Kraftwerk für Erdbeben verantwortlich

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Geothermiekraftwerk in Landau.

Landau - Das Geothermiekraftwerk in Landau war “sehr wahrscheinlich“ für mehrere kleine Erdbeben in der pfälzischen Stadt verantwortlich.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten von Experten, das die rheinland-pfälzische Landesregierung in Auftrag gegeben hatte. Ein Beben hatte Mitte August 2009 kleinere Schäden an einigen Häusern verursacht, einen Monat später kam es zu sechs weiteren spürbaren Beben. Seit der Inbetriebnahme des Kraftwerks habe auch die Zahl der nicht spürbaren Mikroerdbeben zugenommen, schreiben die Fachleute.

Die Experten empfehlen unter anderem eine bessere Beobachtung der Bebentätigkeit im Umfeld des Kraftwerks, damit schneller reagiert werden kann. Wahrscheinlichste Ursache für die Erdbeben war nach Einschätzung der Experten eine Erhöhung des sogenannten Porenwasserdrucks, die durch das Einpressen von Wasser in tiefe Gesteinsschichten hervorgerufen worden sei.

Das Kraftwerk fördert heißes Wasser aus mehr als drei Kilometern Tiefe und gewinnt daraus Strom und Wärme. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in das Erdinnere befördert. Das Landauer Erdwärmekraftwerk war bei der Inbetriebnahme im November 2007 das erste größere seiner Art in Deutschland. Seit den Beben darf es nach Vorgaben der rheinland-pfälzischen Behörden nur im Probebetrieb laufen und mit einem verminderten Druck arbeiten.

dpa

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