Irres Halloween-Haus in Niedersachsen

Dieses Fachwerkhaus wird jedes Jahr zum Gruselkabinett

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Das Halloween-Haus von Familien Horn ist jedes Jahr ein Publikumsmagnet.

Isernhagen - Ein idyllisches Fachwerkhaus in Isernhagen bei Hannover wird von den Besitzern jedes Jahr an Halloween in ein Gruselkabinett verwandelt. Die Anwohner sind begeistert.

Skelette im Vorgarten, Riesenspinnen an der Hauswand und abgehackte Beine im Badezimmer: Ein idyllisches Fachwerkhaus in Isernhagen bei Hannover verwandelt sich zu Halloween in ein Gruselkabinett. „Die Idee kam uns bei einem USA-Besuch“, sagt Ulrike Horn. Seit mehr als zehn Jahren schmückt die Familie Horn ihr Haus nun im Oktober mit allem, was das Dekosortiment zu Halloween hergibt - aufblasbare Geister und Grabsteine inklusive.

Irres Halloween-Haus in Niedersachsen

Irre Halloween-Häuser in Deutschland

„Angefangen hat alles mit einem Gespenst, das ich aus einem Moskitonetz gemacht habe“, berichtet Ulrike Horn. „Vieles bastele ich selbst.“ Jedes Jahr investiert die Familie aber auch etwa 200 Euro in die neuesten Trends der Gruselszene. „Das Ganze ist ein Spaß“, betont Ulrike Horn, erinnert sich aber auch an den Brief eines Pastors, der sich an den Grabsteinen im Vorgarten und an der Kultivierung des heidnischen Brauches gestört habe. „Für mich ist das wie Theaterdeko“, sagt die Hausbesitzerin dagegen. Nur ausgehöhlte Kürbisse sind nicht so sehr ihr Ding - „die fallen so schnell in sich zusammen“.

Grusel-Garten auch am Bodensee

Der Garten der Familie Bittelmeyer in Ailingen ist von mehreren tausend Lämpchen in dutzenden Halloween-Figuren und -Formen beleuchtet.

Auch Thomas Bittelmeyer aus Friedrichshafen am Bodensee ist ein Halloween-Fan. Für ihn fängt Halloween im September an: Dann beginnt der 43-Jährige, seinen Garten in eine Grusel-Landschaft zu verwandeln. Viele Geister, Kürbisse und Hexen stehen vor dem Haus, alles ist in orangenes, rotes oder blaues Licht getaucht. Im Vordergrund steht ein schwarzgekleideter Sensemann mit Skelett-Gesicht. „Mir gefällt das einfach“, sagt Bittelmeyer mit einem Schmunzeln. „Halloween ist böse und gemein.“

In den vergangenen fünf Jahren sei seine Sammlung stetig gewachsen, sagt er. Rund 8500 LED-Lichter setzt er jedes Jahr ein, verlegt zahlreiche Kabel immer wieder aufs Neue, baut die Figuren auf. Hilfe bekomme er dabei von seiner Familie. Seine neuste Errungenschaft sind vier Kürbisgesichter, die ihren Mund synchron zu Michael Jacksons „Thriller“ bewegen können.

Bis Anfang November ist die gruselige Landschaft noch zu sehen, dann muss sie einem friedlicheren Bild weichen: „Da komme ich in Stress, um die Dekoration für Weihnachten aufzubauen.“ Dann kommen rund 125 000 LED-Lichter zum Einsatz.

Die Herkunft von Halloween

Halloween wird am 31. Oktober gefeiert, dem Vorabend des Allerheiligentages, englisch „(All) Hallows' Eve(ning)“. Die Tradition, schauerlich grinsende Kürbisköpfe aufzustellen, hat ihren Ursprung in einem Fest der Kelten. In der irischen Mythologie kommen Gestorbene in dieser Nacht aus dem Totenreich zurück.

Einwanderer aus Irland brachten Ende des 19. Jahrhunderts Halloween als Masken-Brauch in ihre neue Heimat USA. Halloween wird dort mit Umzügen, Schabernack und Grusel-Partys gefeiert. Aus Amerika kam der Brauch zurück nach Europa. Inzwischen fordern auch in Deutschland viele verkleidete Kinder an den Türen Geschenke und drohen mit Streichen („Süßes oder Saures“).

Die Kirchen sehen den Geister-Boom kritisch. Katholiken fürchten, die Spaßkultur zerstöre ihr Totengedenken an Allerheiligen und Allerseelen (1./2.11.), Protestanten sehen ihren Reformationstag (31.10.) in Gefahr.

dpa

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