Schwere Vorwürfe

Impf-Panne: Betroffener schildert Moderna-Skandal - „Bin ich jetzt geboostert?“

Corona-Test: Eine Mitarbeiterin steht hinter einem Absperrband
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In Deutschland wurden am Mittwoch 780.000 Impf­dosen verabreicht. (Symbolfoto)
  • Jakob Koch
    VonJakob Koch
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Diesen Tag wird Berthold Bronisz nicht so schnell vergessen: Er bekam einen abgelaufenen Corona-Impfstoff verabreicht. Nun erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Stadt Köln.

Köln - Bronisz ist einer von gut 2000 Fällen in der Stadt Köln. Zwei Dienstleister hatten nach früheren Angaben der Stadt Ende des Jahres mit einem Vakzin gegen das Coronavirus* geimpft, das als abgelaufen galt. Die Panne sei bei einer routinemäßigen Überprüfung der mobilen Impfangebote aufgefallen, die in Köln im Auftrag der Stadt von verschiedenen Dienstleistern übernommen würden. 

Corona-Impfung: Betroffener schildert Moderna-Skandal in Köln

Bei dem Impfstoff hatte es sich den Angaben zufolge um das Präparat des Herstellers Moderna* gehandelt. Mitarbeitern der Impf-Dienstleister sei entgangen, dass er laut Übergabeprotokoll am 26. Dezember ablaufen werde, da er schon aufgetaut worden war. Das auf den Ampullen aufgedruckte Haltbarkeitsdatum der Charge habe im Juni 2022 gelegen - was aber nur für den gefrorenen Zustand galt.

Im Dezember seien wegen einer sinkenden Nachfrage die Impfstoffe nicht mehr vollständig - so wie zuvor - verabreicht worden, hatte die Stadt in einer Stellungname verlautbart. Daher mussten sie mitunter eingelagert werden. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr sollen die Dienstleister nun noch mal alle Prozesse „qualitätssichernd“ überprüfen. Eigentlich gebe es aber „einen expliziten Kontrollhinweis“.

Der Fall weckt Erinnerungen an eine Corona-Panne bei Kinder-Impfungen* in der Region Hannover. Dort hatten mehrere Jungen und Mädchen eine zu hohe Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Ihnen wurde die höhere Konzentration für Erwachsene gespritzt.

Corona-Panne mit Moderna: Betroffener schildert Ängste

Für den 59-jährigen Berthold Bronisz sind die Sorgen nun groß.  „Hat das gesundheitliche Nachteile für mich? Und bin ich denn jetzt geboostert, habe ich also einen Impfschutz oder nicht?“, sagte er dem Kölner Express. Die Stadt hat sich bislang nicht bei ihm gemeldet. Für ihn ein Skandal: „Muss ich das wirklich erst aus den Medien erfahren?“

Moderna: Wie Boostern gegen Corona-Variante Omikron hilft

Eine Auffrischdosis mit dem Impfstoff von Moderna erhöht die Immunabwehr des Körpers gegen die neue Corona-Variante Omikron* nach Herstellerangaben deutlich. Im Vergleich zu einer Zweifach-Impfung sei der neutralisierende Antikörperspiegel nach einem Booster mit der zugelassenen Dosierung um das rund 37-Fache gestiegen, teilte das US-Unternehmen mit. Die Forscher hatten den Antikörperlevel 29 Tage nach der Boosterimpfung im Labor analysiert. Es gibt noch keine Daten dazu, wie lange die Wirkung nach dem Boostern mit dem Moderna-Impfstoff mRNA-1273 anhält. Das Unternehmen arbeitet bereits an der Entwicklung eines Omikron-spezifischen Booster-Kandidaten.

Die Stadt Köln hatte bereits öffentlich erklärt: Eine gesundheitliche Gefahr gehe davon nicht aus. Man wolle Betroffenen nun mögliche Nachimpfungen und schnellere Booster-Impfungen* anbieten. In einer Stellungnahme könne das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nicht ausschließen, dass bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten könnten, heißt es von der Stadt Köln. Das Institut gehe allerdings nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus.

Die Stadt will nun Betroffene wie Berthold Bronisz anschreiben und ihnen ein kurzfristiges Impfangebot in den jeweils empfohlenen Zeitfenstern machen. (jkk mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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