Fuchswelpe „Diego“

Frau aus Karlsruhe hält Fuchswelpe als Haustier - Polizei nimmt ihn ihr weg und ermittelt

Fuchswelpe „Diego“ in einer Transportbox.
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Fuchswelpe „Diego“ wurde von einer Frau aus Karlsruhe als Haustier gehalten. Die Polizei ermittelt.

Füchse werden normalerweise nicht als Haustiere gehalten. Weil eine Frau aus Karlsruhe das dennoch tat, ermittelt nun die Polizei.

Karlsruhe - In letzter Zeit werden immer mehr Tiere aus der Familie der Hunde wieder im Südwesten heimisch. Ausgerottete Tierarten kehren nach Baden-Württemberg zurück (BW24* berichtete) darunter Schakale, Wölfe und Luchse. Vor allem den Wölfen scheint es in der Schwarzwald-Region besonders gut zu gefallen. Zudem wurde nach 155 Jahren auch wieder ein Wolf im Odenwald gesichtet*. Ein kleinerer Vertreter der Familie der Hunde, die Füchse, sind ebenfalls in den Wäldern Baden-Württemberg beheimatet, zeigen sich allerdings deutlich seltener.

Obwohl Wölfe, Schakale und Füchse zur Familie der Hunde gehören, werden sie im Gegensatz zu ihren domestizierten Artgenossen nicht als Haustiere gehalten. Dementsprechend lenkte eine Frau in Karlsruhe sicherlich verwunderte Blicke auf sich, als sie mit einem Fuchswelpen auf dem Arm durch die Innenstadt ging. Genauso ging es auch den Beamten, die nun Ermittlungen in dem Fall aufnahmen, heißt es im Bericht der Polizei Karlsruhe.

Karlsruhe: Frau nimmt Fuchswelpen bei sich auf und nimmt ihn mit in die Stadt

Der Vorfall ereignete sich bereits am 15. Juni in der Karlsruher Innenstadt. Eine Polizeistreife wurde kurz nach 23 Uhr auf eine Frau aufmerksam, die ein Tier in einer Tragebox auf dem Arm hatte und neben einem Auto stand, heißt es in der am Montag veröffentlichten Mitteilung. Ein Tier in einer Box ist zunächst mal nicht auffällig, schließlich werden auch kleine Hunde oder Katzen oftmals in solchen Boxen transportiert. Ob das den Tieren gefällt sei mal dahingestellt, eine Straftat ist das jedoch nicht. Erst als die Polizeistreife im Streifenwagen langsam an der Frau vorbeifuhren, sahen sie, dass es sich bei dem kleinen Vierbeiner um einen Fuchswelpen handelte.

Da das Halten eines Fuchses nicht erlaubt ist, unterzogen die Beamten der Polizei Karlsruhe die Frau einer Kontrolle. Diese gab laut dem Polizeibericht an, dass die Mutter des kleinen Tieres etwa zwei Wochen zuvor bei einem Wildunfall getötet worden sei. Sie habe den Nachwuchs zunächst bei einer Auffangstation abgegeben wollen. Nach ihrer Aussage seien die Stationen jedoch alle überfallt gewesen, weswegen sie den Fuchswelpen mit nach Hause nahm. Da das kleine Tier an besagtem Abend nicht allein in der Wohnung bleiben konnte, habe sie den Welpen in der Transportbox mitgenommen. Er sollte im Auto bleiben, während die Frau in der Stadt einen Cocktail trank.

Karlsruhe: Polizei nimmt Fuchswelpen „Diego“ in Gewahrsam und leitet Ermittlungen ein

Einen Fuchswelpen als Haustier sehen wohl auch Polizeibeamte einer Großstadt wie Karlsruhe nicht alle Tage. Dementsprechend verwundert waren sie über ihre Entdeckung. „Die Polizeibeamten trauten ihren Augen kaum“, heißt es in der Pressemitteilung. Da ein Fuchs nicht einfach als Haustier gehalten werden darf, nahm die Polizei den kleinen Vierbeiner namens „Diego“ in Gewahrsam. Später wurde der Kleine der Tierrettung übergeben. Der Fachdienst Gewerbe/Umwelt ermittelt nun aufgrund von jagd- und tierrechtlichen Bestimmungen gegen die Frau.

Die Polizei Karlsruhe weist explizit darauf hin, dass Füchse und andere Wildtiere nicht als Haustiere gehalten werden dürfen. Für verwaiste Jungtiere wie den Fuchswelpen Diego gebe es erfahrene Auffangstationen. Nur in ganz besonderen Fällen und nur in engem Kontakt mit Fachkräften sei es Privatpersonen gestattet, junge Wildtiere zu versorgen.

Vor einigen Wochen entdeckte ein Feldarbeiter in Emmendingen einen ganz besonders perfiden Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Acht Fuchswelpen wurden unter einer mit Steinen beschwerten Plane ausgesetzt* und dem Hungertod überlassen. Mehrere der kleinen Füchse starben aufgrund des Sauerstoffmangels, einige konnten jedoch vom Tierheim Emmendingen gerettet werden. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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