Mehr Opfer melden sich

Missbrauchsskandal in England: Neue Fälle

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Tausende Kinder wurden im englischen Rotherham Opfer von Missbrauchsfällen.

London - Im Skandal um die sexuelle Ausbeutung von rund 1400 Kindern melden sich im englischen Rotherham neue Opfer bei der Polizei.

Seit ein Untersuchungsbericht in der vergangenen Woche das Ausmaß des Missbrauchs in der vergangenen 16 Jahren offengelegt hat, hätten 12 weitere Opfer ausgesagt, sagte der Polizeipräsident der Region South Yorkshire, David Crompton, am Dienstag in London. Seit Anfang 2013 wurden demnach 104 Täter verurteilt, 40 weitere seien auf Kaution frei. Im Jahr 2010 seien noch drei Ermittler mit Fällen von Kindesmissbrauch befasst gewesen, inzwischen seien es 62.

Zuvor hatte Crompton bereits eine Untersuchung der Rolle von Polizei und Gemeinderat angekündigt. Sie solle „gründlich und unabhängig“ prüfen und „alle Fehler oder Nachlässigkeiten auflisten, so dass angemessene Konsequenzen gezogen werden können“, sagte er. Es sei wichtig, dass Opfer sich in der Gewissheit an die Behörden wenden könnten, dass man ihnen zuhöre, sie unterstütze und unermüdlich ermittle. Wer die Untersuchung leiten soll, stand noch nicht fest.

Vergangene Woche hatte eine vom Gemeinderat in Auftrag gegebener Bericht öffentlich gemacht, dass zwischen 1997 und 2013 rund 1400 Kinder teils schwerst missbraucht worden waren. Kinderschutzbehörden und Polizei hätten die Opfer und ihre Eltern nicht ernst genommen und kollektiv versagt, hieß es. Mindestens ein Polizist muss sich vor Gericht verantworten, weil er eine 15-Jährige zum Sex gedrängt haben soll. Die Labour-Partei gab am Dienstag bekannt, dass sie in Folge des Skandals vier Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen habe, darunter drei frühere Mitglieder des Gemeinderats.

dpa

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