Nach Punktereform weniger Führerscheine entzogen

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Hauptgrund für Punkte in Flensburg sind Tempoverstöße. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Goslar (dpa) - Die Zahl der in Flensburg eingetragenen Verkehrssünder sinkt trotz Punktereform. Anders als befürchtet, sei auch die Zahl der Führerschein-Entzüge nicht gestiegen, teilte der Autoclub ACE vor Beginn des Deutschen Verkehrsgerichtstags mit.

Ausgehend von knapp 107 000 Entzügen im Jahr 2013 verringerte sich die Zahl auf knapp 100 000 im Jahr 2014, sagte Sprecher Constantin Hack. Die Angaben basieren auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes, die der ACE ausgewertet hat. Der Verkehrsgerichtstag (VGT) beginnt am Donnerstag in Goslar.

Zum Stichtag 1. Januar 2015 waren laut ACE rund 8,63 Millionen Punktesünder im Flensburger Fahreignungsregister registriert. Dies seien fast 400 000 weniger als beim Höchststand zwei Jahre zuvor, sagte Hack. An dem Trend habe auch die vom VGT empfohlene und 2014 in Kraft getretene Punktereform nichts geändert.

Bundesweit gebe es geschätzt rund 54 Millionen Fahrerlaubnis-Inhaber, sagte Hack. Gut jeder Sechste davon habe Punkte in Flensburg. Hauptgrund (64 Prozent) sind Tempoverstöße vor Alkohol- und Drogendelikten (23 Prozent).

2014 wurden bundesweit 4,525 Millionen Verkehrsverstöße neu in Flensburg eingetragen. Das entspricht rund 6450 je 100 000 Einwohner ab 15 Jahren. Dabei gibt es laut ACE große regionale Unterschiede. In Brandenburg gab es die relativ meisten Eintragungen (11 200 je 100 000), danach folgten Mecklenburg-Vorpommern (8466) und Niedersachsen (8026). Die wenigsten gab es im Saarland (3759 je 100 000 Einwohner über 15 Jahre) und in Berlin (3761).

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