Mann tötet Frau und Kind

Nach Messerattacke am Hamburger Jungfernstieg: Vater in Haft

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Tödliche Messerattacke in Hamburg

Eine Messerattacke am Jungfernstieg mitten in der Hamburger Innenstadt: Ein Kind wird erstochen, die Mutter stirbt wenig später. Gegen den Vater wurde Haftbefehl erlassen.

Update 17:24 Uhr: Einen Tag nach der tödlichen Messerattacke hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den Vater erlassen. Dem 33-Jährigen aus dem Niger werde Mord in zwei Fällen vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Freitag.

Update 15:24 Uhr: Bei dem tödlichen Messerangriff auf ein einjähriges Mädchen und seine Mutter in Hamburg war noch ein weiterer Mann zugegen. Er werde in den Ermittlungen aber als Zeuge und nicht als Beschuldigter behandelt, sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Nana Frommbach, am Freitag. „Seine Rolle muss jetzt geklärt werden.“ Der Mann sei beim Eintreffen der Polizei nicht mehr am Tatort gewesen, sondern habe erst ermittelt werden müssen. Nähere Angaben zur Person machte sie nicht. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung über den Mann berichtet.

Update 14:25 Uhr: Der mutmaßliche Messerstecher vom Hamburger Jungfernstieg hat die Mutter des gemeinsamen Kindes schon vor der Bluttat am Donnerstag bedroht. Das gehe aus den Akten des Amtsgerichts St. Georg hervor, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Freitag. Der Vater aus dem Niger habe im Januar einen Antrag auf das gemeinsame Sorgerecht für das einjährige Mädchen bei Gericht gestellt. Die Mutter habe dem nicht zustimmen wollen. Sie habe von massiven Drohungen berichtet und den Vater als „übergriffig“ beschrieben, sagte Wantzen. Es habe ungewollte Kontakte zwischen den Eltern gegeben, bei denen der 33-Jährige die Mutter verfolgt habe. Auf Gewalttätigkeiten finde sich in den Akten aber kein Hinweis.

Das waren die Meldungen vom 13. April

Update 20.06 Uhr: Der mutmaßliche Täter wird am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Familiendramas gehen weiter.

Update 18.35 Uhr: Die Polizei hat die Tatwaffe gefunden. Sie sei auf dem Fluchtweg des 33-Jährigen in einem Mülleimer im Bahnhof sichergestellt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Um welche Art Waffe es sich handelt, blieb unklar. Zuvor hatte ein Polizeisprecher von einem Messer gesprochen. Der Tatverdächtige, ein 33-Jähriger aus Niger und Vater des Kindes, sei in der Mönckebergstraße von Polizeibeamten festgenommen worden. Zunächst hatte es geheißen, die Festnahme sei auf dem Jungfernstieg vor einem Geldinstitut erfolgt.

Hamburg - Bei einem Messerangriff in der Hamburger Innenstadt sind am Donnerstag eine Mutter und ihr kleines Kind tödlich verletzt worden. Der Ex-Mann der Frau, ein 33-Jähriger aus dem Niger, sei nahe dem Tatort am Jungfernstieg festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Er sei der Vater des Kindes.

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Die Tat geschah im Bereich des unterirdischen S-Bahnhofs Jungfernstieg. Das Kind, das nach Angaben eines Polizeisprechers etwa zwei oder drei Jahre alt ist, starb noch am Tatort. Die Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. „Viele Details sind momentan noch für uns völlig unklar“, sagte Polizeisprecher Timo Zill: „Der Mann stach gezielt und massiv auf das Kind und die Frau ein." 

Der mutmaßliche Täter war schnell gefasst. Zunächst war der 33-Jährige dem Polizeisprecher zufolge noch geflüchtet, hatte dann aber selbst die Polizei informiert. „Er hat die 110 gewählt und seinen Standort mitgeteilt.“ Noch im Umfeld des unterirdischen Bahnhofs, der sich über mehrere Ebenen erstreckt und über den auch U-Bahnlinien führen, hätten Polizisten ihn dann festgenommen und ins Polizeipräsidium gebracht. „Dort wird er von der Mordkommission vernommen.“

Hamburgs Bürgermeister Tschentscher zeigt sich schockiert

Seinen Angaben zufolge waren zum Zeitpunkt der Tat zahlreiche Menschen am Bahnhof. Es gebe deshalb viele Zeugen, die befragt würden. Ein Kriseninterventionsteam sei vor Ort. Die Auswertung von Videos dauere an.

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Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Der Bereich am Jungfernstieg wurde weiträumig abgesperrt. Ein Hubschrauber landete.

Nach der Tat haben sich die Behörden der Geschwister des Kindes angenommen. „Meine Gedanken sind bei den Geschwistern, um die sich der Kinder- und Jugendnotdienst nun liebevoll kümmern wird“, twitterte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Donnerstag. Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass es mehrere Geschwister gebe. Die Senatorin äußerte ihre Betroffenheit: „Die abscheuliche Tat am Jungfernstieg bestürzt uns alle. Auch mich macht sie fassungslos und wütend.“

Die Hamburger S-Bahn meldete, dass der Verkehr zwischen Hauptbahnhof und Altona wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt wurde. Nach Angaben der Hochbahn fuhren die U-Bahnen normal. Die Polizei teilte mit, dass es in der Innenstadt wegen Straßensperrungen zu Behinderungen komme.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte sein Entsetzen. „Ich bin erschrocken und traurig über die Tat am Jungfernstieg, bei der offenbar ein Vater seine kleine Tochter und ihre Mutter brutal erstochen hat“, schrieb er auf Twitter. „Wir haben tiefes Mitgefühl für alle, die von dieser schlimmen Tat betroffen sind.“

In jüngster Zeit hatten mehrere mit Messern verübte Taten - unter anderem in Berlin, Kandel, Lünen und Dortmund - große Bestürzung in Deutschland ausgelöst. In Hamburg hatte im vergangenen Oktober ein Pakistaner seine zweijährige Tochter mit einem Messer getötet: Der Mann gestand die Tat vor Gericht, der Prozess läuft noch.

dpa/afp

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