Nach Hamburger Krawallgipfel

Nach G20-Gipfel: Ein Jahr auf Bewährung für 29-jährigen Schweizer

In einem weiteren Prozess um die Krawalle beim G20-Gipfel hat das Hamburger Amtsgericht am Donnerstag einen 29-jährigen Schweizer zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Hamburg - Der Angeklagte hatte nach eigenem Geständnis zwei Glasflaschen auf Polizisten geworfen, die Beamten aber verfehlt. Das Gericht verurteilte ihn daher einem Sprecher zufolge wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Die Aussetzung der Strafe zur Bewährung begründete das Gericht demnach unter anderem mit dem Geständnis des Angeklagten und dem Umstand, dass er sich reuig gezeigt habe. Auch habe der 29-Jährige keine Vorstrafen. Zudem habe er Eindruck vermittelt, dass ihn die Untersuchungshaft "erheblich beeindruckt" habe. Das Verfahren war das vierte nach den Ausschreitungen beim Hamburger G20-Gipfel Anfang Juli. Zuvor hatte das Amtsgericht einen 21-jährigen Niederländer zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Dagegen kamen ein 21-jähriger Franzose und ein 24-jähriger Pole mit Bewährungsstrafen von 17 Monaten beziehungsweise sechs Monaten davon. Im Zusammenhang mit den Gipfelkrawallen sitzen derzeit noch 29 weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft. Diese Inhaftierten stammen laut einem Bericht der "Rheinischen Post" aus 14 Nationen: Außer Deutschen gibt es demnach Beschuldigte mit österreichischer, schweizerischer, spanischer, niederländischer, italienischer, französischer, rumänischer, türkischer, tschechischer, senegalesischer, ungarischer und russischer Staatsbürgerschaft. Das Durchschnittsalter der Untersuchungshäftlinge liegt bei knapp 27 Jahren. Rund um den Gipfel hatte es trotz des Einsatzes tausender Polizisten schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und beschädigten Läden. Hunderte Polizisten wurden dabei verletzt, es gab mehr als 400 Fest- und Ingewahrsamnahmen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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