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„Weiteren Lockdown darf es nicht geben“: Lanxess Arena-Chef wird deutlich

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Stefan Löcher schaut besorgt, daneben die Lanxess Arena (Montage).
Kommt ein harter Herbst auf die Lanxess Arena zu? Geschäftsführer Stefan Löcher will genau das vermeiden (IDZRW-Montage). © Eduard Bopp/Imago & Rolf Vennenbernd/dpa

Im Herbst könnte das Coronavirus die Veranstaltungsbranche erneut vor Probleme stellen. Stefan Löcher, Chef der Lanxess Arena, sorgt sich davor.

Köln – Es liegen beschwerliche Jahre hinter der Lanxess Arena in Köln-Deutz, dem bestbesuchten Zuschauertempel in ganz Europa. Als das Coronavirus im März 2020 nach Deutschland kam, hieß es kurze Zeit später „Türen zu“ für die auch als Henkelmännchen bekannte Arena – was deutliche Kritik des Geschäftsführers Stefan Löcher nach sich zog.

Dass es die Politik in den Augen des Arena-Bosses auch in den Folgemonaten nicht schaffte, ein tragfähiges Besucher-Konzept zu entwickeln, das sich auch für die Arena rentierte, ließ Löcher bereits vor geraumer Zeit deutlich werden. Wie nun auch wieder, im Gespräch mit dem Kölner Presseclub.

Lanxess Arena in Köln-Deutz
AdresseWilly-Brandt-Platz 3, 50679 Köln

Lanxess Arena: Stefan Löcher befürchtet Verunsicherung durch „Andeutungen der Politik“

Diese ganzen Andeutungen der Politik, allen voran von Karl Lauterbach, was alles im Herbst kommen könnte – so etwas verunsichert natürlich die Menschen und sie bleiben zu Hause. Einen weiteren Lockdown oder Kapazitätsbeschränkungen darf es aus meiner Sicht nicht mehr geben“, sagt Löcher im Gespräch mit dem Kölner Presseclub. Auch mit Blick auf deutsche Nachbarländer wie Frankreich oder Dänemark, die den Umgang mit dem Virus deutlich besser handhaben würden und gelernt hätten, damit zu leben. „In den meisten Ländern in Europa herrscht eine völlig gegenläufige Politik, die ganz klar auf Selbstbestimmung und mehr Selbstverantwortung setzt“, so Löcher.

Stefan Löcher: Lanxess Arena-Chef blickt in andere Länder – „wesentlich intelligenterer Umgang“

Und weiter: „Dort will man mit dem Virus leben und sogar die Quarantäne wird abgeschafft. Aus meiner Sicht geht man im Ausland wesentlich intelligenter mit dem Coronavirus um als in Deutschland. Wir sollten wieder mutiger sein und auch mehr in Selbstverantwortung und auf Selbstbestimmung gehen und schauen, für wen Corona wirklich gefährlich ist“, stellt Löcher eine Forderung.

Lanxess Arena-Boss Stefan Löcher: „Wir sind von der Pandemie nachhaltig getroffen“

„Menschen brauchen Live-Musik und Entertainment“, dafür hatte er im Februar 2022 bereits im Gespräch mit 24RHEIN geworben. Generell sei die Arena von der Pandemie „nachhaltig getroffen“, die Entscheidungen der Politik würden nicht nur den Event-Tempel, sondern auch dem Tourismus in der Stadt und somit genau genommen ganz Köln schaden. Damit hat er nicht ganz Unrecht: Regelmäßig strömen bis zu 20.000 Menschen am Tag aus der ganzen Welt nach Deutz, kurbeln die kölsche Wirtschaft mit Restaurant- und Kneipen-Besuchen sowie Hotel-Buchungen an. Gerade, wenn Großevents wie beispielsweise die in kürze anstehende Basketball-EM EuroBasket stattfinden.

Lanxess Arena: Stefan Löcher mit Kritik an Karl Lauterbach – nächste Pandemie-Welle im Herbst?

In den vergangenen Monaten normalisierte sich die Lage in der Veranstaltungsbranche, die Arena konnte wieder voll ausgelastet werden – was jedoch nicht heißt, dass sich Löcher nicht bereits Gedanken um die kommenden Monate macht. Denn unter anderem die Aussagen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, das Land könne erneut auf eine echte Pandemie-Welle im Herbst zusteuern, sorgen dafür, dass es Veranstalterinnen und Veranstaltern allerorts wieder Angst und Bange wird. Hoffentlich jedoch nicht davor, dass die Arena wieder leerstehen muss. (mo)

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