglieder der Musikgrupppe. Frontmann Riefian Fajarsyah schrieb auf Instagram, dass der Bassist und der Road Manager der Band getötet worden seien und seine Frau vermisst werde.

Das Video zeigt eine Wasserwand, die in ein Konzert der Popband Seventeen krachte, die Band von der Bühne schleuderte und sich ins Publikum ergoss (mehr auch: siehe 11.15 Uhr).

6.18 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch den Tsunami in Indonesien ist auf 281 gestiegen. Mehr als 1000 Menschen wurden verletzt. Das teilte am Montag die Katastrophenschutzbehörde in Jakarta mit.

Tsunami in Indonesien (Nachrichten vom Sonntag): Weitere Details zur Ursache bekannt 

18.13 Uhr: Der Tsunami in Indonesien ist nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam infolge einer Kettenreaktion entstanden. Demnach erschütterte am Samstagabend ein Beben der Stärke 5,1 in etwa einem Kilometer Tiefe die als Sundastraße bekannte Meerenge. Dieses Beben habe einen Erdrutsch ausgelöst, sagte der GFZ-Experte Jörn Lauterjung am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Landrutsch sei die eigentliche Ursache des Tsunamis gewesen.

Das Tsunami-Frühwarnsystem löste demnach keinen Alarm aus, darauf sei es auch nicht ausgelegt, sagte Lauterjung. 90 Prozent der Tsunamis entstünden durch starke Erdbeben, daher löse das System erst ab einer Stärke von 6,5 bis 7 Alarm aus. Diese Stärke habe das jetzige Erdbeben nicht erreicht.

Die Höhe der Flutwelle wurde demnach an vier Messstellen erfasst. An dreien davon sei die Flutwelle 35 Zentimeter, an der vierten etwa 90 Zentimeter hoch gewesen, sagte Lauterjung weiter. Je nach Beschaffenheit des Meeresbodens könne die Welle aber an manchen Orten auch deutlich höher gewesen sein, betonte der Experte.

Indonesien: Fotograf schildert dramatische Szenen der Tsunami-Katastrophe

16.16 Uhr: Fotograf Oystein Andersen wurde vom Tsunami überrascht, als er gerade Bilder von Anak Krakatoa machte. "Plötzlich sah ich eine große Welle", schrieb er auf Facebook. "Ich musste rennen." Augenzeuge Asep Perangkat beschrieb AFP, wie Autos und Container vom Wasser mitgerissen wurden. Besonders schwer war der Regierungsbezirk Pandeglang an der Westspitze Javas betroffen. Hier starben mindestens 164 Menschen, aus zwei Hotels wurden zahlreiche Opfer geborgen.

15.12 Uhr: Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Purwo Nugroho empfahl den Menschen in der betroffenen Gegend, sich weiterhin von der Küste fernzuhalten, da die Möglichkeit weiterer Eruptionen und somit eines weiteren Tsunamis bestehe.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte am Sonntag sein Mitgefühl aus. Die EU-Kommission stehe bereit, die Hilfsarbeiten zu unterstützen. Papst Franziskus gedachte beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom der Opfer. „Ich rufe alle auf, sich mir in meinem Gebet für die Opfer und ihre Lieben anzuschließen“, sagte das Katholikenoberhaupt.

Erste Hilfsorganisationen nahmen in dem Katastrophengebiet die Arbeit auf und baten um Spenden. So seien zahlreiche Freiwillige des Indonesischen Roten Kreuzes im Einsatz, um den vom Tsunami betroffenen Menschen zu helfen, teilte das Deutsche Rote Kreuz mit. „Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch unklar.“

15.11 Uhr: Hier lesen Sie mehr über den Vulkan, der die Katastrophe ausgelöst hat.

Nach Tsunami in Indonesien: Sprecher erwartet, dass die Zahl der Toten noch steigen wird

14.33 Uhr: Knapp 30 Menschen würden noch vermisst, erklärte Behördensprecher Sutopo Purwo Nugroho. Zudem sei davon auszugehen, dass die Zahl der Toten weiter steigen werde. Nicht alle Opfer seien bisher geborgen worden, nicht alle Daten lägen bisher vor, sagte er. Kathy Mueller von den Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sagte AFP, die Organisation bereite sich auf die mögliche Ausbreitung von Krankheiten vor.

Rettungskräfte durchkämmten am Sonntag weiter Schuttberge nach Überlebenden. Hunderte Gebäude wurden Behördenangaben zufolge zerstört. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas am späten Samstagabend (Ortszeit) an Land, ohne dass die Menschen dort vorab gewarnt worden wären, wie ein Behördensprecher sagte.

Fernsehsender zeigten Bilder einer Welle, die eine ineinander verkeilte Masse von Metalldächern, Holz, Schutt und sonstigem Treibgut vom beliebten Carita Strand ins Hinterland drückte. Andernorts entwurzelte der Tsunami Bäume und hinterließ eine Spur aus Trümmern.

Eine Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java hat mehr als 200 Menschen das Leben gekostet und schwere Schäden angerichtet.

14.24 Uhr: Die Behörden befürchteten am Sonntag, dass die Zahlen der Toten nach diesem neuerlichen Tsunami noch steigen könnten. Laut der Indonesischen Agentur für Geophysik war die Ursache des Tsunamis vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Der Anak Krakatau (übersetzt: Kind von Krakatau) ist ein Vulkan, der in der Sunda-Meerenge etwa 50 Kilometer von der Provinz Banten im Westen Javas entfernt liegt. Banten gehört zu den am heftigsten getroffenen Gegenden, alleine dort starben nach ersten Angaben von Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho mindestens 126 Menschen. Vor allem unter Indonesiern gilt der Landstrich an der Sundastraße aufgrund seiner Nähe zur indonesischen Hauptstadt Jakarta als Urlaubsregion.

Mindestens 222 Tote bei neuer Tsunami-Katastrophe in Indonesien

13.02 Uhr: Papst Franziskus hat der Opfer der Tsunami-Katastrophe in Indonesien gedacht. „Meine Gedanken gehen in diesem Moment an die indonesische Bevölkerung, die von gewaltigen Naturkatastrophen getroffen wurde“, sagte das Katholikenoberhaupt am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Er beklagte die verlorenen Menschenleben, die zahlreichen Vermissten und Obdachlosen sowie die beträchtlichen Schäden. „Ich rufe alle auf, sich mir in meinem Gebet für die Opfer und ihre Lieben anzuschließen.“

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände auf den beiden durch die Meerenge getrennten Inseln hereingebrochen. Schon an Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - alleine dort kamen damals mehr als 160 000 Menschen ums Leben, insgesamt waren etwa 230 000 Todesopfer zu beklagen.

12.23 Uhr: Nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien hat sich die Zahl der Toten auf mindestens 222 erhöht. Das teilte der Katastrophenschutz am Sonntag mit. Zuvor war von mindestens 168 Toten die Rede gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg von 745 auf 843. Die Flutwellen hatten am Samstagabend (Ortszeit) Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java getroffen.

Die Ursache für die Flutwellen war vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, wie die Indonesische Agentur für Geophysik mitteilte. Die Eruption habe wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge gehabt. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Schreckliches Video vom Tsunami in Indonesien: Band und Zuschauer von riesiger Welle überrollt

11.15 Uhr: Es ist ein grauenvolles Video, was derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert. Es zeigt angeblich die Band Seventeen bei einem Konzert am Tanjung Lesung Beach in Banten in den Sekunden, bevor die riesige Welle die Band von hinten trifft und weiter in die Zuschauermenge rast. Entsetzte Schreie, dann bricht das Video ab. Nach Informationen des australischen Korrespondenten der Zeitungen „The Age“ und des „Sydney Morning Herald“ kamen dabei der ein Bandmitglied sowie der Manager ums Leben. Andere werden noch vermisst.

Merkel bestürzt über Tsunami in Indonesien

10.47 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Betroffenen der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ihr Beileid ausgesprochen. „Die Nachrichten und Bilder aus Indonesien sind bestürzend. Wir trauern mit den Familien der Opfer - und hoffen, dass nun viele Menschen gerettet werden können“, schrieb die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Sonntag im Namen der Kanzlerin auf Twitter. Merkel drücke Präsident Joko Widodo „das tief empfundene Beileid der Deutschen“ aus.

Indonesien: Nach Tsunami keine Hinweise auf betroffene Deutsche

10.25: Bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien mit mindestens 168 Toten sind nach ersten Erkenntnissen keine deutschen Staatsbürger zu Schaden gekommen. Es gebe "bisher keine Hinweise auf betroffene Deutsche", teilte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Botschaft bemühe sich, "darüber schnellstmöglich Gewissheit zu erhalten". Reisende würden gebeten, "Anweisungen von örtlichen Sicherheitskräften Folge zu leisten", hieß es weiter.

Update von 8.38 Uhr: Die Zahl der Todesopfer wird aktuell mit 168 angegeben. Rund 750 Menschen seien verletzt worden, 30 würden noch vermisst, teilte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde am Sonntag in Jakarta mit. Die Flutwellen brachen über die Küstenregionen und Touristenstrände an der Straße von Sunda zwischen den Inseln Sumatra und Java herein.

Rettungskräfte durchkämmten am Sonntag die Schuttberge nach Überlebenden. Hunderte Gebäude wurden nach Behördenangaben zerstört. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas am späten Samstagabend (Ortszeit) an Land, ohne dass die Menschen dort vorab gewarnt worden wären, wie ein Behördensprecher sagte.

Zahlreiche Häuser wurden durch den Tsunami völlig zerstört.

Erstmeldung: Tsunami in Indonesien: Viele Tote - Touristen-Region schwer getroffen

Jakarta - Eine Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java hat Dutzende Menschen das Leben gekostet und schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Sonntag wurden mindestens 168 Menschen getötet und knapp 600 verletzt, 30 weitere galten als vermisst. Die Behörden erwarten allerdings, dass die Opferzahlen noch steigen dürften - auch weil die Flutwellen mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereinbrachen.

Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java. Laut der Indonesischen Agentur für Geophysik war die Ursache vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Die Google Earth-Satellitenaufnahme zeigt die als Sundastraße bekannte Meerenge zwischen den Inseln Sumatra (oben) und Java.

Verschlimmert wurde die Situation dadurch, das gleichzeitig Flut herrschte, wie Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho erklärte. Nach seinen Worten kamen sowohl in der zu Sumatra gehörenden Provinz Lumpang auf der nördlichen Seite der Sundastraße Menschen zu Tode als auch in Javas Provinz Banten, die südlich der Meeresenge liegt.

Tsunami in Indonesien: Touristen-Region schwer getroffen

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Angesichts der Urlaubssaison herrschte dort Hochbetrieb. Nugroho zufolge wurden mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt. Schwere Tsunami-Schäden wurden unter anderem vom Urlauberstrand Carita gemeldet. Nugroho verbreitete über seine Twitter-Seite Videoaufnahmen, auf denen Trümmerhaufen vor zerstörten Häusern und völlig demolierte Autos zu sehen waren.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Tsunami in Indonesien: Region bereits in den vergangenen Monaten schwer betroffen

Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160 000 Menschen, so viele wie nirgendwo sonst in der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230 000 Menschen ums Leben.

Dieses Video zeigt die riesige Tsunami-Welle in Indonesien im Oktober:

mit dpa und afp

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