Wegen "Angst" der Bürger

Kanadische Stadt verbietet Bau von Moschee

Quebec - Eine kanadische Stadt hat die Genehmigung für den Bau einer Moschee wegen der Angst vieler Bürger vor dem islamistischen Terrorismus verweigert.

"Viele Bürger - und sie sind sehr zahlreich - sind von Angst ergriffen", sagte der Bürgermeister von Shawinigan in der östlichen Provinz Québec, Michel Angers, am Freitag. Die Weigerung des Stadtrats, den Bau zu erlauben, widerspreche zwar seinen persönlichen Ansichten, doch seien die Bürger über die Zunahme des radikalen Islamismus besorgt.

Der Bürgermeister verwies auf zwei islamistische Angriffe im vergangenen Jahr in Kanada, bei denen zwei Soldaten getötet worden waren. "Wenn die Leute dauernd den Medien zuhören, kriegen sie den Eindruck, dass der Terrorismus vor ihrer Tür steht", sagte Angers. Seinen Angaben zufolge war der Bau der Moschee zunächst in der Innenstadt genehmigt worden, doch habe die muslimische Gemeinde dann eine neue Baugenehmigung am Stadtrand beantragt, um mehr Platz für Parkplätze zu haben.

Die Erteilung der neuen Baugenehmigung sei für sie eine "reine Formalität" gewesen, sagte der Leiter des muslimischen Kulturzentrums, Philippe Begin Garti, der Zeitung "Hebdo du St. Maurice". "Wenn die Leute ihre Sicht unserer Religion auf diese radikalen Taten gründen, die wir erleben, dann ist es normal, dass sie Angst haben, denn wir haben auch Angst." Garti betonte, die rund 30 muslimischen Familien in der Region wollten lediglich "einen Ort zum Beten" haben.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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