1,3 Millionen Euro für Taubenschlag

Amsterdam - Der “Blaue Prinz“ ist flatterhaft, aber sein Navi-System ist unschlagbar - und er ist teurer als mancher Sportwagen: In den Niederlanden wurde ein Taubenschlag für 1,3 Millionen Euro ersteigert.

Für 156 000 Euro wurde der Star unter den Brieftauben jetzt in den Niederlanden von einem Chinesen ersteigert. Insgesamt brachte die 218 Tauben umfassende Kolonie des verstorbenen belgischen Züchters Pros Roosen den Rekorderlös von 1,368 Millionen Euro, teilte der Auktionator Pigeon Paradise am Montag mit.

“Es ging uns gar nicht um einen Rekord, aber Papi wäre stolz, dass seine Tauben das erbracht haben“, sagte Stefan Roosen, der Sohn des in Fachkreisen berühmten Züchters aus dem belgischen Kermt. Stolze Preise wurden bei der Auktion in der niederländischen Ortschaft Thorn auch für andere gefiederte Boten bezahlt: 31 200 Euro für “Tarzan“, 60 000 für “Late Child Freddy“, ebenso viel für “Nest Sister June“. “Flits“ wechselte für 66 000 Euro den Besitzer, “Crackje“ gar für 78 000 Euro. Im Schnitt waren es mehr als 6000 Euro pro Taube.

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Als Nachrichtenübermittler - wie in der Antike oder in Napoleons Kriegen - spielten Brieftauben schon lange vor der Erfindung der E-Mail keine Rolle mehr. Seit 135 Jahren werden sie für Wettbewerbe gezüchtet. Dank ihres Orientierungssinns, den Wissenschaftler nicht vollständig erklären können, finden sie selbst über Strecken von 1000 Kilometer und mit Geschwindigkeiten von teils 140 Stundenkilometern in den heimischen Schlag zurück.

Entstanden ist der Brieftaubensport in Belgien als Hobby für das Großbürgertum. Während in Europa die Zahl der Züchter zurückging, boomt der Vogelsport in China. Der dortige Brieftauben-Verband ist mit mehr als 300 000 Mitgliedern der größte der Welt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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