Mit Schrotflinte 

Kanadier schoss deutschem Familienvater in den Kopf - zwei Jahre später ist er freier Mann

Mit einer Schrotflinte schoss ein junger Kanadier einem Deutschen in den Kopf.
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Mit einer Schrotflinte schoss ein junger Kanadier einem Deutschen in den Kopf.

Ein Familienvater aus NRW wurde Opfer eines Schrotflinten-Angriffs. Der Schütze, ein kanadischer Teenager, wurde nun nach kurzer Haft entlassen.

  • Familienvater Horst S. wurde auf einer Kanada-Reise von einem Teenager in den Kopf geschossen.
  • Der Schütze - ein Teenager eines indigenen Volks - hatte zuvor Drogen und Alkohol konsumiert
  • Nun kam der Täter nach nicht einmal zwei Jahren aus der Haft - Horst S. leidet noch immer.

Calary - Es war wohl der schwärzeste Tag im Leben des heute 63-jährigen Familienvaters Horst S. Im August 2018 war seine ganze Familie zu seinem runden Geburtstag nach Kanada gereist. Auf einem Highway westlich von Calgary wurde Fahrer Horst S. von einem vorbeifahrenden Auto aus angeschossen und in den Kopf getroffen. Er fuhr seinen SUV gegen einige Bäume. Der Deutsche erholte sich nie von den Folgen des Kopfschusses - der Täter hingegen wurde kürzlich aus der Haft entlassen.

Deutscher in Kanada angeschossen: Opfer kämpft noch heute mit den Folgen

Dass der 60-jährige Familienvater aus Nordrhein-Westfalen überlebte, grenzt an ein Wunder. Er wurde zwei Wochen nach der Attacke nach Deutschland ausgeflogen, wo ihm acht Projektil-Splitter aus dem Kopf operiert wurden. Horst S. ist seit dem Schuss auf der rechten Körperhälfte gelähmt und hat mit Gedächtnisproblemen zu kämpfen. Einem Brief von seinem Sohn Daniel S. zufolge, verlor Horst S.folglich auch seinen Job und sei nicht mehr arbeitsfähig. Auch das Haus könnte er verlieren, da die Versicherung nur noch bis Mai zahlt, schrieb der Sohn dem Gericht.

Nach Angaben des Täters war dieser wohl auf der Suche nach einem Mann, der seinen jüngeren Bruder verprügelt habe und meinte, ihn in dem schwarzen SUV vorzufinden. Das Gericht sah hier eine versehentliche Verwechslung

Deutscher in Kanada angeschossen: 16-jähriger Täter erhielt milde Haftstrafe

Der zur Tatzeit erst 16-jährige Schütze wurde nach seiner Verhaftung für 21 Monate verurteilt. Zudem gestand der Fahrer, dass seine drei Beifahrer - darunter der Täter - Vodka getrunken und Crystal Meth geraucht hätten.

Der Richter verhängte letztlich eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einem Hausarrest von sieben Monaten. Der heute 18-jährige Schütze saß in den vergangenen 15 Monaten in Untersuchungshaft, weshalb seine Haftstrafe nun abgelaufen ist. Ihm wurde befohlen, nun bei seinem Vater zu leben und sich nach Bedarf beraten zu lassen, wie globalnews.ca berichtet.

Deutscher in Kanada angeschossen: Richter führte „besondere Umstände“ an

Als Grund für die weiche Strafe führte der Richter die „besonderen Umstände der Täter, insbesondere der indigenen Täter“ an. Der Schütze gehörte, wie alle Insassen des Wagens, zur indigenen Völkergruppe der Stoney Nakoda Nation. Zum damals 16-Jährigen fand man zur Tatzeit keine Vorstrafen, der Anwalt des Schützen betonte die „Vernachlässigung sowie körperlichen und emotionalem Missbrauch der Eltern“ seines Klienten sowie ein „anhaltendes Drogenmissbrauchsproblem“.

Horst S. ist noch immer von der Schrotflinten-Attacke gezeichnet und wird aufgrund der Willkür des Kanadiers kein normales Leben mehr führen dürfen.

Andere Schreckenstat in Kanada: Amoklauf mit 16 Toten

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