Jungendlicher nach Krawallen unter Mordverdacht

London - Nach den Krawallen der vergangenen Nächte scheint in England langsam wieder Ruhe einzukehren. Die Gerichte schieben Nachtschichten. Der Sachschaden ist immens. Hier gehts zum Live-Ticker:

+++ 19:20 Uhr +++ Im Fall von drei während der Krawalle in England ums Leben gekommenen Männern hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen, darunter einen 16-Jährigen.Die Männer waren am frühen Mittwochmorgen in Birmingham von einem Autofahrer überrollt und getötet worden. Nach Angaben von Zeugen hatten sie Geschäfte ihrer Wohngegend vor Plünderern schützen wollen.Die drei unter Mordverdacht festgehaltenen Männer seien 16, 17 und 26 Jahre alt und stammten alle aus Birmingham, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

+++ 19:13 Uhr +++ Nach einem Überfall während der Jugendkrawalle in London hat sich ein malaysischer Student schockiert über das im Internet kursierende Video von dem Zwischenfall gezeigt. Mohammad Asyraf Haziq sagte am Donnerstag vor Journalisten, er sei fassungslos, dass einige seiner Angreifer Kinder gewesen seien. Die Videoaufnahmen zeigen, wie Jugendliche den blutenden Studenten umringen, seinen Rucksack öffnen und sein Eigentum stehlen.

+++ 18:35 Uhr +++ Der britische Premierminister David Cameron hält den Einsatz von Soldaten im Kampf gegen Gewalt auf den Straßen Englands nicht für das richtige Mittel. Es sei zwar seine Pflicht, Möglichkeiten zu prüfen, wie die Armee die Polizei entlasten könne, sagte Cameron am Donnerstag bei einer Sondersitzung des britischen Parlaments in London. Dies werde er auch tun. Er selber sei jedoch nicht dafür.

+++ 17:32 Uhr +++ Großbritannien will der Gewalt und Gesetzlosigkeit auf den Straßen die Stirn bieten. Premierminister David Cameron will prüfen, ob Soldaten die Polizei unterstützen können und Straftätern der Zugang zu Internetdiensten wie Twitter und Facebook verwehrt werden kann. Das sagte Cameron am Donnerstag bei einer Krisensitzung des britischen Parlaments.

+++15.07 Uhr +++Der britische Premierminister David Cameron hat nach den Krawallen in England Gemeinden dazu aufgerufen, Straftäter wenn nötig aus Sozialwohnungen herauszuwerfen. Örtliche Behörden und Vermieter hätten bereits umfangreiche Rechte, Kriminelle aus Sozialwohnungen auszuweisen, sagte Cameron am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Parlaments in London. “Einige Gemeinden tun dies bereits. Ich möchte sehen, dass andere deren Beispiel folgen und wir werden prüfen, ob diese Befugnisse noch weiter ausgebaut werden müssen.“

+++13.21 Uhr+++Der Sachschaden nach den Krawallen in Großbritannien wird sich auf bis zu 200 Millionen Pfund (228 Millionen Euro) belaufen. Diese Summe nannte Premierminister David Cameron am Donnerstag im Parlament als möglichen Betrag, den die Versicherungen auszahlen müssen. Er kündigte einen millionenschweren staatlichen Fonds für die betroffenen Gemeinden und Stadtteile an. Damit sollen die Gemeinden sicher und saubergemacht werden, sagte Cameron.

+++13.14 Uhr+++Tarik Jahan musste mit ansehen, wie sein Sohn von einem Auto überfahren wird und verblutet. Doch dem Ruf nach Rache gibt der Vater nicht nach - er hat damit wohl einen neuen schlimmen Gewaltausbruch in England verhindert.

+++12.46 Uhr+++Der britische Premierminister David Cameron hat bei einer Sondersitzung des Parlaments die Gewalt auf den Straßen des Landes scharf verurteilt. “Es gibt dafür absolut keine Entschuldigung“, sagte er. Es gehe den Randalierern nicht um Protest oder politische Aussagen. “Es geht ihnen um Diebstahl“, sagte er.

+++12.22 Uhr+++Die Krawalle in England haben jetzt auch Auswirkungen auf die Premier League. Wie der Vorsitzende der Liga, Richard Scudamore, am Donnerstag mitteilte, wird das Spiel zwischen dem Londoner Klub Tottenham Hotspur und dem FC Everton abgesagt, da die Sicherheit für die Partie zum Auftakt in die 20. Premier-League-Saison nicht gewährleistet werden kann.

+++11.17 Uhr +++Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat den Einsatz der Polizei gegen die Randalierer verteidigt. Die Polizei habe “großartige Arbeit“ geleistet, sagte Johnson am Donnerstag nach einer Beratung des Krisenkabinetts in London. Er kündigte an, dass Randalemacher weiterhin mit harten Maßnahmen zu rechnen hätten. “Da draußen gibt es Leute, die dieser Stadt nicht gut tun. Sie werden weiterhin die volle Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen.“

10.48 Uhr +++Im Akkord werden in London festgenommene Krawallmacher Haftrichtern vorgeführt. Ein Besuch der Anhörungen zeigt: Die Randalierer sind nicht nur die typischen bösen Jungs. Viele stammen aus der Mitte der Gesellschaft.

+++ 06:58 Uhr +++ Das Unterhaus kommt am heutigen Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen. Premierminister David Cameron wird sich vor den Abgeordneten nach britischen Medienberichten zu den Unruhen äußern.

Vor der Sitzung forderten Politiker der Opposition, aber auch aus dem Regierungslager, die bereits beschlossenen Sparmaßnahmen bei der Polizei zurückzunehmen.

Die Kürzung der Ausgaben für den Polizeiapparat um 20 Prozent und der damit einhergehende Stellenabbau seien weniger als ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in der britischen Hauptstadt unrealistisch, sagte Londons konservativer Bürgermeister Boris Johnson.

+++ 06:57 Uhr +++ Unterdessen wurden erste Randalierer zu Haftstrafen verurteilt. Gerichte legten zur Bewältigung der vielen Fälle Nachtschichten ein. Bis Mittwochabend waren landesweit mehr als 1300 mutmaßliche Randalierer und Plünderer festgenommen worden. Gerichte arbeiten derzeit rund um die Uhr. Fast 300 mutmaßliche Täter wurden bereits angeklagt, mehrere von ihnen erhielten in Schnellverfahren mehrmonatige Haftstrafen.

+++ 06:55 Uhr +++ In Großbritannien ist es laut Medienberichten nach den Krawallen der Vortage in der Nacht zum Donnerstag vergleichsweise ruhig geblieben.Es habe bis zum frühen Morgen keine Berichte über ernsthafte Störungen gegeben. Tausende zusätzliche Polizisten seien auf den Straßen gewesen, berichtete der Sender BBC weiter. In Manchester etwa habe möglicherweise heftiger Regen Randalierer von den Innenstadt ferngehalten.

Mittwoch, 10. August

+++ 20:08 Uhr +++ Der britische Premierminister David Cameron hat nach den schweren Krawallen mit drei Toten in Birmingham die Stadt besucht und den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. Die drei Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren waren in der Nacht zum Mittwoch von einem Auto mit hoher Geschwindigkeit überfahren worden, als sie auf dem Bürgersteig standen und ein Geschäft vor Plünderern schützen wollten.

+++ 17:41 Uhr +++ Erstmals könnten in Großbritannien auch außerhalb Nordirlands Wasserwerfer eingesetzt werden.In der Nacht zum Mittwoch war es in London verhältnismäßig ruhiggeblieben. Dafür hatte sich die Gewalt in anderen Städten fortgesetzt. Insgesamt wurden seit Samstag in Großbritannien 1100 Verdächtige festgenommen, von denen bislang mehr als 160 wegen verschiedener Delikte angeklagt wurden.

+++ 17:28 Uhr +++ David Cameron wirkt fast wie ein Offizier, auch ohne Uniform. Mit strengem Blick und entschlossener Stimme verkündet er, wie er dem Problem der Randale in Großbritannien Herr werden will: Mit einer Politik der harten - der ganz harten Hand. “Wir mussten zurückschlagen, und damit haben wir begonnen“, sagt er am Mittwoch, und klingt wie ein Feldherr. “Wir werden eine Kultur der Angst auf unseren Straßen nicht zulassen.“

+++15.55 Uhr+++Ein Jahr vor Olympia rechnet der Chef der deutschen Delegation, Michael Vesper, angesichts der Randale in London mit einer Überprüfung des Sicherheitskonzepts für die Spiele. “Es ist ohne Zweifel so, dass die Sicherheit gewährleistet sein muss“, sagte Vesper der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. “Es ist jetzt ein Jahr Zeit, dies noch einmal im Lichte der Ereignisse zu prüfen und da bin ich zuversichtlich, dass das gelingen wird“.

14.39 Uhr +++Die Krawalle in England haben auch zwei Prominente getroffen: Erster Leidtragender war Starkoch Jamie Oliver, dessen Restaurant in Birmingham ins Visier der Randalierer geriet. In Manchester traf es Ex-Oasis-Frontmann Liam Gallagher, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Dort plünderten die Randalierer demnach in der Nacht zum Mittwoch eine Boutique des Modelabels “Pretty Green“ - ein Projekt des Sängers.

+++14.12 Uhr +++Die gewaltsamen Ausschreitungen in England haben nach Einschätzung des ehemaligen britischen Botschafters in Deutschland, Peter Torry, nichts mit der Sparpolitik der Regierung zu tun. “Was wir sehen auf den Straßen sind reine kriminelle Aktivitäten“, sagte der Diplomat am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Zwischen der Schließung von Kindergärten und Plünderungen in Manchester gebe es keinen Zusammenhang.

+++12.20 Uhr+++ Der britische Premierminister David Cameron will angesichts der landesweiten Krawalle in seinem Land alle denkbaren Schritte zur Wiederherstellung der Ordnung ergreifen. Erwogen werde auch der Einsatz von Wasserwerfern, sagte er am Mittwoch. Grundsätzlich sei die Polizei jedoch ausreichend ausgerüstet. Man wolle auch mit dem Ausbau des Gefängnissystems auf die Unruhen reagieren, sagte Cameron. In Teilen der britischen Gesellschaft herrsche vollkommene Verantwortungslosigkeit. Wenn man sehe, wie Jugendliche Geschäfte plündern und dabei lachten, sei klar, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimme. “Das ist ein moralisches wie politisches Problem“, erklärte Cameron.

+++11.29 Uhr +++ Der Saisonstart der Premier League könnte angesichts der andauernden Krawalle in mehreren englischen Städten zumindest zum Teil ausfallen. Die Vereine der Premier League und der 2. Liga treffen sich am Donnerstag und wollen entscheiden, ob die neue Fußball-Saison wie geplant am Wochenende startet.

Die "Schlacht um London": Bilder von den Krawallen 

+++10.51+++Rafael van der Vaart und seine Mitspieler beim englischen Premier-League-Klub Tottenham Hotspur sorgen sich angesichts der schweren Ausschreitungen in England um ihre Sicherheit. „Ich frage mich, ob die Ligaspiele am Wochenende tatsächlich stattfinden können. Im Moment kann ich mir das nicht vorstellen“, sagte der frühere Hamburger van der Vaart.

+++8.52 Uhr+++Am Rande der schweren Ausschreitungen im britischen Birmingham sind drei Männer mit einem Auto totgefahren worden. Der Vorfall hat sich in der Nacht zum Mittwoch an einer Tankstelle in der Innenstadt ereignet.Alle drei Männer seien noch in der Nacht im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben. Wenig später seien in der Nähe ein Auto sichergestellt und ein Mann festgenommen worden. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Mordes ein.

+++ 7:12 Uhr +++ D er Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnt vor ähnlichen Problemen hierzulande. “Die Ausschreitungen sind das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten“, sagte Wendt der “Bild“-Zeitung (Onlineausgabe). Diese hoch explosive Mischung sei auch in Deutschland vorhanden.

+++ 6:15 Uhr +++ Seit dem Beginn der Ausschreitungen am Wochenende hat die britische Polizei landesweit mehr als 1.100 Personen festgenommen. Allein 768 Menschen wurden in London in Gewahrsam genommen. Gegen mehr als 160 mutmaßliche Randalierer wurde Anklage erhoben.

+++ 5:35 Uhr +++ Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht derzeit keine Anzeichen für Jugendkrawalle in deutschen Großstädten ähnlich wie in Großbritannien. Die soziale Integration in Deutschland sei in den vergangenen Jahren sehr gut vorangekommen, sagte Friedrich der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. “Solche gesellschaftlichen Spannungen wie aktuell in England oder in anderen europäischen Ländern haben wir glücklicherweise derzeit nicht“, sagte der Minister.

+++ 2:05 Uhr +++ Die Jugendkrawalle in Großbritannien gehen auch der vierten Nacht weiter. Vor allem Manchester, Salford, Wolverhampton, Nottingham, Leicester und Birmingham waren von den Ausschreitungen und Brandstiftungen betroffen.In Manchester lieferten sich Hunderte Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei. Vereinzelt kam es zu Brandstiftungen. Dort hätten Jugendbanden mit der Polizei Katz und Maus gespielt, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Ein hoher Polizeioffizier sagte, die Beamten würden die Kontrolle über die Innenstadt “Straße um Straße“ wiedergewinnen. Bis zum späten Abend seien fast 50 Krawallmacher festgenommen worden.

+++ 2:00 Uhr +++ Die rechtsgerichtete English Defense League (EDL) will nach Aussage ihres Chefs Mitglieder auf die Straßen schicken, um die Unruhen in mehreren britischen Städten zu ersticken. So sei geplant, dass in Luton - dem Sitz der Gruppe - aber auch in Manchester und anderen Orten bis zu 1.000 Mitglieder ausrücken sollten, sagte EDL-Anführer Stephen Lennon der Nachrichtenagentur

Einige Mitglieder würden bereits Patrouillen laufen, um Randalierer abzuschrecken, sagte Lennon. Hunderte weitere würden ihnen am Mittwoch folgen. “Wir werden die Unruhen stoppen, die Polizei ist dazu offensichtlich nicht in der Lage“, sagte er. Die EDL war von dem geständigen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik in seinem Manifest als inspirierend beschrieben worden.

9. August 2011

+++ 21:14 Uhr +++ Bei Ausschreitungen in Manchester haben Randalierer am Dienstagabend ein Bekleidungsgeschäft in Brand gesetzt und mehrere weitere Läden angegriffen. An den Krawallen im Zentrum der nordwestenglischen Stadt beteiligten sich mehrere hundert Menschen, wie die Polizei mitteilte. Sieben Personen wurden festgenommen. In Manchester war es bisher noch nicht zu größeren Ausschreitungen wie in London und anderen britischen Städten gekommen.

+++ 20:52 Uhr +++ Aus Sorge vor weiteren Ausschreitungen in London schließen auch deutsche Restaurants an der Themse frühzeitig. Seit sechs Jahren betreibt die Deutsche Sabine von Reth zusammen mit ihrem Mann die beiden Lokale “Bavarian Beerhouses“, eines an der Towerbridge und eines in Islington. Der dpa sagte sie, dass die Situation sie an einen Bürgerkrieg erinnere. “Wir hätten niemals für möglich gehalten, dass es zu solchen Ausschreitungen in London kommt“, sagte sie.

+++ 20:38 Uhr +++ In Großbritanniens vierter Randale-Nacht breitet sich die Gewalt vor allem außerhalb Londons aus. Gewalttäter steckten im englischen Manchester ein Modegeschäft in Brand. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstagabend. Hunderte Jugendliche seien durch die Stadt im Nordwesten Englands gerannt und hätten unter anderem Schaufenster eingeschlagen. Auch in West Bromwich in der Nähe von Birmingham zogen gewaltbereite Jugendliche auf.

+++ 20:30 Uhr +++ Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, zeigte sich mit Blick auf die Olympischen Spiele 2012 in London besorgt über die Ausschreitungen in der britischen Hauptstadt. “Es ist schon ein bisschen beunruhigend, wenn ich brennende Häuser in der Stadt sehe, die nächstes Jahr Olympia austrägt“, sagte Prokop der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag.

+++ 20:08 Uhr +++ Nach den jüngsten Krawallen in London ist noch nicht sicher, ob die Premier League wie geplant an diesem Samstag in die neue Fußball-Saison starten wird. Man stehe mit den Londoner Erstligisten, der Polizei und den Behörden in ständigem Austausch, teilte die Liga am Dienstag mit. Die nächste Bekanntmachung kündigten die Verantwortlichen der Premier League für Donnerstag an.

+++ 18:59 Uhr +++ Der 29 Jahre alte Mark Duggan, dessen Tod durch eine Polizeikugel Auslöser für die Gewalt in London war, hat nicht auf die Polizei geschossen.Dafür seien bei einer Untersuchung keine Beweise gefunden worden, teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Es seien am Tatort keine Geschosse gefunden worden, die aus der Waffe des 29-Jährigen stammten, hieß es.

+++ 18:07 Uhr +++ Der BlackBerry-Hersteller RIM ist Ziel einer Cyberattacke geworden, nachdem er im Zuge der Krawallen in London eine Kooperation mit der Polizei ankündigte. “Sie werden der Polizei nicht helfen“, forderten die Hacker am Dienstag zeitweise mit ihrem Eintrag im Unternehmensblog von RIM. Die kanadische Firma hatte zuvor vage angekündigt, die Behörden “so gut wie möglich zu unterstützen“.

+++ 16:08 Uhr +++ Brennende Häuser, entsetzte Top-Athleten, besorgte Funktionäre, und jetzt auch noch die Absage des Länderspielknüllers England - Niederlande: 353 Tage vor der Eröffnungsfeier ringt Olympia-Gastgeber London um Fassung. Nach den schweren Krawallen sind das IOC und die Olympia-Macher um Deeskalation bemüht und warnen vor Panikmache, aber die unschönen Bilder von der “Schlacht um London“ (Daily Telegraph) haben längst Wirkung gezeigt. Die BBC zweifelt an der “Olympia-Tauglichkeit der Londoner Polizei“, Ex-HSV-Star Rafael van der Vaart (Tottenham Hotspur) sieht sogar den pünktlichen Start der Premier League-Saison an diesem Wochenende in Gefahr: “Mein Gefühl sagt Nein. Ich bin geschockt von den Bildern. Es ist unglaublich.“

+++ 16:04 Uhr +++ Die britische Polizei erwägt den Einsatz von Gummigeschossen gegen die Randalierer in London und anderen Städten. “Wir haben keine Angst davor“, sagte Scotland-Yard-Offizier Stephen Kavanagh. Die Geschosse würden benutzt, wenn es notwendig sei. In Großbritannien wurden bei Krawallen noch nie Gummigeschosse eingesetzt.

+++ 15:24 Uhr +++ Mit einem massiven Polizeieinsatz will der britische Premierminister David Cameron gegen die Randalierer in London und weiteren britischen Städten vorgehen.Allein in den Straßen der Hauptstadt sollten am (heutigen) Dienstagabend 16.000 Polizisten im Einsatz sein und damit drei Mal so viele wie am Montagabend. Man werde alles tun, um die Ordnung auf den Straßen wiederherzustellen, sagte Cameron am Dienstag.

+++ 13:54 Uhr +++ Die schweren Krawalle von Jugendlichen in London haben den ersten Toten gefordert. Ein 26-Jähriger, der in der Nacht zum Dienstag angeschossen wurde, starb im Krankenhaus, teilte Scotland Yard mit.Der Mann war am Montagabend mit mehreren Schusswunden in einem Auto im Bezirk Croydon gefunden worden. Näheres war zunächst nicht bekannt. +++ 13:15 Uhr +++ Angesichts der schweren Krawalle in London hat Premierminister David Cameron das Parlament aus der Sommerpause zurückgerufen. Cameron verurteilte am Dienstag die Gewalt und beschrieb die Bilder aus den Straßen als widerwärtig. Die Polizei werde Verstärkung aus dem ganzen Land erhalten, alle Urlaubstage für die Beamten seien gestrichen wurden, sagte der Premierminister.

+++ 12:30 Uhr +++ Das Auswärtige Amt rät Reisenden nach Großbritannien angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen in London und anderen Städten zu “besonderer Vorsicht“. Auf der Homepage des Ministeriums hieß es am Dienstag: “Reisenden wird geraten, besondere Vorsicht walten zu lassen, sich bei Anzeichen von Ausschreitungen sofort zurückzuziehen und den Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten. Reisende sollten sich ferner durch die Medien über die aktuelle Entwicklung informieren und ihr Verhalten vor Ort entsprechend anpassen.“

+++ 12:12 Uhr +++ Der britische Premierminister David Cameron hat die Krawalle in London und im Rest des Landes scharf verurteilt. Es habe Plünderungen gegeben, Raub, Gewalt gegen Polizisten und sogar gegen Feuerwehrleute, die Brände hätten löschen wollen, erklärte Cameron am Dienstag in London. Die Täter müssen mit Konsequenzen rechnen, sofern sie volljährig seien, sagte der Regierungschef weiter. “Wir stehen auf der Seite der Menschen, die sich an die Gesetze halten.“

+++ 10:44 Uhr +++ Nach der dritten Krawallnacht in London sind die Polizeizellen in der britischen Hauptstadt mit jugendlichen Randalierern gefüllt.Allein in der Nacht zum Dienstag seien etwa 200 Krawallmacher festgenommen worden, sagte ein Sprecher von Scotland Yard. Seit Beginn der Randale am Wochenende sieg die Zahl der Festnahmen damit auf 450. “Alle unsere Zellen sind belegt. Wir mussten Gefangene an die Polizeistationen der Umgebung abgeben“, sagte der Sprecher.

+++ 08:57 Uhr +++ Nach der dritten Nacht mit schweren Krawallen in London hat der britische Premierminister David Cameron für Dienstagmorgen den Nationalen Sicherheitsrat einberufen. Um 10.00 Uhr deutscher Zeit soll das Komitee um den vorzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrten Premier zusammentreten. In der Nacht hatten Jugendgangs und andere Gewalttäter in der britischen Hauptstadt erneut Häuser und Autos angezündet. Erstmals gab es auch Ausschreitungen in Liverpool, Birmingham und Bristol.

+++ 05:30 Uhr +++ Die “Schlacht um London“ ist voll entbrannt. Die Gewalt hat inzwischen alle Stadtteile der britischen Metropole erfasst. Premierminister Cameron hat seinen Urlaub abgebrochen und will heute mit dem Nationalen Sicherheitsrat Gegenmaßnahmen erörtern.

dpa/dapd/sid

Rubriklistenbild: © dpa

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