Nach Blutbad: Kritik an Kino-Wiedereröffnung

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So sah es in der Nacht des Massakers vor dem Kino in Colorado aus, das jetzt seine Wiedereröffnung feierte

Denver - Nein, danke: Angehörige der Opfer des Blutbads in einem US-Kino vom vergangenen Sommer möchten nicht an der Wiedereröffnung des Filmtheaters teilnehmen.

Die Hinterbliebenen von neun der zwölf Toten von Aurora lehnten eine Einladung des Kinobetreibers ab. Sie empfänden das Angebot als „widerlich“, zumal sie die Einladung unmittelbar nach dem ersten Weihnachtsfest ohne ihre Lieben erhalten hätten, ließen sie in einem offenen Brief an die Betreiberfirma Cinemark wissen.

Am 20. Juli vergangenen Jahres hatte ein Mann bei der Mitternachtspremiere des neuen Batman-Films in dem Kino um sich geschossen, zwölf Menschen getötet und 70 verletzt. Zum „Abend des Gedenkens“ mit anschließender Filmvorführung zur Wiedereröffnung des Kinos am 17. Januar wurden nun auch die Hinterbliebenen geladen. Eltern, Großeltern, Cousins und eine Witwe reagierten empört. Sie warfen dem Unternehmen vor, sein Beileid nicht früher bekundet und Kontakt zu ihnen ohne anwaltlichen Beistand verweigert zu haben.

„Eine Kinokarte und symbolische Worte“

„Unsere Familienangehörigen werden nie mehr auf Erden mit uns weilen, und eine Kinokarte und ein paar symbolische Worte von Leuten, die es nicht für nötig hielten, auf uns zuzugehen oder auf unsere Gesprächsversuche zu reagieren, sind abscheulich“, schrieben sie. Die Firma hatte vorigen Monat angekündigt, zur Wiedereröffnung auch Betroffene einzuladen. Einige Bewohner der Kleinstadt in Colorado nahmen dies durchaus positiv auf. Auch Gouverneur John Hickenlooper wird erwartet. Die Einladung wurde den Angehörigen von einer Opferhilfeorganisation im Namen von Cinemark gemailt.

Sandy und Lonnie Phillips, Mutter und Stiefvater der erschossenen Jessica Ghawi, bekamen sie zwei Tage nach Weihnachten. Sie waren über die Feiertage extra von zuhause geflüchtet, wo sie immer mit Jessica zusammen Weihnachten verbracht hatten - und halten die Einladung für eine PR-Masche. „Das war ein Schlachtfeld. Das war ein Gemetzel dort“, sagte Sandy Phillips. Ihr wäre es am liebsten, das Kino, in dem ihre Tochter starb, würde abgerissen.

Anhörung für eine ganze Woche angesetzt

Kommenden Montag beginnt eine Anhörung zur Beweislage gegen den beschuldigten Täter James Holmes, für die eine ganze Woche angesetzt ist. Zum Abschluss wird Richter William Sylvester entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird. Holmes wird mehrfacher Mord und Mordversuch vorgeworfen. Seine Anwälte bezeichnen ihn als geistesgestört, über die Hintergründe der Bluttat ist wenig bekannt.

Nach Holmes' Verhaftung hatte ein Richter Anwälten und Ermittlern untersagt, den Fall öffentlich zu diskutieren. Auch die Universität Colorado, wo Holmes in Neurowissenschaften eingeschrieben war, gibt sich zugeknöpft. Holmes soll im Frühjahr begonnen haben, Waffen und Munition zu horten, und im Sommer einen Professor bedroht haben.

dapd

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