Kein Leichenfund bei Hells Angels in Kiel

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Nach siebenwöchiger Suche steht fest: Tekin B. wurde nicht in der Lagerhalle der Hells Angels einbetoniert.

Kiel/Altenholz - Die fast siebenwöchige Suche nach einer Leiche in einer Lagerhalle der Hells Angels in Altenholz bei Kiel ist erfolglos geblieben.

Der seit mehr als zwei Jahren verschwundene Tekin B. ist nicht in einer von den Hells Angels genutzten Lagerhalle bei Kiel einbetoniert worden. Das haben die Ermittlungen ergeben, wie die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Dienstag mitteilte. Für die Ermittlungsbehörden stehe fest, dass sich im fraglichen Bereich weder eine Leiche noch sterbliche Überreste befinden, heißt es in der Mitteilung der Behörde. Damit sei eine bedeutsame Spur im Ermittlungsverfahren abgearbeitet und Verdachtsmomente seien ausgeräumt.

Die Ermittler hatten die Leiche von Tekin B. im Fundament der einstigen Lagerhalle der Rockerbande vermutet. Der Mann ist seit dem 30. April 2010 verschwunden und soll wegen Drogengeschäften mit der Rockerbande Hells Angels aneinandergeraten und getötet worden sein. Nach Angaben der “Kieler Nachrichten“ wird die Suche nach dem Rocker-Opfer nun eingestellt. Das erfuhr die Zeitung aus Polizeikreisen.

Die Kieler Staatsanwaltschaft beantragte zudem am Dienstag die Aufhebung der Haftbefehle und hat die Freilassung der Beschuldigten angeordnet.

Ex-Rocker löste Großrazzia aus

Die Suche ausgelöst hatten die Offenbarungen des früheren Präsidenten der mittlerweile aufgelösten Kieler Rocker-Gruppierung Legion 81, Steffen R. Die Legion 81 war eine Hilfstruppe der Hells Angels. Daraufhin erfolgte am 24. Mai eine große Polizeirazzia in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, bei der rund 1.200 Polizeibeamte im Einsatz waren. An der Razzia beteiligt waren ferner Mitglieder der Anti-Terror-Einheit GSG 9. Auch hatten Spezialeinheiten das Anwesen des Hannoveraner Hells-Angels-Chefs Frank Hanebuth gestürmt und dabei dessen Hund erschossen.

Seitdem hatten die Ermittlungsbehörden die den Rockern gehörende Lagerhalle in Altenholz akribisch untersucht. Sie hofften, dort Spuren von Tekin B. zu finden. Steffen R. zufolge sollte sich der Leichnam des Türken möglicherweise in Altenholz befinden.

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Steffen R. war Mitte Juni vom Landgericht Kiel unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und schweren Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte entgegen eines bekannten Ehrenkodexes seit Februar bei Ermittlungsbehörden über innere Strukturen von Hells Angels und über vermeintliche Straftaten von diesen ausgesagt. Aus Angst vor Racheakten der Hells Angels befindet er sich in einem Zeugenschutzprogramm und hält sich an einem unbekannten Ort auf.

dapd

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