Schamlos oder interessant?

Ausstellung einer Leiche: Hingerichteter Mörder in Glaskasten sorgt für Diskussionen

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So ist die einbalsamierte Leiche von Si Quey im Museum in Bangkok seit Jahrzehnten zu sehen.

Die Ausstellung der Leiche eines Mörders sorgt in Bangkok für Diskussionen. Seit seiner Hinrichtung ist der Mann in einem Glaskasten eines Klinik-Museums zu sehen. Dagegen wurde jetzt eine Petition gestartet.

Bangkok - In Bangkoks größtem Krankenhaus wird auch weiterhin die Leiche eines Mörders zu sehen sein - zumindest auf absehbare Zeit. Die Siriraj-Klinik kündigte am Montag eine gründliche Prüfung an, wie mit dem Leichnam künftig umgegangen werde. Der Mann - ein Einwanderer aus China namens Si Quey - war 1959 zum Tode verurteilt und von einem staatlichen Hinrichtungskommando erschossen worden. Seine Leiche, einbalsamiert in Paraffin, wird im Museum der Klinik seit Jahrzehnten in einem Glaskasten zur Schau gestellt.

17.000 Menschen unterschreiben Petition

Mehr als 17.000 Leute haben seit Mai eine Petition unterschrieben, damit der Tote endlich seine Ruhe bekommt. Andere sind dafür, dass der Leichnam im Museum bleibt. Der Dekan der Medizinischen Fakultät des Uni-Krankenhauses, Prasit Watanapa, sagte der „Bangkok Post“ (Montag): „Wir möchten uns gern beide Seiten anhören. Manche halten es für großartig, wenn wir den Leichnam bewahren und die Ausstellung mit Informationstafeln ergänzen. Andere finden, dass wir keine Scham haben.“

Zusatz „Kannibale“ von Glaskasten entfernt

Wie lange die Prüfung dauern soll, ließ der Professor offen. Zum Museum gehören auch die Mumien von zwei weiteren, allerdings namenlosen Mördern. Zumindest hat man auf dem Glaskasten hinter Si Queys Namen inzwischen den Zusatz „Ein Kannibale“ entfernt. Der Mann hatte stets bestritten, Körperteile seiner Opfer gegessen zu haben.

Für Diskussionen sorgte kürzlich auch eine Aktion von Kim Kardashian: Sie will einen verurteilten Mörder aus der Todeszelle holen. Bei den Angehörigen eines seiner mutmaßlichen Opfer kam das alles andere als gut an.

dpa

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