Staatsanwaltschaft ermittelt

Meuterei bei der deutschen Marine?

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Das Schnellboot "Hermelin"

Rostock/Berlin - Nach dem Übergriff von vier Soldaten auf ihren Vorgesetzten auf dem Schnellboot "Hermelin" im Libanon-Einsatz geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht der Meuterei nach.

Der zweite Tatvorwurf laute auf tätlichen Angriff auf einen Dienstvorgesetzten, sagte ein Behördensprecher am Freitag. Die Soldaten sollen einen Bootsmann mit einem Spanngurt und Klebeband an einen Tisch gefesselt und ihm den Satz „Hier wohnen die Mongos“ auf ein Bein geschmiert haben. Zuvor soll der Bootsmann thailändischer Abstammung die Soldaten aber selbst als „Mongos“ bezeichnet haben.

Laut Staatsanwaltschaft haben alle Beteiligten einen rassistischen Hintergrund ausgeschlossen. Das Wort „Mongo“ sei allgemeiner Bordsprachgebrauch, erklärte der Sprecher. „Mit "Mongos" sind die Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade gemeint.“

Das Verteidigungsministerium hatte das am Mittwoch noch anders dargestellt. Der stellvertretende Ministeriumssprecher Christian Dienst, der selbst schon ein Schnellboot kommandiert hat, sagte in einer Regierungspressekonferenz: „Die gesicherte Erkenntnis bei uns im Presseinformationsstab ist, dass heutzutage der Begriff "Mongo" in der Jugendsprache für das steht, was zu meiner Zeit in diesem Alter als Idiot bezeichnet wurde.“

Dass es in der Bundeswehr einen speziellen Sprachgebrauch für den Begriff gibt, bestritt der Kapitän zur See. „Es ist kein "Bundeswehrsprech", wie Sie sagten, sondern es ist "Jugendsprech"“, sagte Dienst auf eine entsprechende Frage.

Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt „Mongo“ als Schimpfwort, das von „Mongoloid“ abgeleitet ist. Dieser Begriff für Behinderte mit dem Down-Syndrom wird heute nicht mehr verwendet, weil er als diskriminierend gilt.

Das Boot befand sich zur Zeit des Übergriffs im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut. Es ist am Unifil-Einsatz zur Unterbindung des Waffenschmuggels vor der libanesischen Küste beteiligt.

dpa

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