Südsee-Killer stellt sich der Polizei

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Die Insel Nuku Hiva. Hier starb der deutsche Weltumsegler Stefan R.

Nuku Hiva - Sieben Wochen lang hatten Polizisten die Wildnis der Südseeinsel durchstöbert: Jetzt hat sich der mutmaßliche Mörder des deutschen Seglers Stefan R. offenbar gestellt.

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Weltumsegler steht wohl kurz vor der Aufklärung. Der mutmaßliche Mörder von Stefan R. aus Schleswig-Holstein stellte sich auf der Südsee-Insel Nuku Hiva den Behörden, wie die örtliche Zeitung “Les Nouvelles de Tahiti“ am Mittwoch berichtete. Der einheimische Jäger sei nach siebenwöchiger Flucht in Polizeigewahrsam und werde verhört. Die Justiz sagte zunächst nichts zum Verlauf der Vernehmung.

Zwei Plätze frei! Die Top Ten der US-Fahndungsliste

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Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Robert William Fisher, auf der Liste seit dem 29. Juni 2002. Er soll seine Ehefrau und seine zwei Kinder ermordet haben. Außerdem soll er anschließend das eigene Haus in die Luft gejagt haben. Alle Informationen: Stand: 23. November 2011
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Jason Derek Brown, auf der Liste seit dem 8. Dezember 2007. Er soll einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Geldtransporter begangen und dabei einen Wachmann erschossen haben.
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Eduardo Ravelo, auf der Liste seit dem 20. Oktober 2009. Er soll der Leader der Barrio Azteca Gang gewesen sein. Diese Bande soll in Drogengeschäfte involviert gewesen sein und Morde im Auftrag des Drogenkartells des berüchtigten Vicente Carrillo Fuentes begangen haben.
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Semjon Judkowitsch Mogilewitsch, auf der Liste seit dem 23. Oktober 2009. Er ist momentan der einzige mutmaßliche Wirtschaftsstraftäter auf der Liste. Er soll Tausende von Investoren um viele Millionen US-Dollar gebracht haben. Der Vorwurf: Betrug!
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Víctor Manuel Gerena, auf der Liste seit dem 14. Mai 1984 - gesucht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf eine Sicherheitsfirma. Dabei soll er etwa sieben Millionen US-Dollar erbeutet und zwei Angestellten eine rätselhafte Flüssigkeit gespritzt haben.
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Joe Luis Saenz, auf der Liste seit dem 19. Oktober 2009. Er soll zwei Gangmitglieder erschossen sowie seine Freundin gekidnapped, vergewaltigt und anschließend ermordet haben. Auch bei einem weiteren Mord soll er die Finger im Spiel gehabt haben.
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Alexis Flores, auf der Liste seit dem 2. Juni 2007. Er soll eine 5-Jährige entführt und umgebracht haben.
Die Top Ten der US-Fahnungsliste
Glen Stewart Godwin, auf der Liste seit dem 7. Dezember 1996. Er ist aus dem Hochsicherheitsgefägnis von Folsom in Kalifornien geflohen. Dann landete er wegen Drogenhandels in Mexiko im Knast. Auch dort gelang ihm die Flucht, wobei er auch noch einen Mithäftling ermordet haben soll.
Fidel Urbina wird unter anderem wegen vorsätzlichen Mords, Entführung und sexuellen Missbrauchs gesucht. Eine Frau soll er im März 1998 in Chicago, Illinois, geschlagen und missbraucht haben, eine andere im Oktober des Jahres geschlagen, missbraucht und zu Tode stranguliert haben. Ihre Leiche wurde im Kofferraum eines Autos gefunden, das in Brand gesteckt worden war.
Eric Justin Toth, auf der Liste seit dem 10. April 2012. Der ehemalige Lehrer an einer Privatschule soll kinderpornografische Werke besessen und produziert haben. Er gilt als Computer-Experte.

Der Festgenommene steht unter Verdacht, den 40 Jahre alten Stefan R. im Oktober getötet, zerstückelt und dann verbrannt zu haben. Der Unternehmensberater aus dem Ort Haselau war vor drei Jahren mit seiner Lebensgefährtin auf seinem 14 Meter langen Katamaran “Baju“ zu einer Weltumsegelung gestartet. Nach einem Zwischenstopp auf Nuku Hiva verschwand er vor knapp zwei Monaten. Seine Spur endete im Inselinneren an einem Lagerfeuer. Dort fand die Polizei später neben Fleischstücken und Knochen auch Zähne des Deutschen.

Nach ersten Ermittlungen war Stefan R. auf der zu Frankreich gehörenden Insel mit dem einheimischen Jäger Arihano zu einer Tour ins Innere der Trauminsel aufgebrochen. Seine 37-jährige Freundin blieb an der Küste. Später soll der Jäger zurückgekommen sein und erzählt haben, es habe sich ein Unfall ereignet.

Darauf soll die Freundin mit dem Mann losgezogen sein. Sie berichtete den Behörden, der Jäger habe sie unterwegs bedroht, sexuell belästigt und an einen Baum gebunden. Sie habe jedoch fliehen können. Der verdächtige Jäger war seither verschwunden. Wilde Spekulationen um einen “Kannibalen-Mord“ erhärteten sich nicht.

Nach Angaben von “Les Nouvelles de Tahiti“ sollte gegen den 31 Jahre alten Tatverdächtigen eventuell noch am Mittwoch in Papeete ein Anklageverfahren eröffnet werden. Die Stadt ist Hauptstadt von Französisch-Polynesien und liegt auf der Insel Tahiti.

Arihano war am Montagabend ausgehungert bei seinem Vater aufgetaucht. Dieser gab ihm zu essen und benachrichtigte dann die Gendarmerie. “Mein Sohn ist Zuhause, er will sich ergeben“, sagte der Vater nach Angaben des zuständigen Staatsanwalts. Vermutlich habe der hohe Fahndungsdruck den Flüchtigen zur Einsicht gebracht, zitierte ihn das Nachrichtenportal Tahiti Infos.

dpa

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