Loveparade: OB-Abwahl wenig wahrscheinlich

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Großes Medieninteresse herrschte bei der Sondersitzung des Duisburger Rats zur Loveparade. Im Fokus: Oberbürgermeister Adolf Sauerland.

Duisburg - Die Frage nach der Verantwortung für das Loveparade-Unglück von Duisburg bleibt auch nach der ersten Ratssitzung in Duisburg unbeantwortet.

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Sechs Wochen nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten stehen die Zeichen für Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) auf Amtserhalt. In einer ersten Ratssitzung nach dem Unglück stärkte am Montag vor allem die CDU Sauerland den Rücken.

Auch aus den Reihen der Grünen wurde geraten, erst strafrechtliche Ermittlungen abzuwarten. Zwar forderte eine Mehrheit den Oberbürgermeister in einer Resolution auf, politische und moralische Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten. Doch für eine Zweidrittelmehrheit dürfte es nach diesem Stimmungstest beim eigentlichen Abwahlverfahren am 13. September nicht reichen.

Lediglich SPD, FDP und Linke fordern derzeit konsequent Sauerlands Rücktritt. Sauerland hat bislang jede Verantwortung der Stadtverwaltung für das Unglück zurückgewiesen und einen Rücktritt abgelehnt. Während der Sitzung äußerte er sich nicht.

Die Angehörigen der 21 Opfer forderten zum Beginn der Sondersitzung den Rücktritt von Sauerland und der verantwortlichen Verwaltungsspitzen. Nach einer Schweigeminute gab ein Angehöriger das Votum der Familien vor den Ratsvertretern bekannt. “Es ist Zeit, ein Zeichen der Verantwortung zu setzen. Machen Sie doch gleich den Platz für Neuwahlen frei“, sagte er.

Sauerland hatte zuvor das Mitgefühl des Rates ausgedrückt. “Uns alle quälen bohrende Fragen nach der Verantwortung“, sagte der Oberbürgermeister. Gar nicht erst zur Abstimmung kam ein Abwahlantrag aus der Bürgerschaft, die dazu kurzfristig 10 000 Unterschriften vorlegte. Nachdem die Verwaltung den Antrag aus juristischen Gründen als ungültig bezeichnete, wurde er vom Rat auf eine spätere Sitzung verlegt. Bereits vor Beginn der Ratssitzung hatte eine Gruppe von Demonstranten vor dem Rathaus den Rücktritt Sauerlands gefordert.

Gedenken an die Loveparade-Opfer

Gedenken an die Opfer der Loveparade

Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck zündet Kerzen für die Opfer an © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hielt eine bewegende Rede © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU, l), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 2.v.l.), Bundespräsident Christian Wulff (2.v.r.), seine Frau Bettina (M) und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nehmen unter anderem an der Trauerfeier teil. © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck (r), drückt vor der Salvatorkirche in Duisburg Angehörigen der Opfer der Loveparade-Katastrophe die Hand © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der nordrhein-westfälische Innenministe Ralf Jäger (SPD, M) und seine Frau (l) © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der Bundestagsfraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Trittin, und Barbara Steffens (Güne), nordrhein-westfälische Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter auf dem Weg zur Trauerfeier © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW, Karl-Josef Laumann © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Fritz Pleitgen (M), Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, und Oliver Scheytt (vorn), Geschäftsführer der Ruhr.2010 GmbH © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Der Vorsitzende der Linke-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen Wolfgang Zimmermann (l) und die Bundesvorsitzende der Linken Gesine Lötzsch © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Ingeborg Bongardt von der Angehörigenbetreuung der Loveparade-Katastrophe © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade: Ingeborg Bongardt zündet Kerzen für die Opfer an © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
Gedenken an die Opfer der Loveparade © dpa
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Aber auch Unterstützer traten auf und trugen T-Shirts mit Parolen wie “Menschlichkeit statt Hetzjagd“ und “Gerechtigkeit statt Vorverurteilung“.

dpa

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